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Arztkosten sind nur dann absetzbar, wenn die PKV nicht zahlt

Mitglieder einer privaten Krankenversicherung (PKV) können Krankheitskosten, die die Versicherung nicht übernimmt, von der Steuer absetzen.

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Arztkosten sind nur dann absetzbar, wenn die PKV nicht zahlt.

Das Finanzamt akzeptiert Krankheitskosten nur dann als außergewöhnliche Belastung, wenn sie zuvor bei der Krankenversicherung eingereicht wurden.

Erst wenn Ihre Versicherung nicht zahlt, können Sie die Kosten als außergewöhnliche Belastung in Ihrer Steuererklärung angeben. Das hat jetzt das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschieden.

Alle Details und Erklärungen zum Thema finden Sie in unserem Steuer ABC Was sind außergewöhnliche Belastungen?

1. Private Krankenversicherung

Private Krankenversicherung. Wer Mitglied einer privaten Krankenversicherung ist, zahlt alle seine Rechnungen zum Beispiel für den Arzt, Medikamente oder die Fahrtkosten zum Arzt erst mal aus eigener Tasche. Danach schickt er sämtliche Rechnungen an seine Krankenkasse, die – je nach Versicherungsgrad – alles oder einen Teil übernimmt.

2. Gesetzliche Krankenversicherung

Gesetzliche Krankenversicherung. Die Mitglieder erhalten eine Chip-Karte, die sie bei jedem Arztbesuch vorzeigen. Die Arzthelferin liest die Karte ein, die Arztkosten und auch die verschriebenen Medikamentenkosten werden automatisch über die Krankenkasse abgerechnet.

Geklagt hatte ein Ehepaar, das in einem Jahr Arzt- und Medikamentenrechnungen von fast 5.000 Euro zahlen musste. Das Paar schickte die Rechnungen nicht an seine private Krankenversicherung, sondern gab die Kosten als außergewöhnliche Belastung in seiner Steuererklärung an.

Kosten der Allgemeinheit aufbürden ist nicht gerechtfertigt

Den Richtern des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz zufolge besteht eine "außergewöhnliche Belastung" in der Regel nur dann, wenn die Kosten den Steuerzahler tatsächlich wirtschaftlich belasten. Das sei im Falle des Ehepaares nicht so: Die Krankenversicherung hätte die Kosten zu 80 bzw. zu 100 Prozent übernommen, wenn das Paar die Rechnungen eingereicht hätte. Stattdessen wollten die beiden nicht nur die Rückerstattung ihrer knapp 5.000 Euro Arztkosten vom Staat, sondern auch die Prämie ihrer Versicherung.

Aber die eigenen Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen und dabei doppelt Geld sparen sei nicht gerechtfertigt, so die Richter. Wer mehr zum Urteil und der Urteilsbegründung wissen möchte, hier das Aktenzeichen des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz: 2 V 1883/11.

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