Beratersuche starten
Berater suchen
06321 96 39 96 9

Steuern sparen bei energetischer Sanierung

Das Thema Klimaschutz geht uns alle an. Wer sein Haus energetisch saniert, schont die Umwelt. Und spart neuerdings auch einiges an Steuern.

Mit anderen teilen
Steuern sparen bei energetischer Sanierung

In Deutschland entfallen nach Angaben der Bundesregierung 14 Prozent der CO2-Emissionen auf den Gebäudesektor. Die gute Nachricht: Jeder Immobilienbesitzer kann dazu beitragen, den Ausstoß des Treibhausgases zu senken – mit einer energetischen Gebäudesanierung. Im Klimaschutzprogramm 2030 hat der Bund dafür neue Anreize verankert. Damit will er nach eigenen Angaben klimafreundliches Verhalten belohnen. Zum Beispiel mit einer Steuerermäßigung, von der alle Eigenheimbesitzer profitieren sollen, die ihre Immobilie selbst bewohnen.

Der Energieverbrauch wird durch eine energetische Sanierung gesenkt

Unter einer energetischen Sanierung versteht man die Modernisierung einer Immobilie mit dem Ziel, den Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser zu senken. Wer sich dafür entscheidet, trägt zum Umweltschutz bei und senkt seine Energiekosten. Neue Fenster und Türen sowie eine effektive Wärmedämmung verbessern zudem das Raumluftklima, und zwar nicht nur in der kalten Jahreszeit: Im Sommer bleibt das Haus länger kühl. Darüber hinaus steigert eine Modernisierung den Wert der Immobilie.

Die Kosten für die dafür notwendigen Maßnahmen können je nach Zustand des Gebäudes allerdings durchaus hoch ausfallen. Damit sich dennoch so viele Eigentümer wie möglich zu einer energetischen Sanierung entschließen, wurden mit dem im letzten Quartal 2019 vom Bundeskabinett beschlossenen Klimaprogramm unter anderem Steuervorteile geschaffen. Diese sind am 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

Für die energetische Sanierung erstattet das Finanzamt bis zu 40.000 Euro

Schon längere Zeit gilt, dass Vermieter Kosten für Renovierungen und Modernisierungen voll von der Steuer absetzen können. Wer hingegen seine Immobilie selbst bewohnt, hatte bisher lediglich die Möglichkeit, Kosten für Handwerker über die Steuererklärung abzusetzen. Die Ersparnis ist hier allerdings auf 1.200 Euro im Jahr begrenzt. Diese Regelung bleibt auch bestehen, zusätzlich gilt nun aber: Für energetische Sanierungsmaßnahmen ist eine Steuerermäßigung von bis zu 40.000 Euro möglich.

Absetzbar sind 20 Prozent der Kosten und maximal 40.000 Euro. Verteilt wird das Ganze über drei Jahre: Im Jahr der Gebäudesanierung sowie im darauffolgenden Kalenderjahr können jeweils maximal 7 Prozent und höchstens 14.000 Euro in der Steuererklärung angesetzt werden, im Jahr danach sind es dann noch maximal 6 Prozent und höchstens 12.000 Euro.

Zitiert

Im Klimaschutzprogramm 2030 heißt es: „Durch einen Abzug von der Steuerschuld wird gewährleistet, dass Gebäudebesitzer aller Einkommensklassen gleichermaßen von der Maßnahme profitieren.“

Nur Maßnahmen am Eigenheime werden steuerlich begünstigt

Um in den Genuss dieser steuerlichen Förderung zu kommen, muss es sich um ein begünstigtes Objekt handeln. Das heißt: Das Gebäude gehört Ihnen, wird ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt, steht in Deutschland oder in der EU und muss bei Beginn der Maßnahme älter als 10 Jahre sein.

Es ist nicht zwingend eine Komplettsanierung der Immobilie erforderlich. Auch Einzelmaßnahmen werden berücksichtigt – insbesondere ein Austausch oder zumindest eine Optimierung der bestehenden Heizungsanlage, aber auch der Einbau neuer Fenster, die Dämmung von Dächern und Wänden sowie die Installation oder die Erneuerung einer Lüftungsanlage. Eine Solaranlage kommt natürlich ebenfalls in Frage – welche steuerlichen Regeln dafür gelten, zum Beispiel beim Einspeisen des erzeugten Stroms in das öffentliche Netz, erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Photovoltaik.

Übrigens

Um eine energetische Gebäudesanierung von der Steuer absetzen zu können, brauchen Sie eine Rechnung. Diese muss Folgendes enthalten: die Maßnahme an sich, die Arbeitsleistung des Fachunternehmens und natürlich die Adresse der Immobilie. Und Achtung: Das Finanzamt erkennt nur Rechnungen an, die per Überweisung bezahlt wurden – keine Barzahlungen.

Ein Rechenbeispiel

Im Jahr 2020 steckt Susanne 150.000 Euro in die energetische Sanierung ihres Einfamilienhäuschens. Davon darf sie 20 Prozent steuerlich absetzen, also 30.000 Euro. Die 20 Prozent werden über drei Jahre verteilt. Für 2020 und 2021 sind es dann jeweils 7 Prozent, also 21.000 Euro (10.500 Euro + 10.500 Euro). Und 2022 folgen nochmals 6 Prozent, also 9.000 Euro.

Nehmen wir mal an, Susanne würde 2020 nicht 150.000 Euro, sondern 250.000 Euro für eine energetische Sanierung ausgeben. 20 Prozent davon wären 50.000 Euro – das sind allerdings 10.000 Euro mehr als die Obergrenze. Somit könnte sie nur 40.000 Euro steuerlich absetzen: jeweils 14.000 Euro (7 Prozent) für 2020 und 2021 sowie 12.000 Euro (6 Prozent) für 2022.

Alle neuen Regelungen zur steuerlichen Förderung für energetische Sanierungsmaßnahmen gelten zunächst bis 2030.

Übrigens

Sie sind unsicher, wie und wo Sie die Kosten für eine energetische Sanierungsmaßnahmen in Ihrer Steuererklärung eintragen müssen? Unsere Beraterinnen und Berater helfen Ihnen gerne weiter und sind auch in Ihrer Nähe zu finden: Beratersuche

Mit anderen teilen