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Änderungen durch die elektronische Lohnsteuerkarte ab 2013

Seit 2013 gibt es die elektronische Lohnsteuerkarte. Wir zeigen Ihnen die Entwicklung von der Lohnsteuerkarte aus Papier ins digitale Zeitalter.

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Änderungen durch die elektronische Lohnsteuerkarte ab 2013

Nach 88 Dienstjahren wird die Lohnsteuerkarte aus Papier von der elektronischen Lohnsteuerkarte (ELStAM) abgelöst. Welche Regeln früher für die Speicherung und Weitergabe der individuellen Steuerdaten galten und was Sie künftig erwartet – wir verschaffen Ihnen einen Überblick.

1925 bis 2010: Lohnsteuerkarte aus Papier - millionenfach bunt

Seit 1925 arbeitet die Finanzverwaltung in Deutschland mit der Lohnsteuerkarte aus Papier. Ab dem Jahr 1931 änderte sie jährlich ihre Farbe, 22 Jahre später wurde die Karte jährlich abwechselnd in den Farben rot–gelb–grün–orange gedruckt.

Das DIN A4-große Stück Pappe wurde von der Finanz- bzw. Gemeindeverwaltung an die vielen Millionen Arbeitnehmer in Deutschland verschickt. Die wiederum mussten die Lohnsteuerkarte einerseits an ihren Arbeitgeber weitergeben und andererseits beim Finanzamt die ihnen zustehenden Freibeträge eintragen lassen. Jedes Jahr aufs Neue. Nur Freibeträge für Menschen mit Behinderung wurden bereits von der Gemeinde auf der Lohnsteuerkarte eingetragen. 

Wer keine Lohnsteuerkarte vorlegte, musste auf die ihm zustehenden Freibeträge verzichten. Gleiches galt für Bezieher von Betriebsrenten. Die letzte Lohnsteuerkarte aus Papier gab die Finanzverwaltung im Jahr 2010 aus, übrigens in gelb.

2011 und 2012: Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte - zweimal verschoben

Ursprünglich sollte die elektronische Lohnsteuerkarte - kurz ELStAM für elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale - bereits zum 1. Januar 2011 eingeführt werden. Aufgrund technischer Probleme wurde die Einführung zunächst auf 2012 und schließlich auf den 1. Januar 2013 verschoben.

Für die Jahre 2011 und 2012 war die Lohnsteuerkarte 2010 weiterhin gültig, genauso die darauf eingetragenen Freibeträge. Klingt einfacher, als es für einige Arbeitnehmer war. Wer zum Beispiel im Jahr 2012 zum ersten Mal eine Lohnsteuerkarte benötigte, musste einen Antrag bei seinem zuständigen Finanzamt stellen, um eine Ersatzbescheinigung zu bekommen.

Unverheiratete Auszubildende, die ihre Lehre im Jahr 2011 oder 2012 begonnen hatten, mussten ihrem Arbeitgeber die persönliche Identifikationsnummer, Geburtstag und Religionszugehörigkeit mitteilen und gleichzeitig schriftlich bestätigen, dass es sich um das erste Dienstverhältnis handelte.

Ab 2013: Die elektronische Lohnsteuerkarte ist da - endlich einfach

Seit dem 1. Januar 2013 gilt die elektronische Lohnsteuerkarte in Deutschland. Konkret bedeutet das, dass Arbeitgeber steuerlich relevante Daten ihrer Angestellten von einer zentralen Datenbank beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) abrufen.

Gleichzeitig müssen sich Arbeitnehmer in der Regel nicht mehr um die Speicherung Ihrer Daten kümmern oder Ihre Lohnsteuerkarte an die Personalabteilung Ihres Arbeitgebers schicken. So soll das ELStAM-Verfahren Bürokratie, Kosten und Aufwand für Finanzverwaltung, Arbeitgeber und Arbeitnehmer abbauen.

Nur wenn sich bei Angestellten oder Auszubildenden etwas verändert, das steuerliche Auswirkungen hat wie Heirat oder Scheidung, müssen sie das Ihrem zuständigen Finanzamt mitteilen. Für Freibeträge gilt weiterhin: Sie müssen jedes Jahr neu beantragt werden.

Die früher oft gestellte Frage "Lohnsteuerkarte, woher bekomme ich die eigentlich?" hat sich damit heutzutage erledigt.

Übrigens:

Ihre aktuellen ELStAM, also Ihre Lohnsteuerabzugsmerkmale, finden Sie auf Ihrer monatlichen Lohnabrechnung. Sollte da mal etwas nicht stimmen - es fehlt zum Beispiel ein Kinderfreibetrag oder die Steuerklasse ist falsch -, melden Sie sich bei dem für Sie zuständigen Finanzamt. Die Beamten können den Fehler dann für Sie beheben.

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