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Dienstjubiläum unter Umständen absetzbar

Wer beruflich motiviert eine Feier veranstaltet, kann diese in die Steuererklärung eintragen. Ob das Finanzamt die Kosten anerkennt, entscheidet sich im Einzelfall.

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Dienstjubiläum unter Umständen absetzbar

Das Examen, der Einstand, das Dienstjubiläum oder der Abschied, all das sind Feiern, die gemeinhin beruflich motiviert sind. Ob Sie die Kosten dafür allerdings steuerlich absetzen können, kommt darauf an, welchen Charakter das Fest hat. So entschied der Bundesfinanzhof (BFH) mehrfach und empfiehlt den Finanzbeamten immer die Umstände des Einzelfalls zu prüfen. Denn auch persönliche Gründe für eine Feier würden eine Absetzbarkeit nicht unbedingt ausschließen.

Ein Dienstjubiläum ist ein berufsbezogenes Ereignis

Das ein Dienstjubiläum grundsätzlich Teil der Berufstätigkeit ist, daran lässt der BFH auch 2016 keinen Zweifel (Aktenzeichen VI R 24/15) und zeigt sich damit offen für die Absetzbarkeit der Feierlichkeiten. Doch wie bei anderen berufsbezogenen Ergebnissen, soll auch hier das Finanzamt den Charakter des Festes prüfen, bevor es entscheidet.

Kriterien bei dieser Prüfung sind, neben Ort, Zeit und Kosten der Feier, vor allem die Zusammensetzung der Gäste. Im Idealfall hat man alle Kolleginnen und Kollegen eingeladen oder zumindest alle aus der eigenen Abteilung und auf private Gäste verzichtet. Werden demgegenüber nur einzelne Arbeitskollegen eingeladen, kann dies auf eine private Mitveranlassung der Aufwendungen für diese Gäste schließen lassen und ein Abzug deshalb ausscheiden.

Tantiemen machen Feier absetzbar

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass das Finanzamt die Kosten einer Jubiläumsfeier anerkennt, wenn man erstens hauptsächlich Kolleginnen und Kollegen einlädt und zweitens eine erfolgsabhängige Vergütung bekommt. Denn eine saftige Tantieme qualifiziert jede Jubiläumsfeier als beruflich motiviert und absetzbar. So entschied der BFH in zwei Fällen (Aktenzeichen VI R 25/03 und Aktenzeichen VI R 7/07).

Ganz ähnlich sieht es aus, wenn der Arbeitgeber, beispielsweise eine Behörde, die Festivität bezuschusst.

Abschiedsfeiern sind nicht privat   

Auch wer seinen Abschied feiert oder seinen Einstand zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen begießt, hat gute Chancen seine Aufwendungen in voller Höhe absetzen zu können. Denn laut Finanzgericht Hessen, sind Abschied und Einstand keine höchstpersönlichen privaten Ereignisse. Das gilt sowohl für Finanzbeamte, wie in einem konkreten Fall 2013 (Aktenzeichen 3K 11/10), als auch für Generäle (BFH, V R 52/03).

Bei Geburtstagsfeiern wird es kompliziert

Eine Geburtstagsfeier ist eigentlich kein beruflich motiviertes Fest und dennoch lassen sich die Kosten unter Umständen als Werbungskosten absetzen. Bedingung: Es werden ausschließlich Arbeitskollegen eingeladen. So entschied das Finanzgericht Rheinland-Pfalz 2015 (Aktenzeichen 6 K 1868/13). Hinzu kam im konkreten Fall, dass die Feier in Räumlichkeiten des Unternehmens und sogar teilweise während der Arbeitszeit stattfand. Auch waren die Kosten sehr gering.

Ein ungewöhnliches Urteil. Daher hat das Landesamt für Steuern Rheinland-Pfalz gegen diese Entscheidung Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt. Einschlägige Fälle sollten offen gehalten und das Ruhen des Verfahrens beantragt werden.

Auch wer Examensfeier und Geburtstagsparty kombiniert, hat wenige Chancen, dass er die Kosten für seine Feier absetzen kann. Mehr dazu in unserem Artikel Kombinierte Geburtstags-Examens-Party nicht absetzbar.

Unser Tipp:

Wer das Finanzamt davon überzeugen will, dass seine Feier beruflich motiviert ist, muss sich auf eine Prüfung seines Festes einstellen. Die besten Chancen haben Sie wenn

- der Anlass stimmt, d.h. die Einladung zur Feier eindeutig auf ein berufliches Ereignis hinweist,
- Sie hauptsächlich Kolleginnen und Kollegen einladen (idealerweise alle aus einer Abteilung),
- Sie in Ihren Arbeitsräumen feiern und das zur Dienstzeit,
- sich die Kosten der Feier in einem maßvollen Rahmen bewegen,
- Sie einen Zuschuss zur Feier oder eine Jubiläumszuwendung durch Ihren Chef bekommen haben,
- Ihr Gehalt erfolgsabhängig ist und
- Sie alle Rechnungen und Kaufbelege vorlegen können.

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