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Grenzgänger nach Österreich: Wo Sie Steuern zahlen

Mehr als 34.000 Deutsche fahren Tag für Tag zu ihrem Arbeitsplatz nach Österreich. Was Österreich-Grenzgänger beachten müssen, erfahren Sie hier.

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Grenzgänger nach Österreich: Wo Sie Steuern zahlen

Die österreichische Stadt Salzburg liegt nur wenige Kilometer hinter der Grenze zu Deutschland. Bernhard pendelt täglich in die Mozartstadt – hier arbeitet er als gelernter Koch in einem Spezialitätenrestaurant. Sein Zuhause ist die zehn Kilometer entfernte Kleinstadt Freilassing. Bernhard wohnt also in Bayern und arbeitet in Österreich. Im steuerrechtlichen Sinne zählt er zur Gruppe der Grenzgänger.

In Österreich arbeiten, in Deutschland Steuern zahlen

In welchem Land muss Bernhard nun Steuern zahlen? In Österreich, in Deutschland oder sogar in beiden Ländern? Das sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den beiden Nachbarländern klärt genau diese Frage. Demnach ist Bernhard in seiner Heimat steuerpflichtig. Er erfüllt alle Voraussetzungen, um vom Fiskus als Grenzgänger anerkannt zu werden:

  • Wohnsitz in der Grenzzone: Wohnort sowie Arbeitsort dürfen nur maximal 30 Kilometer Luftlinie von der Grenze entfernt liegen. Für Bernhard trifft das zu: Sowohl Salzburg als auch Freilassing liegen innerhalb der definierten Grenzzone.
  • 45-Tage-Regel: Grenzgänger dürfen nur 45 Tage im Jahr nicht an ihren Wohnort zurückkehren oder außerhalb der Grenzzone tätig sein. Krankheits- und Urlaubstage sind keine sogenannten „Nichtrückkehrtage“. Für Bernhard sind die Regelungen kein Problem: Er ist meistens im Restaurant in Salzburg tätig und übernachtet immer zuhause im nahen Freilassing. Nur in seltenen Fällen hilft er in der Zweigstelle des Restaurants in Innsbruck aus.

Damit Bernhards Arbeitgeber in Österreich nicht automatisch die Einkommensteuer von seinem Gehalt abzieht, muss er zunächst einige Formalitäten erledigen: Er meldet sich beim zuständigen deutschen Finanzamt an und bekommt eine Grenzgängerbescheinigung, die er seinem Arbeitgeber in Österreich vorlegt. Außerdem benötigt das Finanzamt eine Verdienstbescheinigung, auf deren Grundlage die Vorauszahlungen für die Einkommensteuer berechnet werden. Diese werden vierteljährlich zu festen Terminen fällig. Außerdem muss er, wie jeder andere deutsche Arbeitnehmer auch, jedes Jahr bis zum 31. Mai eine Einkommensteuererklärung abgeben.

Wann geht die Grenzgängereigenschaft verloren?

Wenn Bernhard außerhalb der Grenzzone arbeiten oder wohnen würde oder dienstlich mehr als 45 Tage außerhalb der Grenzzone unterwegs wäre, verliert er seinen Status als Grenzgänger. Die Folge: Er muss in Österreich Einkommensteuer zahlen. Bei Berufskraftfahrern hat man die Bestimmungen etwas gelockert: Sie verlieren ihre Grenzgängereigenschaft erst, wenn sie sich auf ihren Tagestouren überwiegend, also mehr als die Hälfte der täglichen Arbeitszeit, außerhalb der Grenzzone aufhalten.

Nicht zu den Grenzgängern zählen Deutsche, die in Österreich wohnen und arbeiten. Sie müssen ihre Steuerklärung beim österreichischen Finanzamt abgeben. Alle ihre Einkünfte, auch die in Deutschland oder anderen Ländern, sind dann in Österreich steuerpflichtig.

Eine Ausnahme gibt es auch für Beschäftigte im öffentlichen Dienst: Sie müssen ihren Arbeitslohn grundsätzlich in Österreich versteuern, egal ob sie Grenzgänger sind oder nicht.

Übrigens:

Benötigen Sie weitere Informationen rund um das Thema Grenzgänger? Die Beraterinnen und Berater der VLH beantworten Ihre Fragen. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

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