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Behinderung: So setzen Sie Fahrtkosten für Privatfahrten ab

Menschen mit Behinderung können Fahrtkosten für Privatfahrten absetzen. Allerdings nur in einem "angemessenen Rahmen" – wir erklären, was das bedeutet.

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Behinderung: So setzen Sie Fahrtkosten für Privatfahrten ab

Egal ob Sie eine Behinderung haben oder nicht, es gibt Privatfahrten, die unvermeidbar sind. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Fahrten zu Behörden
  • Einkaufsfahrten

GdB von mindestens 80: bis zu 3.000 Kilometer im Jahr

Bei einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 80 oder einem GdB von 70 mit dem Merkzeichen "G" (erheblich gehbehindert) können auch Privatfahrten als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abgesetzt werden. Und zwar mit 30 Cent pro gefahrenem Kilometer.

Einschränkung: Das gilt laut Finanzamt nur in einem "angemessenen Rahmen", nämlich 3.000 Kilometer im Jahr.

Sie können also im Mantelbogen auf Seite 3 eintragen:

 

3.000 Kilometer x 30 Cent = 900 Euro

 

Übrigens:

Fahrten zum Beispiel zum Arzt, zum Therapeuten oder zur Reha, die auf die Behinderung zurückzuführen sind, können zusätzlich zu den 3.000 Kilometern als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden. Und das sogar in unbegrenzter Höhe.

Außergewöhnlich gehbehindert, blind oder hilflos: bis zu 15.000 Kilometer im Jahr

Ab einem GdB von 50 gilt ein Mensch als schwerbehindert. Merkzeichen wie "G" (erheblich gehbehindert), "aG" (außergewöhnlich gehbehindert), "H" (hilflos) oder "Bl" (blind) ergänzen den GdB.

Menschen, die außergewöhnlich gehbehindert, blind oder hilflos sind, können neben den unvermeidbaren Fahrten auch Freizeit-, Erholungs- und Besuchsfahrten in Ihrer Steuererklärung eintragen. Sie müssen diese aber nachweisen und glaubhaft machen. Und auch hier gilt: nur in einem angemessenen Rahmen. Als angemessen gilt in diesem Fall eine Fahrleistung von 15.000 Kilometern im Jahr.

Sie können also im Mantelbogen auf Seite 3 eintragen:

 

15.000 Kilometer x 30 Cent = 4.500 Euro

 

Unser Tipp:

Fahrten mit dem Taxi oder den öffentlichen Verkehrsmitteln können Menschen mit Behinderung ebenfalls absetzen. Wichtig: Das Finanzamt kürzt dann allerdings die Kilometerpauschalen – also die 3.000 und 15.000 Kilometer im Jahr – um die Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ein.

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