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Golfclub: Mitgliedsbeiträge sind Arbeitslohn und damit steuerpflichtig

Übernimmt Ihr Chef Ihren Mitgliedsbeitrag für den Golfclub, müssen Sie das als Arbeitslohn versteuern.

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Golfclub: Mitgliedsbeiträge sind Arbeitslohn und damit steuerpflichtig

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat am 21. März 2013 entschieden: Bezahlt der Arbeitgeber den Mitgliedsbeitrag für den Golfclub, muss der Arbeitnehmer den Betrag als Arbeitslohn versteuern. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich beim Beitritt in den Golfclub um eine dienstliche Anweisung handelt. Das bedeutet: Es ist nicht relevant, ob Ihr Chef Sie aus beruflichen Gründen zu einer Mitgliedschaft aufgefordert hat, oder nicht.

Der konkrete Fall

Der angestellte Geschäftsführer einer Steuerberatungsgesellschaft sollte in einem Golfclub neue Mandanten werben. Deshalb übernahm die Steuerberatungsgesellschaft folgende Kosten: Die Aufnahmegebühr des Golfclubs in Höhe von 3.250 DM, eine sogenannte Investitionsumlage für 1.500 DM und den Jahresbeitrag in Höhe von 1.700 DM. Da die Mitgliedschaft im Golfclub zu den dienstlichen Pflichten des Geschäftsführers gehöre, führte die Steuerberatungsgesellschaft auch keine Lohnsteuer ab.

Niedersächsisches Finanzgericht und BFH einer Meinung

Das Niedersächsische Finanzgericht und später auch der BFH verurteilten die Sichtweise der Steuerberatungsgesellschaft. Die gezahlten Beiträge für den Golfclub sind ein geldwerter Vorteil für den Geschäftsführer und müssen versteuert werden. Die Begründung: Die Mitgliedschaft im Golfclub betrifft immer auch "die private Sphäre des Arbeitnehmers".

Der berufliche Bezug – also das Werben neuer Mandanten – lasse sich nicht von einem privaten Bereich trennen, weil sich "aus den vorhandenen geschäftlichen Beziehungen private Freundschaften (…) entwickeln können" und umgekehrt. Das stellten die Richter des BFH in ihrer Urteilsbegründung fest (Aktenzeichen VI R 31/10).

Dienstliche Anweisung ändert diese Entscheidung nicht

Auch die Begründung, der Geschäftsführer sei nur aufgrund einer dienstlichen Weisung Mitglied des Golfclubs geworden, änderte nicht die Entscheidung der Richter. Die übernommenen Mitgliedsbeiträge sind ein geldwerter Vorteil und damit steuerpflichtig. Ein Schlupfloch ließen die Richter aus München allerdings für die Zukunft offen: Die Rechtslage könne anders sein, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Mitgliedschaft derart aufdränge, dass dieser sich dem nicht entziehen könne, ohne Nachteile in Kauf zu nehmen. Wie ein "derartiges Aufdrängen" im Detail aussieht, haben die Richter allerdings nicht definiert.

Übrigens:

Es liegt nahe, die Kosten für den Mitgliedsbeitrag in einen beruflichen und einen privaten Teil aufzuteilen, um dann nur den beruflichen Teil von der Steuer abzusetzen. Das ist im Steuerrecht zum Beispiel bei Reisekosten möglich. Doch auch hier schoben die Richter einen Riegel vor. Da privat und beruflich so stark ineinander übergehen und eine klare Trennung deshalb nicht möglich ist, kann auch kein Teilbetrag in der Steuererklärung eingetragen werden.

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