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Kosten für Handwerker von der Steuer absetzen

Arbeiten Handwerker in Ihrem Haus, können Sie jährlich bis zu 1.200 Euro Steuern sparen. Wir zeigen die geförderten Handwerkerleistungen im Überblick.

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Kosten für Handwerker von der Steuer absetzen

Der neue Herd wartet darauf, eingebaut zu werden, das Bad bräuchte dringend eine Renovierung und auch der Teppich im Wohnzimmer soll durch Parkett ersetzt werden. Nicht jeder hat das Können oder die Zeit, Handwerkerarbeiten im eigenen Haushalt selbst zu erledigen. Das Gute daran: Wer einen Handwerker beauftragt, kann die Rechnung in vielen Fällen von der Steuer absetzen. Diese Steuerermäßigung wird auch als „Handwerkerbonus“ bezeichnet.

Ähnlich wie bei den haushaltsnahen Dienstleistungen gilt für Handwerkerleistungen: 20 Prozent der Lohnkosten Ihres Handwerkers können Sie steuerlich geltend machen. Die Steuerersparnis ist allerdings auf 1.200 Euro im Jahr begrenzt.

Wie das mit den Handwerkerkosten genau funktioniert, zeigt Ihnen unser Video auf einen Klick:

 

Diese Bedingungen gelten für den Handwerkerbonus

Es müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein, damit Sie Handwerkerrechnungen von der Steuer absetzen können:

  1. Es darf sich nicht um Arbeiten an einem Neubau handeln:
    Begünstigt sind nur Bauarbeiten an einer bereits bestehenden Immobilie. Der Haushalt muss also schon vorhanden sein. Oder anders ausgedrückt: Arbeiten von Handwerkern an einem Neubau werden steuerlich nicht gefördert.

  2. Sie müssen selbst in der Wohnung oder in dem Haus wohnen:
    Nur wenn Sie das Haus oder die Wohnung selbst nutzen, gewährt der Staat Ihnen den Handwerkerbonus. Interessant zu wissen: Der Fiskus zählt dazu auch Immobilien, die Sie Ihren eigenen Kindern überlassen, ohne dass diese Miete zahlen müssen. Das kann zum Beispiel eine Wohnung am Studien- oder Ausbildungsort Ihres Kindes sein. Auch wenn Handwerker in Ihrer selbst genutzten Ferienwohnung tätig sind, können Sie die Rechnungen in Ihrer Steuererklärung geltend machen.

    Übrigens:

    Für Vermieter gelten andere Regeln. Mieter hingegen können ebenfalls Handwerker beauftragen und die Kosten von der Steuer absetzen.

    3. Der Fiskus fördert nur die Arbeitskosten:
    Lediglich die reinen Arbeitskosten, nicht aber die Ausgaben für das benötigte Material sind steuerlich begünstigt. Bitten Sie daher Ihren Handwerker, die Kosten auf der Rechnung getrennt aufzuführen. In einigen Fällen erkennt das Finanzamt auch in Rechnung gestellte Maschinen- und Fahrtkosten sowie Entsorgungen oder Verbrauchsmittel an.

    4. Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an:
    Jeder, der Handwerkerleistungen absetzen will, darf die Rechnung nicht bar bezahlen, sondern sollte das Geld auf das Konto des Handwerkers überweisen. Die Rechnung sowie der Kontoauszug bzw. die Zahlungsquittung werden dann der Steuererklärung beigelegt.

Diese Grundsätze sollten Sie beachten

Egal ob die Kosten für Malerarbeiten oder Dachdeckerarbeiten - Sie können die Ausgaben von der Steuer absetzen, sobald ein Profi die Handwerksarbeiten ausführt. 20 Prozent des Arbeitslohns sind dann absetzbar. Allerdings hat das Finanzamt eine Obergrenze festgelegt: Maximal 1.200 Euro sind steuerbegünstigt.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Unklarheiten, inwieweit die eine oder andere Leistung absetzbar ist oder nicht. Jetzt gilt im Grundsatz, dass der Handwerkerbonus sowohl für das Reparieren, Renovieren oder Austauschen gilt, als auch wenn der Wohnraum erweitert wird. Ausschlaggebend ist lediglich, dass die Leistung "im Haushalt" erbracht wird. Wer also zum Beispiel den bislang ungenutzten Dachboden ausbauen lässt oder einen Wintergarten anbauen möchte, kann die Handwerkerrechnung in der Steuererklärung geltend machen. Die Kosten für den Architekt oder die Kosten für den Statiker erkennt das Finanzamt aber grundsätzlich nicht an.

