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Mehr Netto dank Freibetrag

Sie erwartet: Ausführliche Infos rund um den Freibetrag und die fünf gängigsten Freibeträge im Überblick.

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Mehr Netto dank Freibetrag

Vereinfacht gesagt ist der Freibetrag ein Betrag, der von Ihrem Jahreseinkommen abgezogen wird, bevor die Steuer dafür berechnet wird. Das bedeutet, dass Sie für diesen Teil des Gesamteinkommens keine Steuern bezahlen müssen – ein Freibetrag entlastet Sie also finanziell.

Übrigens:

Freibetrag und Freigrenze – auch wenn die beiden Begriffe sehr ähnlich klingen, meinen sie steuerlich doch etwas anderes. Während beim Freibetrag nur versteuert werden muss, was den Freibetrag überschreitet, trifft es Steuerzahler bei der Freigrenze härter. Überschreiten Sie zum Beispiel bei einem Sachbezug wie einem Tankgutschein die Freigrenze von 44 Euro auch nur um einen Euro, müssen Sie den gesamten Betrag versteuern.

Freibetrag beantragen und monatlich sparen

Wer monatlich viele Ausgaben wie zum Beispiel hohe Fahrt- oder Krankheitskosten hat und nicht erst am Jahresende sparen will, kann sich den Freibetrag auch auf der elektronischen Lohnsteuerkarte eintragen lassen. So zieht der Arbeitgeber monatlich automatisch weniger Steuern und Sozialabgaben ab und es bleibt mehr Netto vom Brutto. Aber Achtung: Wird ein Freibetrag eingetragen, muss man auch zwingend eine Steuererklärung abgeben!

Voraussetzung für die Eintragung des Freibetrags ist, dass Ihre Ausgaben höher sind als 600 Euro. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Bei den Werbungskosten liegt die Grenze höher. Sie müssen regelmäßig höhere Kosten als 1.600 Euro haben. Warum? Nun, zuerst müssen Ihre Ausgaben die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro überschreiten, dann kommen die benötigten 600 Euro für den Eintrag des Freibetrags hinzu.

Sie erfüllen die Voraussetzung? Dann können Sie den Freibetrag beantragen. Dazu müssen Sie das sechsseitige Formular „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung 2017“ ausfüllen und bei Ihrem zuständigen Finanzamt abgeben.

Sie haben Fragen zum Formular? Unsere Beraterinnen und Berater übernehmen nicht nur das Ausfüllen des Antrags gerne für Sie, sondern erstellen auch Ihre Steuererklärung. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

Frist beachten: Freibetrag bis 30.11. eintragen lassen

Bis zum 30. November eines Jahres müssen Sie den Freibetrag beim Finanzamt eintragen lassen, wenn Sie den Freibetrag noch im laufenden Jahr nutzen möchten. Das kann sich zum Beispiel lohnen, wenn im Dezember eine hohe Einmalzahlung wie ein Bonus ansteht, denn der komplette Freibetrag wird dann im Dezember angerechnet.

Ist das nicht der Fall und Sie wollen, dass der Freibetrag gleichmäßig jeden Monat berücksichtigt wird, sollten Sie den Freibetrag schon im Dezember für das Folgejahr eintragen lassen. So wird der Freibetrag gleichmäßig auf zwölf Monate verteilt.

Freibetrag ist zwei Jahre gültig

Leider ist ein einmal eingetragener Freibetrag nicht für immer gültig – im Gegenteil. Ein Freibetrag gilt zwei Jahre und muss dann wieder neu beantragt werden. Immerhin: Nach zwei Jahren müssen Sie nur noch zwei Formularseiten ausfüllen statt sechs, sofern sich an Ihrer Einkommenssituation nicht viel geändert hat.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Wenn die genehmigte Lohnsteuerermäßigung nicht mehr der Realität entspricht, sollten Sie das sofort dem Finanzamt mitteilen.

Die Fakten zu Freibeträgen kurz zusammengefasst:

  • Ein Freibetrag hilft beim Steuern sparen.
  • Voraussetzung für einen Freibetrag sind hohe Ausgaben von mehr als 600 Euro, bzw. bei Werbungskosten von mehr als 1.600 Euro.
  • Der Freibetrag muss bis zum 30.11. beim Finanzamt beantragt werden.
  • Ein genehmigter Freibetrag ist zwei Jahre gültig.  

Die 5 wichtigsten Freibeträge im Überblick

Nachdem nun die wichtigsten Fragen rund um das Thema Freibetrag beantwortet sind, zeigen wir Ihnen die wichtigsten Freibeträge im Überblick.

  1. Grundfreibetrag
    Jedem Arbeitnehmer steht automatisch der sogenannte Grundfreibetrag zu. Der Grundfreibetrag liegt 2017 bei 8.820 Euro jährlich, für Ehepaare verdoppelt sich der Betrag. Liegen Ihre Einkünfte unter diesem Betrag, müssen Sie keine Steuern zahlen.

  2. Kinderfreibetrag
    Eltern steht der Kinderfreibetrag in Höhe von 7.356 Euro pro Jahr zu. Der Kinderfreibetrag lohnt sich bei Alleinerziehenden ab etwa 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen, für Eheleute ab 60.000 Euro.

  3. Alleinerziehendenentlastungsbetrag
    Alleinerziehende können in Steuerklasse II (2) wechseln und sich somit den Entlastungsbetrag sichern. Der Alleinerziehendenentlastungsbetrag liegt bei 1.908 Euro jährlich für das erste Kind, für jedes weitere Kind gibt es je 240 Euro zusätzlich. Sobald Sie in Steuerklasse II (2) sind und eine Steuererklärung mit der Anlage Kind abgeben, prüft das Finanzamt, ob Sie alle Voraussetzungen für diesen Freibetrag erfüllen.

  4. Ausbildungsfreibetrag
    Unterstützen Eltern ihr Kind finanziell während der Ausbildung, steht ihnen unter bestimmten Voraussetzungen der Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 924 Euro pro Jahr zu. Auch bei diesem Freibetrag prüft das Finanzamt bei der Abgabe der Steuererklärung, ob Sie alle Voraussetzungen erfüllen.

  5. Übungsleiterfreibetrag und Ehrenamtsfreibetrag
    Wer sich ehrenamtlich engagiert, kann dank Übungsleiterfreibetrag und Ehrenamtsfreibetrag bei der Steuererklärung profitieren. Der Übungsleiterfreibetrag sorgt dafür, dass die Vergütung des ehrenamtlichen Übungsleiters bis zu 2.400 Euro pro Jahr steuerfrei bleibt. Ehrenamtliche, die sich in einem gemeinnützigen Verein engagieren, können den Ehrenamtsfreibetrag in Höhe von 720 Euro jährlich nutzen. Sie ahnen es schon: Nach Abgabe der Steuererklärung prüft das Finanzamt auch bei diesen Freibeträgen, ob Sie Ihnen zustehen.
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Quellen