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Sky Fußball-Abo von der Steuer absetzen

Bundesliga im Pay-TV schauen und die Kosten dafür von der Steuer absetzen? Das kann gehen – sofern man das Fußball-Abo beruflich nutzt.

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Sky Fußball-Abo von der Steuer absetzen

Ein hauptamtlicher Torwarttrainer im Bereich des Lizenzfußballs schloss ein Abo mit dem Pay-TV Sender Sky ab. Er buchte die Pakete „Fußball Bundesliga“, „Sport“ und „Sky Welt“. Die Kosten für das Bundesliga-Paket trug er als Werbungskosten in seiner Steuererklärung ein. Die Begründung: Er nutze das Paket ganz überwiegend zum Kenntnisgewinn im Zusammenhang mit seiner Trainertätigkeit.

Sowohl das Finanzamt als auch das später eingeschaltete zuständige Finanzgericht lehnten einen Abzug der Pay-TV-Kosten kategorisch ab. Ein Sky-Abonnement sei immer privat und nicht beruflich veranlasst. Die Inhalte des Pakets seien nicht mit Fachliteratur vergleichbar.

Bundesfinanzhof schließt Abzug der Kosten nicht aus

Der konkrete Fall wanderte vor den Bundesfinanzhof (BFH). Die Richter aus München haben die Vorentscheidung des Finanzgerichts am 16. Januar 2019 aufgehoben und den Fall an die Kollegen zurückverwiesen. Sie betonten in der Urteilsbegründung, dass für einen Abzug der Kosten die Güter ausschließlich oder zumindest weitaus überwiegend beruflich genutzt werden müssen. Eine geringfügige private Mitbenutzung sei unschädlich. Dementsprechend können die Kosten eines Fußballtrainers für ein Sky Fußball-Abo grundsätzlich Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit sein.

Bei einem Trainer eines Lizenzfußballvereins hielten die Richter eine „weitaus überwiegende berufliche Nutzung des Pakets ‚Bundesliga‘ jedenfalls nicht für ausgeschlossen“ (Aktenzeichen VI R 24/16). Die Aufgabe des Finanzgerichts ist es jetzt, die tatsächliche Verwendung des Sky Fußball-Abos zu prüfen. Der BFH regt dazu an, die Trainerkollegen und andere Spieler zu vernehmen.

Urteil bricht mit gängiger Praxis

Das Urteil des BFH kommt durchaus überraschend und bricht mit gängiger Praxis. So versuchte beispielsweise bereits 2008 ein Profifußballer, die Kosten für ein (damals noch) Premiere-Abonnement von der Steuer abzusetzen. Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz erklärte, dass zwar ein „gewisser objektiver Zusammenhang“ zwischen dem Premiere-Abo und dem Beruf bestehe. Man könne aber nicht ausschließen, dass das Abo auch für private Zwecke genutzt werde. Die Konsequenz damals: Die Kosten fürs Pay-TV konnten nicht in der Steuererklärung eingetragen werden (Aktenzeichen 1 K 1490/12).

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Quellen

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