Beratersuche starten
Berater suchen
Servicetelefon
06321 96 39 96 9

Verkaufsportale müssen Daten fürs Finanzamt offen legen

ebay, Amazon, Mobile.de: Seit Jahren fahnden Beamte im Netz nach Steuersündern. Jetzt müssen die Portale Details über ihre Verkäufer preisgeben.

Mit anderen teilen
Verkaufsportale müssen Daten fürs Finanzamt offen legen

Möglich macht das ein Urteil des Bundesfinanzhofs. Demnach müssen die Portalbetreiber auf Anfrage des Finanzamts nicht nur Name, Adresse und Bankverbindung einer Person weitergeben, sondern auch alle Verkäufe auflisten.

Im Visier der Steuerfahnder sind neben den klassischen Verkaufsportalen auch Portale für Geldanlagen wie Smava.de oder Auxmoney.com.

Betroffen sind Hobby-Verkäufer und Profi-Anbieter

Für Sie als Online-Verkäufer bedeutet das: Egal, ob Sie professioneller Händler oder gelegentlicher Privatverkäufer sind – wenn Sie übers Internet Dinge mit steuerpflichtigem Gewinn verkaufen, kann das Finanzamt das jetzt ganz einfach nachvollziehen.

Steuerfahndung im Netz

Mit der Suchmaschine XPider ermitteln die Beamten des Bundeszentralamts für Steuern, wer über einen längeren Zeitraum oft oder viel Ware verkauft. Weil XPider gleichzeitig Querverbindungen zu den Daten der Behörde herstellt, kommen die Beamten schnell zu den Verkäufern – selbst dann, wenn diese ein Pseudonym benutzen, wie Stiftung Warentest auf seinem Portal www.test.de berichtet.

Wann Sie Steuern auf Ihren Verkaufsgewinn zahlen müssen

In der Vergangenheit haben sich bereits einige Finanzgerichte mit dem Thema befasst. Zusammenfassend gesagt gilt Folgendes:

Sie müssen Steuern auf Ihre Gewinne zahlen, wenn Sie sich wie ein Händler verhalten, das heißt, Sie

  • dauerhaft ertragreiche Geschäfte machen oder
  • gezielt Ware kaufen, um sie mit Gewinn wieder zu verkaufen.

Als professioneller Händler können Umsatz- und Gewerbesteuer anfallen.

Übrigens:

Der vollständige oder teilweise Verkauf einer privaten Sammlung unterliegt nicht der Umsatzsteuer. Dazu gehören beispielsweise Briefmarken, Münzen oder historische Fahrzeuge. Im Zweifel muss hier jedoch der Einzelfall geprüft werden.

Privatpersonen: Veräußerungsgewinne bis 599,99 Euro steuerfrei

Verkaufen Sie als Privatperson nur ab und an Einzelstücke – wie zum Beispiel gelegentlich eine Münze, ein Buch oder ein Kunstwerk – müssen Sie darauf in der Regel keine Steuern zahlen. Denn der Verkauf gilt als "privates Veräußerungsgeschäft".

Bei privaten Veräußerungsgeschäften ist die Regel: Haben Sie das Gold, die Antiquitäten, den Schmuck oder ähnliches selbst vor über einem Jahr gekauft, können Sie die Dinge steuerfrei weiterverkaufen. Es spielt keine Rolle, wie hoch Ihr Veräußerungsgewinn ist. Verkaufen Sie die Dinge allerdings innerhalb von zwölf Monaten nach dem Kauf, sind die Gewinne nur bis 599,99 Euro steuerfrei. Ab 600 Euro müssen Sie den Gewinn in voller Höhe als sogenannte sonstige Einkünfte versteuern.

Übrigens:

Haben Sie Veräußerungsgewinne erzielt, aber nicht in Ihrer Steuererklärung angegeben, wird das Finanzamt nachhaken und Sie ermahnen. Jetzt sollten Sie reagieren. Denn tun Sie das nicht, kann es Ihnen im schlimmsten Fall passieren, dass das Finanzamt Ihre Gewinne schätzt – und das meistens zum Nachteil des Steuerzahlers.

Mit anderen teilen