 Von A bis Z - Diese Kosten können Sie absetzen:

  • Abflussrohrreinigung
  • Abwasserentsorgung
  • Arbeiten am Dach, an Bodenbelägen, an der Fassade, an der Garage, an Innen- und Außenwänden, an Zu- und Ableitungen
  • Asbestsanierung
  • Aufstellen eines Baugerüsts
  • Außenanlagen (Zäune, Wege, Mauern usw.)
  • Austausch oder Modernisierung der Einbauküche, von Bodenbelägen, von Fenstern, Treppen und Türen
  • Beprobung des Trinkwassers
  • Brandschaden-Sanierung (wenn es kein Versicherungsschaden ist)
  • Carport- und Terrassenüberdachung
  • Dachgeschossausbau
  • Dachrinnenreinigung
  • Dichtheitsprüfung von Abwasseranlagen
  • Elektroanlagen (Wartung und Reparatur)
  • Fahrstuhlkosten (Wartung und Reparatur)
  • Fertiggaragen (Arbeitskosten)
  • Feuerlöscherwartung
  • Fußbodenheizung (Wartung, Spülung, Reparatur, nachträglicher Einbau)
  • Gartengestaltung (nicht aber übliche Arbeiten zur Gartenpflege)
  • Gemeinschaftsmaschinen-Wartung (z.B. Waschmaschine im Keller eines Mietshauses)
  • Graffitibeseitigung
  • Hausanschlüsse an Ver- und Entsorgungsnetze (Trink- und Abwasser, Elektroleitungen, Fernsehern und Internet)
  • Hausschwammbeseitigung (Schimmelbeseitigung)
  • Heizungskosten (Garantiewartungsgebühren, Heizungswartung und Reparatur sowie Austausch der Zähler laut Eichgesetz)
  • Insektenschutzgitter
  • Kamineinbau
  • Kellerausbau
  • Kellerschachtabdeckung
  • Klavierstimmer
  • Kontrollmaßnahmen des TÜV (z. B. für den Fahrstuhl oder Treppenlift)
  • Legionellenprüfung
  • Mauerwerksanierung
  • Modernisierung (z. B. Bad oder Küche)
  • Montagearbeiten (z. B. für neue Möbel)
  • Müllanlage (nur Wartung und Reparatur)
  • Müllschränke (Kosten der Anlieferung und der Aufstellung)
  • Pflasterarbeiten
  • Pilzbekämpfung
  • Reparatur, Wartung und Pflege von Bodenbelägen, Teppichboden, Parkett, Fliesen, von Fenstern und Türen (innen und außen), von Gegenständen im Haushalt (z. B. Waschmaschine, Geschirrspüler, Herd, Fernseher, PC, Wandschränke)
  • Schadensfeststellung, Ursachenfeststellung (z. B. bei Wasserschaden, Rohrbruch usw.)
  • Schadstoffsanierung
  • Schornsteinfeger
  • Terrassenüberdachung
  • Trockeneisreinigung
  • Trocknung oder Trockenlegung von Mauerwerk
  • Umzäunungen, Stützmauer o.ä.
  • Wärmedämmung
  • Wartung (Aufzug, Heizung, Feuerlöscher, CO₂-Warngeräte, Pumpen, Abwasser-Rückstausicherung)
  • Wasserschadensanierung
  • Wasserentsorgung

Umzugsdienstleistungen, Taubenabwehr, Pflanzarbeiten: Im Einzelfall absetzbar

Neben unserer detaillierten Auflistung von absetzbaren Handwerkerleistungen gibt es noch eine Vielzahl weiterer Arbeiten, die im Einzelfall geltend gemacht werden können.

Dazu zählen auch Dienstleistungen für den privaten Umzug, Schädlingsbekämpfung, Taubenabwehr und auch Gärtnerarbeiten. So gilt das Schneiden der Hecke, das Rasenmähen und Unkrautjäten beispielweise als haushaltsnahe Dienstleistung. Aber Pflanzarbeiten und umfangreiche Arbeiten zur Gartengestaltung zählen als Handwerkerleistungen.

Sie sind sich nicht sicher, welche Handwerkerleistungen Sie absetzen können? Im Zweifel fragen Sie einen unserer Berater. Hier geht es zur Beratersuche.

Übrigens:

Bis 2005 hat der Fiskus lediglich kleinere Schönheitsreparaturen im eigenen Haushalt gefördert. Das änderte sich ab 2006: Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten waren nun ebenfalls steuerbegünstigt, allerdings nur bis höchstens 600 Euro im Jahr. Auch das wurde wiederum ab 2009 angepasst: Für Handwerkerarbeiten sind bis heute 20 Prozent der Lohnkosten, maximal aber 1.200 Euro, steuerbegünstigt. Eine letzte Aktualisierung erfolgte dann Ende 2016: Der Katalog der geförderten Handwerkerleistungen wurde noch einmal erweitert.

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