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Steuerzahlergedenktag - jetzt fließt das Geld in die eigene Tasche

Rein rechnerisch haben deutsche Steuerzahler bis zum 19. Juli 2017 für den Staat und die Sozialversicherung gearbeitet, ermittelte der Bund der Steuerzahler.

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Hinweis: Dieser Artikel befindet sich im VLH-Archiv, dem Langzeitgedächtnis von www.vlh.de. Da sich die Gesetzeslage im Steuerrecht kontinuierlich verändert, ist dieser Artikel eventuell nicht mehr aktuell.

Seit 19. Juli 2017 um exakt 03:27 Uhr arbeiten deutsche Steuerzahler wieder in die eigene Tasche. Das gesamte Einkommen, das sie vor diesem Tag erarbeitet haben, wurde rein rechnerisch an den Staat abgeführt, nämlich für Steuern und Sozialabgaben. Das hat der Bund der Steuerzahler errechnet. Im vergangenen Jahr 2016 fiel der Steuerzahlergedenktag auf den 12. Juli und im Jahr 2015 sogar auf den 11. Juli.

Bund der Steuerzahler fordert Entlastungen

Neben der Berechnung der volkswirtschaftlichen Einkommensbelastungsquote, die 2017 bei voraussichtlich 54,6 Prozent liegen wird, konfrontiert der Bund der Steuerzahler die Politik auch in diesem Jahr mit drei drängenden Problemen:

  1. Gründliche Reform für den Einkommensteuertarif:
    Der Bund der Steuerzahler fordert, den Einkommensteuertarif zu reformieren, damit vor allem die Mittelschicht „spürbar und umfassend“ entlastet wird.

  2. Der Soli muss weg:
    Zweiter Punkt auf der Agenda ist das Thema Solidaritätszuschlag. In den Augen des Bunds der Steuerzahler hat der Soli ausgedient und „gehört bis Ende 2019 abgeschafft“.

  3. Runter mit den Wohnkosten:
    Wohnen wird immer teurer, auch durch steigende Steuern und Abgaben wie zum Beispiel die Grunderwerbsteuer. Deshalb stellt der Bund der Steuerzahler die Forderung an den Gesetzgeber, für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen.

Geschichte des Steuerzahlergedenktages

Seit 1960 ruft der Bund der Steuerzahler Jahr für Jahr den Steuerzahlergedenktag aus. Dieser Gedenktag ist symbolisch und hat das Ziel, die Höhe der Abgabenlast für Steuern und Sozialabgaben bewusst zu machen. Errechnet wird der Steuerzahlergedenktag auf Grundlage der volkswirtschaftlichen Einkommensbelastungsquote. Das heißt: Der Bund der Steuerzahler ermittelt die Summe der Steuern und Abgaben im Verhältnis zum Volkseinkommen.

Kritische Stimmen

Kritiker des Steuerzahlergedenktages bemängeln diesen Rechenweg. Man müsse anstatt des Volkseinkommens das Bruttosozialprodukt in die Rechnung einsetzen. Weiterer Kritikpunkt: Die Berechnung zeige nicht, dass die deutschen Steuerbürger für ihre Sozialabgaben auch Gegenleistungen wie kostenlose Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt bekämen.

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