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Brust-OP: Kosten nur bei starker Beeinträchtigung absetzbar

Ein Finanzgericht hat entschieden, dass die Kosten für eine Brustverkleinerung aus psychosomatischen Gründen nicht von der Steuer abgesetzt werden können.

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Brustoperation: Kosten nur bei starker Beeinträchtigung absetzbar

Eine unschön geformte Brust ist keine Krankheit. Deshalb können die Kosten für eine Brustverkleinerung, eine Brustvergrößerung oder auch eine Bruststraffung aus ästhetischen Gründen nicht von der Steuer abgesetzt werden. Das hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz kürzlich entschieden, denn im Steuerrecht gilt: Nur wenn durch ein Medikament, eine Therapie bzw. eine Operation eine echte Krankheit geheilt oder gelindert wird, kann man die entsprechenden Krankheitskosten von der Steuer absetzen.

Keine Krankheit: eine asymmetrische Brust

Im konkreten Fall litt eine junge Frau unter einer asymmetrischen Brust. Sie ließ ihren Busen verkleinern und straffen und trug die Gesamtkosten von über 4.600 Euro in ihrer Steuererklärung ein. Das zuständige Finanzamt war aber der Meinung, dass das keine echten Krankheitskosten seien und lehnte die Anerkennung der Kosten deshalb ab.

Daraufhin klagte die junge Frau und das Finanzgericht Rheinland-Pfalz musste entscheiden – und kam zu dem gleichen Schluss wie das Finanzamt: Eine Brustasymmetrie ist demnach keine Krankheit. Auch wenn die junge Frau deswegen psychosomatisch stark beeinträchtigt gewesen war und depressive Züge zeigt. Das sei durch eine Psychotherapie zu lindern.

Echte Krankheit: Beeinträchtigung der Körperfunktion oder Entstellung

Als echte Krankheit gelten Form oder Aussehen einer Brust, wenn eine Frau dadurch in ihren Körperfunktionen beeinträchtigt ist. Oder aber wenn die Brust "objektiv" entstellt ist, so die Richter. Was mit einer objektiven Entstellung gemeint ist, erklärten die Richter so: Es ist eine erhebliche körperliche Auffälligkeit, die "naheliegende Reaktionen der Mitmenschen wie Neugier oder Betroffenheit" auslöst.

Die körperliche Auffälligkeit muss den Richtern zufolge so stark ausgeprägt sein, dass andere das quasi im Vorbeigehen bemerken. Dadurch würde "die Betroffene ständig viele Blicke auf sich ziehen und zum Objekt besonderer Beachtung anderer" werden. Sie würde sich "deshalb aus dem Leben in der Gemeinschaft zurückzuziehen" und es drohe eine Vereinsamung. Ist das der Fall, können die Kosten für eine Brustoperation von der Steuer abgesetzt werden – zumindest den Teil, den die Krankenkasse nicht übernimmt.

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