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Pressesprecherin Christina Georgiadis

Pressemitteilung

Fiskus fördert Flüchtlingshilfe: Unterhaltszahlungen sind absetzbar

Menschen helfen und Steuern sparen: Das geht gut zusammen, gerade in der Flüchtlingskrise. Viele Bundesbürger setzen zum Beispiel ihre Spenden an Hilfsorganisationen steuerlich ab. Andere gewähren einem Geflüchteten direkte finanzielle Unterstützung und können dabei unter bestimmten Voraussetzungen für das Jahr 2016 bis zu 8.652 Euro geltend machen. Die VLH erklärt, wie’s funktioniert und was dabei zu beachten ist.

Wer einen Geflüchteten direkt finanziell unterstützt, kann das unter bestimmten Bedingungen steuerlich berücksichtigen lassen:

1. Der Hilfsbedürftige muss eine Aufenthalts- und Niederlassungserlaubnis nach § 23 AufenthG haben.

2. Bei der Hilfe muss es sich um Unterhaltszahlungen handeln, also um Zuwendungen zur Existenzsicherung.

Solche Unterhaltszahlungen kann der Helfer in der Regel als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Auf diese Weise sind in der Steuererklärung 2016 maximal 8.652 Euro absetzbar.

Unterhaltsempfänger muss nicht zur Familie gehören

Diese Regelung trifft auch zu, wenn weder eine gesetzliche Unterhaltspflicht noch ein Verwandtschaftsverhältnis bestehen. Auch die Aufnahme eines Geflüchteten in den eigenen Haushalt ist nicht erforderlich. Es reicht, wenn der Helfende eine schriftliche Verpflichtung nach § 68 AufenthG eingeht, die Aufwendungen für den Lebensunterhalt des Flüchtlings zu übernehmen.

Wichtig dabei: Dieser Paragraf bringt auch Pflichten mit sich, die mit der möglichen Steuerersparnis verglichen werden sollten. So haftet der Unterzeichner unbefristet für Miete und Lebensunterhalt des Ausländers. Außerdem sind alle öffentlichen Mittel zu erstatten, die für seinen Lebensunterhalt (inkl. Versorgung mit Wohnraum bzw. im Krankheits- und Pflegefall) aufgewendet werden.

Wer eine Verpflichtungserklärung eingeht und die Unterhaltszahlungen absetzen möchte, muss Quittungen und Belege im Zusammenhang mit dieser Hilfe sammeln. So lässt sich nachweisen, dass der Steuerpflichtige auch wirklich für den Lebensunterhalt des Geflüchteten aufgekommen ist.

Ein Sonderfall tritt ein, wenn jemand einen Flüchtling tatsächlich im eigenen Haushalt aufnimmt. Dann setzt der Fiskus gemeinhin automatisch den Höchstbetrag für Unterhaltszahlungen an, also die 8.652 Euro als steuerfreies Existenzminimum (Stand: 2016).

Über die VLH

Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH) ist mit mehr als 850.000 Mitgliedern und rund 3.000 Beratungsstellen Deutschlands größter Lohnsteuerhilfeverein. Die VLH stellt außerdem die meisten nach DIN 77700 zertifizierten Berater: Von drei zertifizierten Beratern aller Lohnsteuerhilfevereine sind zwei von der VLH. Gegründet im Jahr 1972, erstellt die VLH für ihre Mitglieder die Einkommensteuererklärungen im Rahmen der gesetzlichen Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG.

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