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Was sind Werbungskosten?

Ob Fahrtkosten, Fortbildung oder Fachbücher: Alle Ausgaben rund um den Job heißen Werbungskosten. Und für diese Ausgaben können Sie Geld zurückbekommen.

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Was sind Werbungskosten?

Sie fahren mit dem Auto zur Arbeit, machen eine Fortbildung oder ziehen in eine neue Stadt – und all das nur, damit Sie einen guten Job haben und Geld verdienen. Die Finanzverwaltung nennt diese Kosten Werbungskosten. Und weil Werbungskosten eng mit dem Geldverdienen zusammenhängen, unterstützt Sie der Staat. Das heißt: Sie dürfen die Werbungskosten von ihren Einnahmen abziehen. Nur auf das Geld, was übrig bleibt, müssen Sie Steuern zahlen.

Werbungskosten können Sie haben, wenn Sie a) Geld als Arbeitnehmer verdienen, b) Rente bekommen, c) Geld bei einer Bank anlegen und Zinsen erhalten, d) ein Mietshaus haben und Miete einnehmen und e) wenn Sie sonstige Einkünfte haben, die nicht durch eine Selbstständigkeit entstehen.

Was zählt alles zu den Werbungskosten für Arbeitnehmer?

Es gibt viele Dinge rund um Ihren Job, für die Sie Geld ausgeben müssen und wofür Sie am Ende des Jahres Steuern zurückbekommen können. Weil es allerdings sehr viele verschiedene Berufe gibt und deshalb auch unterschiedliche Ausgaben, haben wir hier die wichtigsten für Sie zusammengefasst:

  • Die Fahrten zur Arbeit, egal ob mit einem öffentlichen Verkehrsmittel, dem eigenen Auto oder mit einer Fahrgemeinschaft.
  • Reisekosten bei einer Dienstreise.
  • Berufsbekleidung, wie beispielsweise einen Laborkittel.
  • Fachbücher oder -zeitschriften, die um Ihr berufliches Thema kreisen und Sie auf dem Laufenden halten.
  • Werkzeug, das Sie für Ihren Job brauchen, zum Beispiel die Frisörschere.
  • In manchen Fällen das Arbeitszimmer zu Hause.
  • Eine Zweitwohnung, die Sie aus beruflichen Gründen brauchen.
  • Fortbildungen oder Weiterbildungen.
  • Die Kosten für eine zweite Ausbildung.
  • Kosten für die Bewerbung um eine neue Stelle.
  • Kosten für einen Umzug zum Beispiel zu einer neuen Arbeitsstelle.
  • Unfallkosten, die auf dem Weg zur Arbeit entstanden sind.
  • Beiträge zu Berufsverbänden und Gewerkschaften.
  • Steuerberatungskosten für die Erstellung der Anlage N (für Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit).
  • Bestimmte Versicherungsbeiträge wie zum Beispiel die Berufshaftpflichtversicherung.
  • Kontoführungsgebühren.
  • Anwaltskosten und Gerichtskosten, zum Beispiel bei Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber.
  • (Behandlungs-) Kosten bei Berufskrankheiten.

Alle Quittungen und Kassenzettel für Bustickets, Arbeitskleidung oder andere berufliche Ausgaben zählen Sie am Jahresende zusammen und tragen sie in Anlage N Ihrer Steuererklärung ein. Danach machen Sie eine Kopie aller Belege und legen die Originale zur Steuererklärung in den Umschlag.

 

Übrigens:

Der Staat erlaubt jedem Arbeitnehmer, pauschal 1.000 Euro im Jahr als Werbungskosten geltend zu machen. Das bedeutet, dass das Finanzamt immer automatisch 1.000 Euro vom Jahreseinkommen abzieht, auch wenn Sie weniger Kosten hatten. Wie das funktioniert, erklärt unser Steuer ABC zum Thema Werbungskostenpauschale.

Unsere Infografik gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die gängigsten Werbungskosten:

 

 

Kann ich auch als Rentner Werbungskosten haben?

Natürlich dürfen auch Rentner Werbungskosten in die Steuererklärung eintragen und zwar in die Anlage R. Welche Werbungskosten das sind, erklärt Ihnen unser Steuer-Tipp Rentner können Werbungskosten von der Steuer absetzen.

Gibt es auch Werbungskosten bei Kapitaleinkünften?

Wenn Sie Geld verdienen, indem Sie Ihr Geld geschickt anlegen, haben Sie meisten auch Kosten für Bankgebühren etc. Seit 2009 dürfen Sie diese Kosten aber nicht mehr in tatsächlicher Höhe als Werbungskosten von den Einnahmen abziehen. Stattdessen gibt es den sogenannten Sparer-Pauschbetrag, bei dem nur noch Kosten von maximal 801 Euro für Kapitaleinkünfte in die Steuererklärung (Anlage KAP) eingetragen werden dürfen. Das heißt: Mehr als 801 Euro gibt es nicht, egal wie hoch die Kosten sind.

Was sind Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung?

Auch Vermieter können Werbungskosten in die Steuererklärung eintragen, genau gesagt in Anlage V (für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung). Dazu gehören beispielsweise die Grundsteuer für das Mietshaus sowie Renovierungskosten. Welche Kosten Vermieter noch als Werbungskosten absetzen können, erfahren Sie in unserem Artikel Was Vermieter von der Steuer absetzen können. Eine Grenze gibt es übrigens nicht.

Und was ist, wenn ich noch "Sonstige Einkünfte" habe?

Zu den sonstigen Einkünften (Anlage SO) zählen zum Beispiel der Unterhalt von einem Ex-Partner oder die Abgeordnetenbezüge eines Politikers. Auch hier kann es Werbungskosten geben. Bei Unterhaltseinkünften gilt beispielsweise ein Pauschbetrag von 102 EUR. Dieser Betrag wird automatisch von den Einnahmen abgezogen und nur für den Rest müssen Sie Steuern bezahlen.

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