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Ab in die eigenen vier Wände dank Eigenheimrente

Die Eigenheimrente, auch Wohn-Riester genannt, lockt mit staatlicher Förderung. Wir zeigen Ihnen, welche steuerliche Belastung das im Alter mit sich bringt.

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Ab in die eigenen vier Wände dank Eigenheimrente

Christian ist geschockt: Nach 35 Jahren zur Miete wurde seine Mutter gerade aus ihrer Wohnung geworfen – Eigenbedarf. Damit Christian das später nicht passiert, will er in die eigenen vier Wände. Die Eigenheimrente, auch "Wohn-Riester" genannt, soll ihm dank staatlicher Förderung und Steuervorteilen dabei helfen.

Christian ist allerdings erst Mitte 20. Er kann und will nicht sofort bauen, sondern muss erst noch ein bisschen sparen. Deshalb bietet es sich für ihn an, die Riester-Förderung in einen Bausparvertrag fließen zu lassen. Wer heute schon eine Immobilie kaufen oder bauen möchte, kann die staatliche Förderung auch in ein Darlehen stecken.

Voraussetzungen für die staatliche Förderung

Der Staat fördert den Bau des Eigenheims, den Kauf einer Immobilie oder den Erwerb eines lebenslangen Dauerwohnrechts, zum Beispiel in einem Seniorenheim. Die Immobilie muss allerdings als Hauptwohnsitz genutzt werden und in der Europäischen Union (EU) liegen. Immerhin: Dank Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz (AltVerbG) darf seit Januar 2014 bereits in der Ansparphase Kapital für den Bau oder Kauf entnommen werden. Sogar für die Tilgung eines Immobiliendarlehens können Sparer das geförderte Guthaben nutzen – zumindest dann, wenn bereits mindestens 3.000 Euro angespart wurden.

Wohn-Riester für altersgerechten Umbau nutzen

Benutzt Christian das Geld für einen altersgerechten, "barrierereduzierenden" Umbau des Eigenheims, darf er seit Juli 2013 auch dafür die staatliche Förderung in Anspruch nehmen. Diese Neu-Regelung ist ebenfalls Teil des AltVerbG. Aber der Staat schaut genau hin: Mindestens die Hälfte des entnommenen Geldes muss für Maßnahmen investiert werden, die den DIN-Vorgaben für barrierefreies Bauen entsprechen. Sachverständige können das Immobilienbesitzern wie Christian bescheinigen.

Auch wenn das AltVerbG in Sachen Wohnriester vieles flexibler gemacht hat – nach wie vor gilt: Kauft sich Christian von der staatlichen Förderung eine Ferienwohnung oder ein neues Auto, muss er alle Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.

Staatliche Förderung inklusive

Ob Eigenheimrente oder Riester-Rente, jeder Riester-Sparer bekommt eine sogenannte Grundzulage von bis zu 154 Euro im Jahr. Weitere 185 Euro gibt es für jedes bis 2008 beziehungsweise 300 Euro für jedes danach geborene Kind. Allerdings nur unter einer Bedingung: Der Sparer muss pro Jahr – inklusive Grundzulage und Kinderförderung – vier Prozent des Vorjahreseinkommens in seinen Riester-Vertrag einzahlen, höchstens aber 2.100 Euro. Sie möchten ein Rechenbeispiel? Werfen Sie einen Blick auf unser Steuer ABC Was ist die Riester-Rente?.

Bei der Steuererklärung punkten

Die jährlichen Beiträge, die Christian in die Eigenheimrente einzahlt, kann er bis zu einer Höchstgrenze von 2.100 Euro als Sonderausgaben in seiner Steuererklärung eintragen. Dazu gehören nicht nur die Beiträge, die er selbst einzahlt, sondern auch die staatliche Grund- und Kinderzulage. Ob der Fiskus die Beiträge aber tatsächlich als Sonderausgabe berücksichtigt, hängt davon ab, ob die Steuerersparnis höher ist als die staatliche Zulage.

Nachgelagerte Besteuerung im Alter

Ein Nachteil aller Riester-Produkte ist, dass sie ab Renteneintritt versteuert werden müssen. Also nachgelagert besteuert werden. Nun wird die Eigenheimrente aber nicht wie eine klassische Rente monatlich ausgezahlt – wie errechnet sich also die Steuerlast? Dazu bildet das Finanzamt ein sogenanntes Wohnförderkonto. Dieses fiktive Konto enthält das entnommene geförderte Kapital, die geförderten Tilgungsbeiträge und die Riester-Zulagen. Bis zum vereinbarten Rentenbeginn das Wohnförderkonto jährlich mit zwei Prozent verzinst. Auf diese Summe zahlt der Sparer im Alter Steuern. Sie interessieren sich für die nachgelagerte Besteuerung? Lesen Sie mehr dazu in unserem Top Thema So funktioniert die nachgelagerte Besteuerung.

Übrigens:

Über den Stand des Wohnförderkontos informiert Sie Ihr Anbieter in der Regel jährlich.


Zwei Möglichkeiten, die Steuern zu begleichen

Im Alter hat Christian zwei Möglichkeiten, seine Schulden beim Fiskus zu begleichen:

  1. Er bezahlt sämtliche Steuern zum Rentenbeginn auf einen Schlag mit seinem individuellen Steuersatz. Vorteil dieser Variante: Der Fiskus räumt Christian einen Rabatt von 30 Prozent ein. Allerdings steigt in diesem Jahr das Einkommen des Rentners stark an – durch den Progressionseffekt klettert damit auch der Steuersatz.

  2. Christian stottert die Steuern ab Rentenbeginn bis zum 85. Lebensjahr jährlich ab. Rentner müssen allerdings nur dann Steuern zahlen, wenn die Rente über dem Grundfreibetrag liegt. Sie interessieren sich für den Grundfreibetrag? Lesen Sie mehr dazu in unserem Steuer ABC Wann muss ich als Rentner Steuern zahlen? Und wie viel?

 

Übrigens:

Verstirbt ein Sparer bereits vor dem 85. Lebensjahr, geht die Steuerschuld an die Erben über, die die verbliebenen Steuern auf einen Schlag begleichen müssen.

Seit 2014: Flexiblere Einmalbesteuerung

Auch in Sachen Besteuerung kommt der Staat Christian und allen anderen Wohnriester-Sparern entgegen: Bisher mussten sich die Nutzer der Eigenheimrente zu Beginn der Auszahlungsphase zwischen Möglichkeit 1 und 2 entscheiden. Seit Januar 2014 ist der Wechsel von der jährlichen Besteuerung zur Einmalbesteuerung jederzeit möglich.

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