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Fitnessstudio: Beiträge von der Steuer absetzen

Treiben Sie Sport, um eine Krankheit loszuwerden? Dann können Sie die Kosten fürs Fitnessstudio absetzen. Doch die Hürden des Finanzamts sind hoch.

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Fitnessstudio: Beiträge von der Steuer absetzen

Muskelverspannungen, Bandscheibenvorfall und Hexenschuss – fast jeder Deutsche kann ein Lied davon singen. Denn laut DAK-Gesundheitsreport 2015 sind Rückenschmerzen Volkskrankheit Nummer 1. Helfer in der Not in diesem und in vielen anderen Krankheitsfällen ist Bewegung, zum Beispiel in einem Fitnessstudio. Im Krankheitsfall ist Ihr Mitgliedsbeitrag steuerlich absetzbar - zumindest theoretisch. In der Praxis ist es allerdings schwierig, die beiden Voraussetzungen des Finanzamts zu erfüllen.

Voraussetzung 1: Sport fördert Linderung oder Heilung Ihrer Krankheit

Die Richter des Bundesfinanzhofs haben genau festgelegt, unter welchen Umständen Sie die Kosten für das Fitnesstraining in Ihrer Steuererklärung eintragen können. Zuerst einmal, müssen Sie belegen können, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen trainieren und dass der Sport für die Linderung oder Heilung Ihrer Krankheit erforderlich ist. Als Nachweis dafür dient eine amtsärztliche Bescheinigung.

So eine Bescheinigung zu bekommen, ist umständlich: Zuerst brauchen Sie ein Attest Ihres Hausarztes. Damit ausgerüstet müssen Sie einen Termin bei Ihrem Gesundheitsamt vereinbaren – hier treffen Sie Ihren Amtsarzt. Auch er wird Sie untersuchen und ist dabei zumeist strenger als Ihr Hausarzt. Bestätigt er die Diagnose Ihres Hausarztes, bekommen Sie die amtsärztliche Bescheinigung. Bitte beachten Sie: Dieses Attest muss – und das ist ganz wichtig – bereits vor Beginn des Trainings ausgestellt werden.

Voraussetzung 2: Ein Arzt oder Heilpraktiker leitet das Training an

Bei der zweiten Voraussetzung wird’s kniffelig. Damit das Finanzamt die Kosten anerkennt, muss das Training im Fitnessstudio "nach genauer Einzelverordnung und unter Verantwortung eines Arztes, Heilpraktikers oder einer sonst zur Ausübung der Heilkunde zugelassenen Person" stattfinden. Ihre Übungen müssen also regelmäßig unter ärztlicher oder krankengymnastischer Aufsicht erfolgen. Das Problem: Kaum ein Trainer in einem Fitnessstudio verfügt über eine solche Zulassung. Sie müssen sich also um eine persönliche Betreuung bemühen – und das kann schnell teuer werden.

Übrigens:

Manche gesetzliche Krankenkassen fördern einen gesunden Lebensstil und geben Mitgliedern einen Zuschuss zum Fitnessstudio. Ist das bei Ihnen der Fall, müssen Sie die Erstattung der Krankenkasse von Ihren Kosten abziehen. Nur der Teil, der übrig bleibt, kann in der Steuererklärung eingetragen werden. Übernimmt Ihre Krankenkasse Ihren Mitgliedsbeitrag fürs Fitnessstudio komplett, können Sie die Kosten nicht in Ihrer Steuererklärung eintragen.


Kosten Fitnessstudio zählen zu den außergewöhnlichen Belastungen

Nehmen wir einmal an, Sie haben beide Voraussetzungen erfüllt und können die Kosten für Ihr Sportstudio von der Steuer absetzen. Ihr Mitgliedsbeitrag gehört dann steuerlich gesehen zu den außergewöhnlichen Belastungen. Hier wartet die nächste Hürde auf Sie: Nur wenn Ihre außergewöhnlichen Belastungen die sogenannte zumutbare Belastungsgrenze überschreiten, können Sie die Kosten geltend machen. Unser Artikel zeigt Ihnen anschaulich, wie das genau funktioniert: Außergewöhnliche Belastungen.

Natürlich stehen Ihnen unsere Beraterinnen und Berater in Steuerfragen zur Seite. Finden Sie hier einen Berater in Ihrer Nähe: Beratersuche.

 

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