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Was ist der Vorsteuerabzug?

Die Vorsteuer hat etwas zu tun mit der Umsatzsteuer – im Grunde ist es ganz simpel. Hier finden Sie alles, was Sie darüber wissen müssen.

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Was ist der Vorsteuerabzug?

Rebecca hat angefangen, im Internet selbst genähte Hunde- und Katzendecken zu verkaufen. Dafür hat sie ein Gewerbe angemeldet. Nun hört sie zum ersten Mal vom Vorsteuerabzug und fragt sich, was das ist und ob es auf sie zutrifft.

Am Anfang steht die Umsatzsteuer

Wer in Deutschland etwas kauft, egal, ob es Waren sind oder zum Beispiel eine Dienstleistung, der zahlt 19 Prozent Umsatzsteuer. Umgangssprachlich wird die Umsatzsteuer eigentlich immer Mehrwertsteuer genannt.

Bei einigen Waren – wie Grundnahrungsmitteln – ist die Umsatzsteuer auf sieben Prozent reduziert. Und manche Umsätze sind ganz steuerfrei, zum Beispiel Mieten, Kredite, Theaterbesuche oder die Leistungen von Heilberufen. Aber für den allergrößten Teil an Waren und Dienstleistungen fallen 19 Prozent Steuer an.

Das Besondere ist, dass nicht das Finanzamt die Umsatzsteuer direkt eintreibt, sondern dass alle Händler und Dienstleister das stellvertretend fürs Finanzamt tun. Der Supermarkt ebenso wie der Zeitschriftenhändler, das Restaurant oder die Friseurin. Alle nehmen Umsatzsteuer ein und müssen sie dann ans Finanzamt „abführen“, also weiterreichen.

Für die Kunden ist das egal, sie zahlen einen bestimmten Preis und machen sich keine Gedanken darüber, dass Händler und Dienstleister fast ein Fünftel der Summe als Umsatzsteuer abgeben müssen.

Was ist die Vorsteuer?

Wenn Rebecca einkauft, um ihre Hundedecken zu nähen, dann zahlt natürlich auch sie 19 Prozent Umsatzsteuer für die Stoffe, das Garn, die Nähmaschine. Sie benutzt sie aber als Ausgangsmaterial für die Ware, die sie am Ende verkaufen möchte. Deshalb wird die Umsatzsteuer in diesem Fall Vorsteuer genannt. Rebecca (und jede andere Firma) zahlen Vorsteuern für alle ihre eingekauften Materialien und Dienstleistungen. Vorsteuer ist also einfach nur eine andere Bezeichnung für bestimmte Umsatzsteuern.

Hier hat sich der Gesetzgeber eine Besonderheit ausgedacht. Für Rohmaterialien und alle Einkäufe, die sonst noch mit ihrem Gewerbe zusammenhängen, bekommt Rebecca die Vorsteuern wieder erstattet. Das heißt, sie nutzt die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs.

Ein Kleingewerbe bleibt ohne Vorsteuerabzug

Wenn Rebecca diese Möglichkeit nutzt, ist sie im Gegenzug verpflichtet, auf ihre angebotene Ware 19 Prozent Umsatzsteuer aufzuschlagen. Das gilt auch bei Dienstleistungen.

Wenn Rebecca sich jedoch als Kleinunternehmerin anmeldet, braucht sie keine Umsatzsteuer aufzuschlagen. Aber dafür hat sie auch keine Möglichkeit, über die Steuererklärung die gezahlte Vorsteuer zurückzuholen.

Das heißt: Sie ist nur zum Vorsteuerabzug berechtigt, wenn sie selbst auch Umsatzsteuer auf ihren Rechnungen für ihre Kunden ausweist.

Was die Kleinunternehmerregelung genau ist, wie sie funktioniert, und für wen sie sich lohnt, erklären wir in unserem Artikel.

Wichtig

Lohnsteuerhilfevereine dürfen bei Einkünften aus selbstständiger Arbeit nicht beraten. Das regelt das Steuerberatungsgesetz (Beratungsbefugnis, § 4 Nr. 11 StBerG).
Wenn Sie Fragen zur Umsatzsteuererklärung oder Ihrer Selbstständigkeit haben, wenden Sie sich am besten an einen Steuerberater oder eine Steuerberaterin.

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