Beratersuche starten
Berater suchen
Servicetelefon
06321 96 39 96 9

So funktioniert die nachgelagerte Besteuerung

Bei einer nachgelagerten Besteuerung wird die Steuer nicht sofort einbehalten, sondern zu einem späteren Zeitpunkt – wie zum Beispiel bei der Riester-Rente.

Mit anderen teilen
So funktioniert die nachgelagerte Besteuerung

Die private Altersvorsorge liegt den Deutschen am Herzen: 15,64 Millionen Riester-Verträge sind seit 2001 in Deutschland abgeschlossen worden – allein 78.000 Neuverträge Juli bis September 2012. Was viele Sparer allerdings nicht wissen: Die Riester-Rente wird nachgelagert besteuert. Das gilt übrigens auch für die gesetzliche Rente und die betriebliche Altersvorsorge.

Was das bedeutet, zeigt unser Beispiel:

David ist 30 Jahre alt und möchte privat fürs Alter vorsorgen. Er schließt einen Riester-Vertrag ab. Seine monatlichen Beiträge, die er in den Riester-Vertrag einzahlt, kann er als Sonderausgaben von der Steuer absetzen – immerhin bis zu 2.100 Euro pro Jahr.

Nun kann es aber auch sein, dass die staatlichen Zulagen (unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 154 Euro pro Jahr) einen größeren steuerlichen Vorteil bringen als der Sonderausgabenabzug. Das prüft das Finanzamt für David im Rahmen der Günstigerprüfung. Was das im Detail bedeutet, können Sie in unserem Artikel Günstigerprüfung: Finanzamt sucht günstigste Variante nachlesen.

So weit, so gut. Die Günstigerprüfung ergibt, dass der Sonderausgabenabzug David mehr Geld bringt als die staatlichen Zulagen. Er wird also durch den Sonderausgabenabzug vom Fiskus entlastet. Sobald David aber mit 67 Jahren aufhört zu arbeiten und seine Riester-Rente monatlich ausgezahlt bekommt, muss er diese Rente mit seinem persönlichen Steuersatz voll versteuern. Das ist die nachgelagerte Besteuerung. Das heißt konkret: Während der Ansparphase Steuerfreiheit, in der Rentenphase Steuerpflicht.

Im Alter sinkt in der Regel der Steuersatz

David muss also die Auszahlungen der Riester-Rente voll versteuern – und zwar mit seinem persönlichen Steuersatz. Der persönliche Steuersatz ist der Durchschnittssteuersatz für das gesamte Einkommen. Verdient David zum Beispiel 30.000 Euro im Jahr, liegt sein Steuersatz bei 18,75 Prozent. Wie sich der persönliche Steuersatz errechnet, erklären wir Ihnen in unserem Steuer ABC Was ist der persönliche Steuersatz? Im Rentenalter sinkt aber oft das Jahreseinkommen, weil die Rente in der Regel niedriger ist als der Arbeitslohn. Entsprechend fällt dann auch der Steuersatz niedriger aus.

So kam es zur nachgelagerten Besteuerung

2005 hat die Bundesregierung im Rahmen des sogenannten Alterseinkünftegesetzes die nachgelagerte Besteuerung eingeführt. Davor war die Situation wie folgt: Bekam jemand eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, wurde diese nur mit dem Ertragsanteil besteuert - ging man vor 2005 mit 65 Jahren in Rente, lag der Ertragsanteil bei 27 Prozent. Das galt allerdings nicht für Beamte: Sie mussten ihre Pensionen in voller Höhe versteuern. Da Menschen in Deutschland aber gleich behandelt werden sollen, trat das Alterseinkünftegesetz in Kraft. Und damit auch die nachgelagerte Besteuerung.

Mit anderen teilen