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Minijob und Midijob: Was ist der Unterschied?

Viele Deutsche haben einen Minijob oder Midijob und auch Rentner, Studenten und Arbeitnehmer bessern damit ihr Einkommen auf – am besten steuerfrei.

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Minijob und Midijob: Was ist der Unterschied?

Über sieben Millionen Deutsche gehen einem Minijob nach. Frauen arbeiten dabei häufiger als Minijobber als Männer. Und auch immer mehr Rentner bessern ihr Einkommen mit 450-Euro-Jobs auf. Vor zwölf Jahren waren es knapp 533.000, die einen Minijob hatten – im März 2015 fast 904.000. Die meisten arbeiten dabei im Einzelhandel.

Minijob: max. 450 Euro im Monat

Wer bis zu 450 Euro (bis 2013: 400 Euro) im Monat verdient, gilt als Minijobber. In der Regel wird ein Minijob mit einer einheitlichen Pauschsteuer von zwei Prozent versteuert. Diese zahlt der Arbeitgeber. Für den Angestellten ist der Minijob dann steuerfrei und muss nicht mehr in die Steuererklärung eingetragen werden. Zudem werden für einen Minijob keine Sozialabgaben fällig. Auch von der seit 2013 gültigen Rentenversicherungspflicht kann man sich zum Teil befreien lassen.

Statt die Pauschsteuer zu nutzen, können Minijobber ihr Einkommen auch nach Lohnsteuerkarte versteuern. Die Lohnsteuer richtet sich dann nach der eigenen Steuerklasse. Das hat zur Folge, dass man für den Minijob nur Lohnsteuer zahlen muss, wenn man in Steuerklasse V (5) oder VI (6) ist. Dies betrifft beispielsweise Arbeitnehmer, die neben dem Hauptberuf einen Minijob als zweiten Job ausüben. Für Steuerklasse I (1) bis IV (4) ist der Minijob steuerfrei, da hier erst ab mindestens 945 Euro Monatslohn Steuern fällig werden.

Übrigens:

Als Rentner kann es Ihnen allerdings passieren, dass Ihnen die Altersbezüge gekürzt werden, wenn Sie nebenbei zu viel verdienen. Mehr dazu in unserem Artikel zum Thema Rente und Nebenjob.


Midijob: 450 – 850 Euro im Monat

Als Midijobber gilt, wer regelmäßig mehr als 450 Euro verdient, aber weniger als 850 Euro. Bis 2013 lag diese Grenze noch bei 400 bis 800 Euro. Vorteile gibt es für Midijobber vor allem bei den Sozialversicherungsbeiträgen: Wenn der Midijob für Sie Ihre einzige Tätigkeit als Arbeitnehmer ist, profitieren Sie von reduzierten Beiträgen (Gleitzonenregelung). Das heißt, dass Sie weniger Sozialversicherung zahlen müssen und dennoch voll versichert sind. Wenn der Midijob Ihre erste Tätigkeit ist dürfen Sie außerdem Ihre „normale“ Steuerklasse bei der Steuererklärung anwenden. Mit Steuerklasse I (1) bis IV (4) ist Ihr Midijob dann sogar steuerfrei.

Wichtig: Für Arbeitnehmer, die bereits sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind und für die der Midijob ein Zweitjob ist, entfallen diese Vorteile. Das heißt: Sie müssen die vollen Sozialversicherungsbeiträge zahlen und zudem ihr Gehalt im Midijob nach Steuerklasse VI (6) versteuern. Besonderheiten gelten auch für Studenten, die über 450 Euro verdienen. Mehr dazu in unserem Artikel zum Thema Nebenjob.

Mehrere Minijobs oder Minijob + Midijob

Spannend wird es auch, wenn man mehrere Minijobs oder einen Midijob plus Minijob hat. Verdienen Sie mit allen Jobs zusammen mehr als 450 Euro, müssen Sie auf jeden Fall eine Steuererklärung machen. Ein Job wird dann regulär besteuert bzw. ist eventuell sogar steuerfrei, jeder weitere nach Steuerklasse VI (6). Verdienen Sie trotz mehrerer Jobs nicht mehr als 850 Euro, gilt für Sie weiterhin die Gleitzonenregelung für die Sozialversicherungsbeiträge.

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