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Hund, Katze, Pferd: Kosten für Haustiere von der Steuer absetzen

Ob Tierarzt oder Haftpflicht, Steuer oder Futter, wer ein Haustier hat, gibt eine Stange Geld aus. Wir zeigen, was Sie davon absetzen können.

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Hund, Katze, Pferd: Kosten für Haustiere von der Steuer absetzen

30 Millionen – so viele Katzen, Hunde, Kleinsäuger und Vögel leben in deutschen Haushalten. Lieblingstier der Deutschen ist übrigens die Katze: 12,9 Millionen Samtpfoten leben in 22 Prozent der Haushalte. Auf dem zweiten Platz liegt der Hund mit immerhin noch 7,9 Millionen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Erhebung, die der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V. und der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) e.V. in Auftrag gegeben haben.

Was Aufwand und Kosten angeht, gibt es riesige Unterschiede. Klar, ein Fisch braucht weniger Platz als ein Pferd und ein Vogel frisst weniger als ein ausgewachsener Hund. Aber eines haben alle Tiere gemeinsam: Sie kosten Geld. Immerhin: An manchen Kosten kann man das Finanzamt beteiligen. In unserem Video geben wir Ihnen in Sekundenschnelle einen Überblick, was Sie in Ihrer Steuererklärung eintragen können und was nicht.

Das ging Ihnen zu schnell? Dann lesen Sie hier in Ruhe weiter.

Tierarztkosten: grundsätzlich nicht absetzbar

Ob Impfung, Zeckenschutz oder OP, ein Tierarztbesuch kann richtig teuer werden. Schlechte Nachricht für alle Haustierbesitzer: Das Finanzgericht Nürnberg hat entschieden, dass die Kosten für den Tierarzt weder Handwerkerleistungen noch haushaltsnahe Dienstleistungen sind. Die Konsequenz ist, dass Sie als Tierhalter auf den Tierarztkosten alleine sitzen bleiben. Es gibt keinen Steuervorteil.

Es gibt eine Ausnahme: Halten Sie ein Tier nur aus beruflichen Gründen – dazu gehören zum Beispiel Polizeipferde oder Therapiehunde – können Sie die Tierarztkosten von der Steuer absetzen. Und zwar als Werbungskosten. Sie haben einen sogenannten Gebrauchshund, also einen Hund, den Sie aus beruflichen Gründen halten? Dann können Sie noch viel mehr Kosten absetzen. Dazu später mehr.

Tierhaftpflichtversicherung: absetzbar

Sie haben eine Tierhaftpflichtversicherung abgeschlossen, also zum Beispiel eine Hundehaftpflicht? Dann können Sie steuerlich profitieren, denn eine Tierhaftpflichtversicherung gehört wie die eigene Haftpflicht zu den privaten Versicherungen. Somit können die Kosten dafür als Sonderausgabe in der Steuererklärung eingetragen werden – sofern der Höchstbetrag noch nicht überschritten ist. Was es damit auf sich hat, erklärt Ihnen unser Steuer ABC Was sind Sonderausgaben? ganz ausführlich.

Hundesteuer: nicht absetzbar

Wussten Sie, dass es die Hundesteuer in Deutschland schon seit rund 200 Jahren gibt? So galt am 28. Oktober 1810 die sogenannte Luxussteuer. Die Idee dahinter war, platt gesagt: Wer genug Geld hat, einen Hund aus Spaß an der Freude zu halten, der soll dafür auch Steuern zahlen. Dieses Gesetz hat bis heute Bestand.

Wie hoch die Hundesteuer ist, hängt von der Gemeinde ab, in der der Hundebesitzer lebt. Da die Hundesteuer als eine private Ausgabe gilt, die zu den Lebenshaltungskosten zählt, können Sie die Kosten dafür nicht von der Steuer absetzen. Gleiches Spiel beim Futter, dem Schlafplatz oder dem Zubehör: All das können Sie nicht in Ihrer Steuererklärung eintragen.

Hundefriseur: absetzbar – unter einer Bedingung

Schneiden, scheren, trimmen – Fellpflege bei Hund und Katze ist ein notwendiges Übel. Übernimmt ein Hundefriseur das für Sie, können Sie die Kosten von der Steuer absetzen. Und zwar als haushaltsnahe Dienstleistung. Der Name lässt aber auch schon die Einschränkung vermuten: Der Hundefriseur muss das Haustier tatsächlich im Haushalt von Herrchen oder Frauchen frisieren. Gehen Sie in einen Hundesalon in der Stadt, können Sie die Kosten nicht absetzen.

Kleiner Tipp am Rande: Damit Sie die Kosten absetzen können, müssen Sie die Rechnung per Überweisung bezahlen. Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an.

Die Betreuung des Vierbeiners: absetzbar – unter einer Bedingung

Der Bundesfinanzhof, Deutschlands höchstes Gericht für Steuern, hat 2015 entschieden, dass die Betreuung eines Haustiers in den eigenen vier Wänden des Tierbesitzers als haushaltsnahe Dienstleistung absetzbar sein kann. Denn das Füttern, die Fellpflege und die Reinigungsarbeiten sowie das Ausführen und Spielen, seien Aufgaben, die regelmäßig anfallen und üblicherweise vom Besitzer selbst erledigt werden.

Ist Herrchen oder Frauchen auf Arbeit oder ohne den Vierbeiner im Urlaub, müssen die Aufgaben von einem Dienstleister übernommen werden – dementsprechend können Sie die Kosten dafür auch in der Steuererklärung eintragen. Aber Achtung: Bei der Betreuung Ihres Haustiers gilt die gleiche Einschränkung wie beim Hundefriseur. Kommt der Vierbeiner in eine Hundepension oder eine Hundetagesstätte, können Sie die Kosten nicht absetzen. Für eine Steuerersparnis muss das Tier tatsächlich bei Ihnen zu Hause betreut werden.

Denken Sie auch bei der Betreuung Ihrer Fellnase daran, dass Sie eine Rechnung brauchen und diese per Überweisung begleichen müssen. Außerdem können nur die Arbeits- und Fahrtkosten abgesetzt werden, nicht aber die Kosten für Futter und andere Materialien.

Vorteile bei der Tierhaltung aus beruflichen Gründen

Wie oben schon erwähnt: Wer ein Tier aus beruflichen Gründen hält, genießt deutlich mehr Steuervorteile. Wie kam es dazu? Nun, der Bundesfinanzhof hat 2010 entschieden, dass ein Diensthund als Arbeitsmittel anzusehen ist. Die Konsequenz aus diesem Urteil ist, dass ein Diensthund im Steuerrecht zum Beispiel den Fahrten zur Arbeit oder Fachbüchern gleichgesetzt ist.

Entsprechend kann der Besitzer alle Kosten für die Pflege des Tieres – dazu zählen eben auch Futter, Leine oder Hundegeschirr und Tierarzt – als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Wichtig: Sammeln Sie alle Quittungen und notieren Sie genau, worum es sich handelt. Eine allgemeine Bezeichnung wie „Hundezubehör“ reicht dem Finanzamt nicht aus. Erstattet Ihnen Ihr Arbeitgeber Kosten für das Tier, müssen Sie diese Erstattungen natürlich mit Ihren Ausgaben verrechnen.

Übrigens:

Bei einem Gebrauchshund oder Diensthund wird auch keine Hundesteuer fällig. Denn der Hund dient in diesem Fall der „Einkünfteerzielung“ und ist kein Spielkamerad. Deshalb muss für den vierbeinigen Kollegen auch keine Hundesteuer bezahlt werden.

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