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Mit diesen Tipps im Berufsalltag Steuern sparen

Berufstätige müssen Geld ausgeben, um es zu verdienen. Deshalb erlaubt der Staat ihnen berufliche Ausgaben – die Werbungskosten – abzusetzen.

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Mit diesen Tipps im Berufsalltag Steuern sparen.

Jeder Berufstätige, der seine Steuererklärung macht, bekommt pauschal 1.000 Euro im Jahr von seinem Jahreseinkommen abgezogen, die so genannte Werbungskostenpauschale. Nur auf das, was übrig bleibt, muss er Steuern zahlen.

Die pauschalen 1.000 Euro vom Staat kommen schnell zusammen. Schon wer jeden Tag mehr als 15 Kilometer zur Arbeit fährt, kommt über die 1.000 Euro. Für alle Betroffenen lohnt sich der etwas unbequemere Weg: Sammeln Sie jeden Kassenbon und sämtliche Quittungen, die nachweisen, dass Sie etwas für Ihren Job gekauft und bezahlt haben. Nur wenn Sie diese Belege am Ende des Jahres in Ihre Steuererklärung packen – auf Seite 2 der Anlage N –, erkennt das Finanzamt diese Ausgaben an.

Kosten von der Steuer absetzen für die Bewerbung

Herr Schreiner hat gerade seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann beendet. Seit ein paar Wochen schreibt er fleißig Bewerbungen. Endlich hat ihn eine große Baumarkt-Kette zum Vorstellungsgespräch eingeladen! Herr Schreiner freut sich und nimmt die gut 300 Kilometer Wegstrecke nach Frankfurt gerne in Kauf. Weil sein Vorstellungstermin bereits um 8 Uhr morgens ist, hat er sich für eine Nacht in einem kleinen Hotel eingemietet. Er hofft, dass sich seine Mühen für ihn lohnen. Immerhin – egal ob er genommen wird oder nicht – er kann sämtliche Kosten von der Steuer absetzen.

Dazu zählen die Kosten für das Bewerbungsfoto, die Briefmarken, Zeugnis-Kopien, Bewerbungsmappen sowie die Fahrt- und Übernachtungskosten zum Bewerbungsgespräch. Von all diesen Ausgaben sammelt Herr Schreiner die Quittungen und Belege und heftet sie am Ende des Jahres an seine Steuererklärung. Einen Überblick darüber, welche Bewerbungskosten Sie absetzen können, bietet unser Steuer-Tipp Diese Kosten können Sie bei der Jobsuche absetzen.

Kosten von der Steuer absetzen für den Umzug

Das Vorstellungsgespräch war ein Erfolg: Herr Schreiner hat die Stelle in Frankfurt bekommen. Jetzt zieht er um und kann die Kosten für den Pack-Service in der alten und neuen Wohnung sowie den Umzugswagen von der Steuer absetzen. Außer, der neue Chef übernimmt die Ausgaben. Der Staat unterstützt den Umzug übrigens nicht nur, wenn es um einen neuen Job geht.

Sondern auch

  • wenn Ihr Chef Sie an einen neuen Dienstort versetzt,
  • wenn Sie durch Ihren Umzug mindestens eine Stunde Fahrt zur Arbeit sparen,
  • oder wenn Sie aus betrieblichen Gründen in eine Dienstwohnung ziehen.

Ohne Rechnungsnachweise oder Quittungen können Verheiratete über 1.000 Euro und Singles mehrere hundert Euro von der Steuer absetzen. Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel Umzugspauschale erneut erhöht.

Kosten von der Steuer absetzen für die doppelte Haushaltsführung

Herr Schreiner ist befördert worden: Mittlerweile ist er Baumarktleiter in Frankfurt. Aufgrund seiner hervorragenden Arbeit soll er nun eine neue Filiale in Bonn aufbauen. Gut zwei Stunden Fahrt sind es zwischen den beiden Städten. Um Zeit, Nerven und Benzin zu sparen, mietet Herr Schreiner eine zweite Wohnung in Bonn. Bei den Kosten dafür unterstützt ihn der Staat.

Herr Schreiner und alle Berufstätigen, die aus beruflichen Gründen eine zweite Wohnung mieten, können u.a. Folgendes von der Steuer absetzen - allerdings nur bis zu einer Höhe von maximal 1.000 Euro im Monat:

  • Die erste Fahrt zur Arbeit und die letzte Fahrt nach Hause in der Woche ist 30 Cent pro Kilometer wert.
  • Die Kosten für die Wohnung am Arbeitsort (Miete, Strom usw.)
  • In den ersten drei Monaten, in denen Herr Schreiner in Bonn die neue Filiale aufbaut, bekommt er für jeden vollen Tag 24 Euro für sein Essen und Trinken. An den Tagen, an denen er nach Hause oder zurück nach Bonn fährt, bekommt er regelmäßig 12 Euro. Diese Unterstützung nennt sich "Verpflegungspauschale".

