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Baukindergeld: Alle Infos zur Bauförderung für Familien

Das Baukindergeld ist quasi die neue Eigenheimzulage und soll Familien dank staatlicher Förderung beim Bau oder Kauf der eigenen vier Wände unterstützen.

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Baukindergeld: Alle Infos zur Bauförderung für Familien

Die Deutschen wohnen gerne zur Miete. Das zeigt die sogenannte Wohneigentumsquote. 2016 lag die Wohneigentumsquote in Deutschland laut Statista bei 51,7 Prozent. Das bedeutet, dass nur 51,7 Prozent aller Wohnungen in Deutschland von Eigentümern bewohnt werden. Nur in der Schweiz ist die Wohneigentumsquote noch schlechter. Im Vergleich: In Spanien liegt die Wohneigentumsquote bei 77,8 Prozent, in Norwegen bei 82,7 Prozent und in Kroatien sogar bei 90 Prozent.

Das soll sich ändern: Deutschland will in Sachen Wohneigentumsquote aufholen. Denn das Eigenheim gilt als wichtiger Baustein in der Altersvorsorge. Die Bundesregierung möchte deshalb Familien bei der „Wohneigentumsbildung“ unterstützen, also Familien beim Bau oder Kauf der eigenen vier Wände unter die Arme greifen. Die Idee: das Baukindergeld.

Die Eigenheimzulage

Die Eigenheimzulage gab es von 1995 bis 2005. Sie war eine der größten staatlichen Subventionen in Deutschland und sollte die Wohneigentumsbildung fördern. Allein 2004 gab der Staat rund 11,4 Milliarden Euro aus. Abgeschafft wurde die Eigenheimzulage, weil laut Bundesregierung das Förderziel erreicht war. Letztlich waren aber sicherlich auch die hohen Kosten ein Faktor.

Voraussetzungen für das Baukindergeld

Vom Baukindergeld profitieren Familien mit mindestens einem Kind. Künftig soll es für Familien, die ein Eigenheim kaufen, pro Kind und Jahr 1.200 Euro staatliche Förderung geben. Die Förderung soll zehn Jahre lang laufen.

Es gibt allerdings eine Einschränkung: Das zu versteuernde Einkommen der Familie darf nicht über 75.000 Euro liegen. Geplant ist zudem ein Freibetrag von 15.000 Euro pro Kind.

Ein Rechenbeispiel: Eine Familie hat zwei Kinder und kauft eine Wohnung. Verdienen dürfen die beiden Erwachsenen maximal 75.000 Euro + 15.000 Euro „Freibetrag Kind 1“ + 15.000 Euro „Freibetrag Kind 2“, also 105.000 Euro pro Jahr, damit die Familie Anspruch auf Baukindergeld hat. Pro Kind und Jahr gibt es 1.200 Euro und das zehn Jahre lang, die Familie bekommt also insgesamt 24.000 Euro staatliche Förderung.

Eine weitere Einschränkung ist, dass es eine Antragsfrist bis 2020 geben soll.

Übrigens:

Voraussichtlich erhalten die Familien Baukindergeld, die auch das klassische Kindergeld für ihre Kinder bekommen. Somit wird das Baukindergeld wahrscheinlich maximal bis zu einem Alter der Kinder von höchstens 25 Jahren ausbezahlt.

Wann das Baukindergeld kommen soll

Bisher ist das Baukindergeld nur in Planung, das Förderprogramm im Detail noch gar nicht formuliert. Im Mai 2018 sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt im Rahmen einer Klausurtagung der Franktionsspitzen von Union und SPD, dass das geplante Baukindergeld rückwirkend ab 1. Januar 2018 gelten soll. Allerdings muss das Baukindergeld erst noch das Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Wann das Gesetzgebungsverfahren startet, steht aktuell noch nicht fest.

Baukindergeld beantragen: noch nicht möglich

Das Baukindergeld kann aktuell noch nicht beantragt werden. Auch wo man den Antrag auf Baukindergeld stellen kann, ist noch nicht geklärt. Da die Eigenheimzulage, sozusagen der Vorgänger des Baukindergelds, beim Finanzamt beantragt wurde, gilt als wahrscheinlich, dass auch das Baukindergeld künftig beim Finanzamt beantragt werden muss. Aber letztlich ist in Sachen „Antrag Baukindergeld“ noch nichts entschieden.

Kritik am Baukindergeld

Es gibt viele Kritikpunkte am Baukindergeld. So geht zum Beispiel der Bund der Steuerzahler davon aus, dass die staatliche Förderung einfach verpuffen wird.

Die wichtigsten Kritikpunkte im Überblick:

  1. Familien mit einer bereits bestehenden Immobilie gehen voraussichtlich leer aus. Es ist davon auszugehen, dass es einen Stichtag für Bau- oder Kaufvorhaben geben wird. Ab diesem Tag ist dann die staatliche Förderung in Form von Baukindergeld erst möglich. Altverträge werden nicht berücksichtigt.

  2. Nur Familien mit mindestens einem Kind, die sich grundsätzlich auch den Bau oder Kauf einer Immobilie leisten können, kommen in den Genuss des Baukindergelds. Finanziert wird die Förderung aber von allen Steuerzahlern – also auch von Singles, Ehepaaren ohne Kinder, Alleinerziehenden und Rentnern, die keine Förderung bekommen.

  3. Der Wohnraum ist vielerorts knapp: Durch die staatliche Förderung könnte der Druck auf den Immobilienmarkt steigen, die Immobilienpreise schnellen dadurch weiter in die Höhe.

  4. Das Baukindergeld wird ein teures Vergnügen: Die Große Koalition schätzt die Kosten auf rund vier Milliarden, das Bundesfinanzministerium hat allerdings ausgerechnet, dass sich die Kosten auf bis zu 22 Milliarden summieren könnten.

Alternativen zum Baukindergeld

Kritiker des Baukindergelds zeigen Alternativen auf. So könnte man beispielsweise die Grunderwerbssteuer senken, statt das Baukindergeld einzuführen. Vorteil wäre, dass alle Deutschen, die eine Immobilie kaufen oder bauen, gleichermaßen davon profitieren. Eine weitere Alternative ist ein Steuerfreibetrag bei der Grunderwerbssteuer für alle, die eine Wohnung oder ein Haus kaufen, um selbst darin zu leben.

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