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So versteuern Sie verbilligte Aktien vom Arbeitgeber

Verbilligte Aktien vom Arbeitgeber zählen zum Arbeitslohn, wenn Ihr Chef Ihnen diesen Vorteil für Ihre Arbeitsleistung gewährt.

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So versteuern Sie verbilligte Aktien vom Arbeitgeber

Grundsätzlich ist es im Steuerrecht mit den Vermögensbeteiligungen wie folgt geregelt: Beteiligt Sie Ihr Chef am Vermögen des Unternehmens – zum Beispiel durch Aktien, stille Beteiligungen oder Genussrechte – ist das ein steuerfreier geldwerter Vorteil. Einzige Einschränkung: Die Vermögensbeteiligung darf pro Jahr nicht mehr als 360 Euro betragen.

Verbilligte Aktien vom Arbeitgeber können Arbeitslohn sein

Keine Regel ohne Ausnahme: Es gibt sogenannte verbilligte Aktien. Also Aktien, deren Wert den vereinbarten Kaufpreis übersteigt. Andere Anleger müssten für die Aktien also mehr bezahlen. Erwerben Sie solche Aktien von Ihrem Arbeitgeber, kann das als Arbeitslohn gelten – und ist damit steuerpflichtig. Verbilligte Aktien zählen zum Arbeitslohn, wenn Ihr Chef Ihnen diesen Vorteil als Anerkennung für Ihre Arbeitsleistung gewährt.

Komplizierter Fall vor dem Bundesfinanzhof

Geldwerte Vorteile vom Chef

Als Arbeitnehmer bekommt man in der Regel einen monatlichen Lohn. In manchen Fällen gibt es neben dem Lohn auch sogenannte Sachbezüge – also zum Beispiel einen Laptop, Restaurantschecks oder einen Dienstwagen. Diese Sachbezüge werden im Steuerrecht geldwerter Vorteil genannt. Manche geldwerte Vorteile wie der Dienstwagen müssen versteuert werden. Viele weitere geldwerte Vorteile sind allerdings steuerfrei. Lesen Sie mehr dazu in unserem


STEUER ABC
Was ist ein geldwerter Vorteil?


Um solche verbilligten Aktien ging es in einem Fall, der den Bundesfinanzhof beschäftigte. Der Kläger war im Streitjahr 1997 als Vorstand in einer Aktiengesellschaft (AG) tätig. Sein Kollege, Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär, veräußerte 1997 und im darauf folgenden Jahr Aktien der AG aus seinem Privatvermögen unter anderem an Mitarbeiter und deren Angehörigen. Unter den Käufern war auch die Ehefrau des Klägers. Lohnsteuerliche Konsequenzen hatte der Kauf für den Kläger in seiner Firma nicht – er musste die Aktien also nicht als Arbeitslohn versteuern.

Das Finanzamt forderte allerdings, dass der Erwerb der verbilligten Aktien vom Kläger als Arbeitslohn zu versteuern sei. Der Kläger legte Einspruch ein, nun musste das Finanzgericht Köln entscheiden. Doch auch die Richter aus Nordrhein-Westfalen waren der Auffassung, dass der Kläger die verbilligten Aktien als Arbeitslohn versteuern müsse. Wieder legte der Kläger Einspruch ein, der Fall wanderte vor den Bundesfinanzhof.

Bundesfinanzhof nimmt Stellung und gibt den Fall an das Finanzgericht Köln zurück

Die Richter des Bundesfinanzhofs vertreten eine andere Auffassung als die Kollegen aus Köln. Die Leistung des Arbeitgebers – in diesem Fall also die verbilligten Aktien – müsste sich im weitesten Sinne als "Gegenleistung für das Zurverfügungstellen der individuellen Arbeitskraft des Arbeitnehmers" erweisen. Dagegen liege kein Arbeitslohn vor, wenn die Zuwendung wegen anderer Rechtsbeziehungen oder wegen "sonstiger, nicht auf dem Dienstverhältnis beruhender Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber" gewährt wird, so die Richter. Welche der beiden Sachverhalte zutreffe, könne man nur im Einzelfall und im Detail prüfen. Aus diesem Grund wies der Bundesfinanzhof die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Finanzgericht zurück.

Zweiter Rechtsgang soll Klarheit bringen

Das Finanzgericht Köln muss jetzt im zweiten Rechtsgang genau überprüfen, ob das Ehepaar die verbilligten Aktien aufgrund des Dienstverhältnisses des Mannes bekommen hat, oder ob der Verkauf auf einer besonderen persönlichen Beziehung beruht. Ein Urteil aus Köln steht noch aus.

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