Weitere Voraussetzungen und Details dazu erfahren Sie in unserem Artikel zur doppelten Haushaltsführung.

Übrigens:

Ein Berufstätiger bekommt auch dann Steuer-Erleichterungen vom Staat, wenn er so weit weg von seiner Arbeit wegzieht, dass er sich dort eine Zweitwohnung mietet. Am Beispiel von Herrn Schreiner würde das so aussehen:

Herr Schreiner wohnt wieder ganz in Frankfurt. Er und seine Frau haben genug von der Stadt und wollen aufs Land. Sie finden ein schönes, aber 100 Kilometer weit entferntes Bauernhaus und ziehen ein. Um Zeit und Stress zu sparen, mietet Herr Schreiner in Frankfurt eine zweite Wohnung – und bekommt wieder die gleiche Unterstützung vom Staat wie für die Wohnung in Bonn.

Kosten von der Steuer absetzen über die Pendlerpauschale

Das Ehepaar Schreiner wollte keine Wochenend-Beziehung mehr. Deshalb hat sich Herr Schreiner eine neue Stelle gesucht, nur 16 Kilometer vom gemeinsamen Bauernhaus entfernt. Abgesehen von den Wochenenden, Feier- und Urlaubstagen fährt er 220 Tage im Jahr 16 Kilometer zu seinem neuen Job hin und 16 Kilometer wieder nach Hause zurück. Wie jeder andere, der arbeitet, bekommt er für die einfache Strecke am Tag 30 Cent pro Kilometer Pendlerpauschale vom Staat angerechnet.

Er multipliziert seine Arbeitstage mit der Wegstrecke und der Pendlerpauschale:

 

220 (Arbeitstage) x 16 (Kilometer einfache Fahrt) x 0,3 (Pendlerpauschale) = 1.056 Euro

 

Damit liegt Herr Schreiner allein mit seinen Fahrten zum Job schon über der 1.000-Euro-Pauschale vom Staat! Und weil Herr Schreiner bereits für viele andere Dinge Geld ausgegeben hat, die mit seinem Beruf zusammen hängen, lohnt sich für ihn das Sammeln von Kassenbons und Quittungen.

Übrigens:

Auch wer mit Bus oder Bahn zur Arbeit fährt, bekommt 30 Cent pro Kilometer und einfache Strecke.

Ausführlichere Informationen zum Thema finden Sie auch in unserem Überblick Die Pendlerpauschale für Einsteiger.

Kosten von der Steuer absetzen bei einem Unfall auf dem Arbeitsweg

Ärger, Blechschaden, Verletzungen – schrecklich genug, wenn ein Unfall passiert. Immerhin, alle Kosten für zum Beispiel den Abschleppdienst, Reparaturen oder ein Ersatzauto, die die Versicherung nicht zahlt, können Sie von der Steuer absetzen.

Auch die Ausgaben, die Sie durch den Unfall hatten, werden von Ihrem gesamten Einkommen abgezogen. Nur auf den Rest müssen Sie Steuern zahlen. Wichtig dabei ist, dass der Unfall auf dem Weg zur Arbeit oder zurück passiert ist. Alle Hintergründe dazu erfahren Sie in unserem Top-Thema Wann und wie Sie Unfallkosten von der Steuer absetzen können.

Kosten von der Steuer absetzen für Arbeitsmittel

Als Abteilungsleiter in der Werkzeug-Abteilung liest Herr Schreiner immer mal wieder Bücher und Zeitschriften mit Neuigkeiten rund um die neuesten Geräte und das neueste Zubehör. Das macht ihn fit für seinen Job. Deshalb kann er die Kassenzettel dafür sammeln und in seine Steuererklärung packen.

Auch ausschließlich für den Job tragbare Berufskleidung und die Einrichtung fürs Büro daheim wie Schreibtisch, Bürostuhl, Bücherschränke oder Bürolampen sowie Werkzeug speziell für den Job sind berufliche Ausgaben. Also, alle Belege aufheben!

