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Steuern sparen bei energetischer Sanierung

Das Thema Klimaschutz geht uns alle an. Wer sein Haus energetisch saniert, schont die Umwelt. Und spart neuerdings auch einiges an Steuern.

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Steuern sparen bei energetischer Sanierung

In Deutschland entfallen nach Angaben der Bundesregierung 14 Prozent der CO2-Emissionen auf den Gebäudesektor. Die gute Nachricht: Jeder Immobilienbesitzer kann dazu beitragen, den Ausstoß des Treibhausgases zu senken – mit einer energetischen Gebäudesanierung. Im Klimaschutzprogramm 2030 hat der Bund dafür neue Anreize verankert. Damit will er nach eigenen Angaben klimafreundliches Verhalten belohnen. Zum Beispiel mit einer Steuerermäßigung, von der alle Eigenheimbesitzer profitieren sollen, die ihre Immobilie selbst bewohnen.

Der Energieverbrauch wird durch eine energetische Sanierung gesenkt

Unter einer energetischen Sanierung versteht man die Modernisierung einer Immobilie mit dem Ziel, den Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser zu senken. Wer sich dafür entscheidet, trägt zum Umweltschutz bei und senkt seine Energiekosten. Neue Fenster und Türen sowie eine effektive Wärmedämmung verbessern zudem das Raumluftklima, und zwar nicht nur in der kalten Jahreszeit: Im Sommer bleibt das Haus länger kühl. Darüber hinaus steigert eine Modernisierung den Wert der Immobilie.

Die Kosten für die dafür notwendigen Maßnahmen können je nach Zustand des Gebäudes allerdings durchaus hoch ausfallen. Damit sich dennoch so viele Eigentümer wie möglich zu einer energetischen Sanierung entschließen, wurden mit dem im letzten Quartal 2019 vom Bundeskabinett beschlossenen Klimaprogramm unter anderem Steuervorteile geschaffen. Diese sind am 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

Für die energetische Sanierung erstattet das Finanzamt bis zu 40.000 Euro

Schon längere Zeit gilt, dass Vermieter Kosten für Renovierungen und Modernisierungen voll von der Steuer absetzen können. Wer hingegen seine Immobilie selbst bewohnt, hatte bisher lediglich die Möglichkeit, Kosten für Handwerker über die Steuererklärung abzusetzen. Die Ersparnis ist hier allerdings auf 1.200 Euro im Jahr begrenzt. Geregelt ist das in Paragraf 35a des Einkommensteuergesetztes (EStG). Diese Regelung bleibt auch bestehen, zusätzlich gilt nun aber: Für energetische Sanierungsmaßnahmen ist eine Steuerermäßigung von bis zu 40.000 Euro möglich. Dafür gibt es den Paragrafen 35c EStG.

Absetzbar sind 20 Prozent der Kosten und maximal 40.000 Euro. Verteilt wird das Ganze über drei Jahre: Im Jahr der Gebäudesanierung sowie im darauffolgenden Kalenderjahr können jeweils maximal 7 Prozent und höchstens 14.000 Euro in der Steuererklärung angesetzt werden, im Jahr danach sind es dann noch maximal 6 Prozent und höchstens 12.000 Euro.

Zitiert

Im Klimaschutzprogramm 2030 heißt es: „Durch einen Abzug von der Steuerschuld wird gewährleistet, dass Gebäudebesitzer aller Einkommensklassen gleichermaßen von der Maßnahme profitieren.“

Nur Maßnahmen am Eigenheime werden steuerlich begünstigt

Um in den Genuss dieser steuerlichen Förderung zu kommen, muss es sich um ein begünstigtes Objekt handeln. Das heißt: Das Gebäude gehört Ihnen, wird ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt, steht in Deutschland oder in der EU und muss bei Beginn der Maßnahme älter als 10 Jahre sein.

Es ist nicht zwingend eine Komplettsanierung der Immobilie erforderlich. Auch Einzelmaßnahmen werden berücksichtigt – insbesondere ein Austausch oder zumindest eine Optimierung der bestehenden Heizungsanlage, aber auch der Einbau neuer Fenster, die Dämmung von Dächern und Wänden sowie die Installation oder die Erneuerung einer Lüftungsanlage. Eine Solaranlage kommt natürlich ebenfalls in Frage – welche steuerlichen Regeln dafür gelten, zum Beispiel beim Einspeisen des erzeugten Stroms in das öffentliche Netz, erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Photovoltaik.

