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Premiere-Abonnement zählt nicht zu den Werbungskosten

Auch ein Profi-Fußballer kann die Kosten für ein Premiere-Abo (heute Sky), Sportbekleidung und einen Personal-Trainer nicht als Werbungskosten absetzen.

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Premiere-Abonnement zählt nicht zu den Werbungskosten

Man könnte meinen, Profi-Fußballspieler schwimmen im Geld und können sich alles leisten. Doch weit gefehlt, zumindest wenn man sich den Fall anschaut, der vor dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz verhandelt wurde. Ein Fußball-Profi wollte unter anderem die Kosten für sein Premiere-Abo als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Insgesamt ging es dabei um rund 600 Euro.

Kosten zählen nicht zu den Werbungskosten

So kam der Fall zu den Richtern nach Rheinland-Pfalz: Der Sportler reichte seine Steuererklärung ein. Angegeben hatte er neben 120 Euro für sein Premiere-Abo und 137 Euro für Arbeitskleidung auch die Kosten für einen Personal-Trainer in Höhe von 300 Euro. Das Finanzamt lehnte es ab, diese Ausgaben als Werbungskosten anzuerkennen. Der Profi-Fußballer legte Einspruch ein – ohne Erfolg. Also ging der Fall zur nächsthöheren Instanz: dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz. Doch auch hier konnte der Fußballer nicht punkten.

Eine Trennung zwischen beruflich und privat nur schwer möglich

Der Sportler konnte die Richter aus Rheinland-Pfalz nicht davon überzeugen, dass seine Ausgaben überwiegend beruflich veranlasst waren. Und das ist die Grundvoraussetzung, wenn man Kosten als Werbungskosten absetzen will. Es bestehe zwar ein "gewisser objektiver Zusammenhang" zwischen dem Premiere-Abo und seinem Beruf, man könne aber nicht ausschließen, dass das Abo auch für private Zwecke genutzt werde, so die Richter. Fazit: Ein Abzug als Werbungskosten ist nicht möglich.

Sportkleidung ist keine typische Berufsbekleidung

Auch beim Thema Arbeitskleidung musste der Fußballer eine Niederlage einstecken. Es handle sich bei der Sportbekleidung nicht um eine typische Berufskleidung, sondern um "bürgerliche Kleidung". Die Richter stimmten dem Fußballer zwar zu, dass jede sportliche Betätigung der für den Beruf notwendigen Fitness diene. Aber, Zitat der Richter: "Der Kläger verkenne jedoch, dass mit der sportlichen Bestätigung zugleich seine allgemeine Leistungsfähigkeit und Gesundheit gefördert werde." Fazit: Auch die Sportkleidung kann nicht als Werbungskosten in der Steuererklärung eingetragen werden.

Gleiches galt für die Kosten des Personal-Trainers. Auch diese Ausgaben dienen der allgemeinen Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Fazit: Hier geht der Fußballer ebenfalls leer aus und kann die Kosten nicht absetzen.

Übrigens:

Berufskleidung wird in der Regel ausschließlich während der Arbeitszeit getragen – wie zum Beispiel eine Uniform bei Soldaten oder eine Amtstracht bei Geistlichen. Neben den Anschaffungskosten können in einem solchen Fall auch die Ausgaben für die Reinigung von der Steuer abgesetzt werden. Lesen Sie mehr dazu in unserem Top Thema Arbeitskleidung: Kaufen, waschen und Steuern sparen. Auch unsere Beraterinnen und Berater stehen Ihnen bei Rückfragen zum Thema gerne zur Verfügung. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

Aufteilung in berufliche und private Kosten ebenfalls nicht möglich

Die Richter stellten in ihrem Urteil auch klar, dass eine Aufteilung der Kosten in einen beruflich und einen privat veranlassten Teil nicht möglich sei. Letztlich fehle es an den dafür notwendigen objektiven Kriterien. Der Fußballer musste also eine 0:3 Niederlage einstecken – und blieb auf seinen Kosten sitzen.

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