Kostet etwas mehr als 410 Euro, kann Herr Schreiner die Kosten dafür über einen längeren Zeitraum von der Steuer absetzen. Das bedeutet, er kann den Gegenstand nicht nur in einer Steuererklärung angeben, sondern über mehrere Jahre. Der Gesetzgeber legt genau fest, welche Dinge wie lange von der Steuer abgesetzt werden können. Ein Betriebs-Pkw beispielsweise – also ein privat gekauftes Auto, das für Dienstreisen benutzt wird – könnte Herr Schreiner sechs Jahre lang abschreiben. Eine Übersicht, wie lange Sie welche Arbeitsmittel abschreiben dürfen, finden Sie hier beim Bundesfinanzministerium und seiner Abschreibungstabelle, kurz AfA-Tabelle genannt. Ausführlichere Informationen erhalten Sie auch in unserem Steuer-Tipp So setzen Sie Büromöbel und Berufskleidung von der Steuer ab.

Kosten von der Steuer absetzen für Arbeitsmittel ohne Beleg

Wenn Sie bisher keine Quittungen für Ihre Arbeitsmittel gesammelt haben, können Sie in der Regel pauschal 110 Euro ohne Belege von der Steuer absetzen.

Wir, die VLH, empfehlen Ihnen allerdings, nicht allein den Betrag von 110 Euro auf Seite zwei der Anlage N einzutragen; vielmehr sollten Sie auch notieren, welche Dinge Sie im Einzelnen gekauft haben wie "für Büromaterial" oder "für Berufskleidung".

Kosten von der Steuer absetzen für das Arbeitszimmer

Es gibt Berufstätige, die zu Hause ein Büro oder eine Schreibtischecke brauchen. Manche können das Geld, das sie dafür ausgeben, von der Steuer absetzen.

Nämlich

  • alle, die am Schreibtisch daheim arbeiten müssen, weil sie bei Ihrer Arbeit kein Büro oder einen Schreibtisch haben. Ein typisches Beispiel dafür sind Außendienst-Mitarbeiter. Bis zu 1.250 Euro im Jahr könnte Herr Schreiner als Kosten für das Arbeitszimmer oder den Arbeitsplatz zu Hause von der Steuer absetzen, wenn er davon betroffen wäre. Zu diesen Kosten gehören Miete, Heizung und Strom, Büro-Einrichtungsgegenstände wie Schreibtisch oder Verlängerungskabel, Reinigung durch eine Putzfrau, Beleuchtung von der Decken- bis zur Schreibtischlampe sowie die Renovierung.
  • alle, die ausschließlich vom Schreibtisch daheim aus arbeiten, wie Freiberufler. Wenn Herr Schreiner kein Elektro-Fachverkäufer im Baumarkt wäre, sondern zum Beispiel ein freier Journalist für Elektro-Fachmagazine, dann könnte er alle Kosten für sein Arbeitszimmer von der Steuer absetzen.

Bestimmte Berufsgruppen, nämlich Richter und Professoren, dürfen ihr häusliches Arbeitszimmer nicht von der Steuer absetzen. Mehr zum Urteil des Bundesfinanzhofs erfahren Sie in unserem Artikel Steuerbonus fürs häusliche Arbeitszimmer.

Übrigens:

Wenn Sie ein Arbeitszimmer außerhalb der eigenen Wohnung mieten, zum Beispiel beim Nachbarn oder um die Ecke, können Sie alle Quittungen und Belege Ihrer Steuererklärung beilegen – die Kosten dafür werden voll anerkannt.

Kosten von der Steuer absetzen für die Fort- und Weiterbildung

Ein Seminar, ein zweites Studium oder promovieren und danach den "Doktor" im Namen tragen: Viele Berufstätige machen neben Ihrer Arbeit eine Fort- oder Weiterbildung, um für den Job besser zu werden. Einigen winkt anschließend eine Gehaltserhöhung, aber zunächst kosten Fortbildungen viel Zeit und Geld. Der Staat unterstützt diese Mühen:

Das Geld, das Sie für Ihre Fortbildung ausgeben, können Sie als berufliche Ausgaben in Ihrer Steuererklärung angeben. Dazu zählen zum Beispiel die Fahrt zur Uni oder Fachhochschule, Fachbücher, Kurs- und Prüfungsgebühren oder Schreibmaterialien.

Weitere Details zum Thema erfahren Sie in unserem Steuer-Tipp Kosten für Fort- und Weiterbildung von der Steuer absetzen.

ÜbrigeNs:

Wer sich fortbildet, muss in der Regel am Schreibtisch daheim lesen und lernen. Die Kosten für den heimischen Arbeitsplatz können Sie von der Steuer absetzen.

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