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Lohnsteuervorauszahlung auch für Arbeitnehmer möglich?

Auch Angestellte können vom Finanzamt einen Vorauszahlungsbescheid erhalten. Die Summe kann gegebenenfalls reduziert werden.

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Lohnsteuervorauszahlung auch für Arbeitnehmer möglich?

Angestellten wird die Lohnsteuer in der Regel direkt vom Lohn abgezogen. Daher kennen die meisten Arbeitnehmer Steuervorauszahlungen nur von Unternehmern, Selbstständigen oder Freiberuflern. Doch auch Angestellten kann passieren, dass das Finanzamt sie zu einer Lohnsteuervorauszahlung auffordert. Betroffen sind vor allem Ehepaare mit der Steuerklasse III (3) und V (5).

Warum kann es auch Arbeitnehmer treffen?

Hintergrund: Mit dem Bürgerentlastungsgesetz haben sich Änderungen bei der steuerlichen Berücksichtigung von Renten- und Krankenkassenbeiträgen ergeben. Danach muss der Arbeitgeber im Lohnsteuerabzugsverfahren eine sogenannte Vorsorgepauschale berücksichtigen. Bei der Steuererklärung werden hingegen nicht die Pauschalen, sondern die tatsächlichen Versicherungsbeiträge herangezogen. Sind die geleisteten Beiträge niedriger als die Vorsorgepauschale, wurde zu wenig Lohnsteuer einbehalten und der Steuerzahler muss nachzahlen. Und wenn man über das Jahr hinweg weniger Steuern bezahlt, als man müsste, kann das Finanzamt für das kommende Jahr Lohnsteuervorauszahlung einfordern.

Übrigens:

Die kritische Marke liegt bei 400 Euro. Hat das Finanzamt nach der letzten Steuererklärung mehr als diese 400 Euro zurückgefordert, kann es für das nächste Steuerjahr Vorauszahlungen festsetzen.

Wann ist eine Lohnsteuervorauszahlung fällig?

Der Vorauszahlungsbescheid kommt in der Regel mit dem Steuerbescheid. Darin ist genau festgelegt, wieviel Sie zahlen müssen und wann die Zahlungen fällig werden. Denn die Termine für die Vorauszahlungen sind gesetzlich definiert: Das Geld muss alle drei Monate jeweils zum 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember beim Finanzamt sein. Am besten richten Sie einen Dauerauftrag ein, denn wer nicht rechtzeitig überweist, dem droht ein Verspätungszuschlag.

Übrigens:

Neben Einkommensteuer müssen Sie auch Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer im Voraus entrichten.

Kann ich etwas dagegen tun?

Grundsätzlich müssen Sie einem Vorauszahlungsbescheid Folge leisten. Doch mitunter fallen die geforderten Summen deutlich höher aus, als die Nachforderung für das vergangene Jahr. Denn das Finanzamt geht immer davon aus, dass sich an Ihren Einkommens- und Familienverhältnissen der letzten Jahre nichts geändert hat.

Ist dies jedoch der Fall, haben Sie die Möglichkeit die Summe zu senken und zwar mit einem formlosen Antrag auf Herabsetzung. Die Frist dafür beträgt einen Monat nach Erhalt des Vorauszahlungsbescheids.

Bei Ehepaaren, die die Steuerklassenkombination gewechselt haben, ist dies normalerweise kein Problem. Hält das Finanzamt allerdings an der Forderung fest, können Sie sich das zu viel gezahlte Geld erst mit der nächsten Steuererklärung zurückholen.

Hinweis:

Sie haben einen Vorauszahlungsbescheid erhalten und wissen nicht, wie Sie nun vorgehen sollen? Unserer Beraterinnen und Berater helfen Ihnen gerne weiter und kümmern sich auch um die Kommunikation mit dem Finanzamt. Suchen Sie sich hier einen Berater ganz in Ihrer Nähe: Beratersuche.

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