Übrigens

Um eine energetische Gebäudesanierung von der Steuer absetzen zu können, brauchen Sie eine Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens. Dafür muss ein amtlich vorgeschriebenes Muster verwendet werden. Weitere Informationen dazu und Musterbescheinigungen stellt das Bundesfinanzministerium hier zur Verfügung.

Ein Rechenbeispiel

Im Jahr 2020 steckt Susanne 150.000 Euro in die energetische Sanierung ihres Einfamilienhäuschens. Davon darf sie 20 Prozent steuerlich absetzen, also 30.000 Euro. Die 20 Prozent werden über drei Jahre verteilt. Für 2020 und 2021 sind es dann jeweils 7 Prozent, also 21.000 Euro (10.500 Euro + 10.500 Euro). Und 2022 folgen nochmals 6 Prozent, also 9.000 Euro.

Nehmen wir mal an, Susanne würde 2020 nicht 150.000 Euro, sondern 250.000 Euro für eine energetische Sanierung ausgeben. 20 Prozent davon wären 50.000 Euro – das sind allerdings 10.000 Euro mehr als die Obergrenze. Somit könnte sie nur 40.000 Euro steuerlich absetzen: jeweils 14.000 Euro (7 Prozent) für 2020 und 2021 sowie 12.000 Euro (6 Prozent) für 2022.

Alle neuen Regelungen zur steuerlichen Förderung für energetische Sanierungsmaßnahmen gelten zunächst bis 2030.

Steuerermäßigungen nach Paragraf 35a und 35c EStG

Die Möglichkeit, für energetische Sanierungsmaßnahmen im eigengenutzten Wohneigentum eine Steuerermäßigung von bis zu 40.000 Euro zu erhalten, ist, wie oben bereits erwähnt, in Paragraf 35c des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt. Dieser wurde zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht eingefügt und ist seit 1. Januar 2020 in Kraft. Allerdings fallen solche energetische Sanierungsaufwendungen auch in den Bereich der Handwerkerleistungen im privaten Bereich. Diese Steuerermäßigung von bis zu 1.200 Euro im Jahr sind, wie ebenfalls bereits oben erwähnt, in Paragraf 35a EStG geregelt. Wichtig: Beide Steuerermäßigungen, also nach Paragraf 35a und Paragraf 35c, darf der Steuerzahler nicht gleichzeitig in Anspruch nehmen. Er muss sich für eine Variante entscheiden

Wahlrecht für Steuerzahler bei energetischer Sanierung

Somit besteht nun ein Wahlrecht zwischen den beiden Steuerermäßigungen. Für welche Variante man sich entscheidet, sollte gut überlegt sein. Grundsätzlich lässt sich sagen: Die Ermäßigung nach Paragraf 35c kommt vor allem für größere Maßnahmen an einem Gebäude in Frage – beispielsweise eine Erneuerung der Heizungsanlage oder eine umfassende Wärmedämmung. Denn damit ist über einen Zeitraum von drei Jahren eine Ermäßigung von 20 Prozent der Kosten möglich, bis zu einem Höchstbetrag von 40.000 Euro. Der Höchstbetrag für Steuerermäßigungen für Handwerkerleistungen liegt bei lediglich 1.200 Euro im Jahr.

Aber: Die Steuerermäßigung nach Paragraf 35c wird für ein begünstigtes Objekt lediglich einmal gewährt. Hingegen kann die Steuerermäßigung nach Paragraf 35a jährlich neu ausgeschöpft werden, und zwar ohne zeitliche Begrenzung. Allerdings muss ebenfalls bedacht werden, dass nach Paragraf 35c auch in Rechnung gestellte Arbeitskosten und Materialkosten begünstigt werden, während es bei Paragraf 35a nur die Arbeitskosten sind.

Unser Tipp: Überlegen Sie sich ganz genau, ob Sie sich für die Steuerermäßigung nach Paragraf 35a oder 35c EStG entscheiden. Unsere Beraterinnen und Berater helfen Ihnen gerne dabei, die richtige Variante für Ihre persönliche Situation zu finden. Eine Beratungsstelle gibt es auch in Ihrer Nähe: Beratersuche.
 

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