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Trucker können Kosten für Raststätten absetzen

Kaffee trinken, duschen oder übernachten: Autobahnraststätten decken fast jeden Bedarf eines Lkw-Fahrers. Welche Kosten Fernfahrer absetzen können, erfahren Sie hier.

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Eine gute Nachricht für alle Trucker: Seit dem 01.01.2020 können Berufskraftfahrer eine Übernachtungspauschale in Höhe von 8 Euro pro Kalendertag von der Steuer absetzen – und zwar zusätzlich zum “normalen” Verpflegungspauschbetrag

Das heißt: Wenn Sie als Lkw-Fahrer in Ihrer Schlafkabine auf einer Raststätte oder auf einem Autohof übernachten und Sie dort die kostenpflichtigen Duschen, Toiletten und Waschräume nutzen, eventuell sogar Park- oder Abstellgebühren zahlen müssen und ab und an Aufwendungen für die Reinigung der eigenen Schlafkabine haben, dann beteiligt sich ab jetzt der Fiskus an diesen Kosten. 

Die Lkw-Übernachtungspauschale ab 2020

Dieser neue Übernachtungspauschbetrag gilt für den An- oder Abreisetag sowie jeden Kalendertag mit einer Abwesenheit von 24 Stunden im Rahmen einer Auswärtstätigkeit - und das im In- oder Ausland. Das heißt vereinfacht: Die Übernachtungspauschale von 8 Euro wird für jeden Kalendertag berücksichtigt, an dem der Lkw-Fahrer auch einen Verpflegungspauschbetrag für Auswärtstätigkeit beanspruchen könnte. 

Übrigens

Wird der neue Pauschbetrag in der Steuererklärung verwendet, ist es egal, wenn die tatsächlichen Aufwendungen niedriger waren. Wichtig ist nur, dass tatsächlich Kosten entstanden sind. 

Auch höhere Kosten lassen sich absetzen

Natürlich können auch höhere Aufwendungen als die 8 Euro Übernachtungspauschale nachgewiesen und geltend gemacht werden. Dann braucht es aber die entsprechenden Nachweise. Außerdem gilt: Ob Sie die tatsächlichen Mehraufwendungen oder den gesetzlichen Pauschbetrag für Ihre Steuererklärung verwenden wollen, müssen Sie einheitlich für das ganze Jahr entscheiden.

Unser Tipp:

Um die höheren Kosten nachweisen zu können, empfiehlt das Bundesministerium der Finanzen in einem BMF-Schreiben vom 04.12.2012 folgendes Vorgehen. Führen Sie drei Monate lang eine Liste darüber, wann und wo Sie eine kostenpflichtige Toilette oder Dusche benutzt haben: Tag, Datum, Uhrzeit, Name der Autobahnraststätte oder ähnlichem und die Höhe der Kosten. Für Ihre Übernachtungen in der Schlafkabine Ihres Lkw gilt das gleiche, außer dass Sie dafür in der Regel keine Kosten notieren müssen. Wichtig: Nicht zu den Auslagen gehören die Wertbons, die Sie auf Einkäufe anrechnen lassen.

Rechnen Sie anhand Ihrer Aufzeichnungen Ihren täglichen Durchschnittsbetrag aus. Diesen Betrag können Sie für jeden Tag, den Sie beruflich mit dem Lkw unterwegs sind, in Ihrer Steuererklärung angeben. Nicht vergessen: Die Drei-Monats-Liste an die Steuererklärung hängen.

Wenn der Arbeitgeber die Kosten erstattet

Wenn Fernkraftfahrer als Arbeitnehmer angestellt sind und ihnen ihr Arbeitgeber die Reisenebenkosten komplett erstattet, können diese natürlich nicht mehr in die Steuererklärung eingetragen werden. Wurden allerdings die tatsählichen Kosten ermittelt und der Arbeitgeber überweist weniger, ist die Differenz wieder absetzbar.

Übrigens

Können die tatsächlichen Kosten nicht per Quittungen nachgewiesen werden, darf der Arbeitgeber dennoch die entstandenen Kosten erstatten, und zwar steuerfrei bis zur Höhe des neuen Pauschbetrags - also 8 Euro pro Übernachtung.

Vor 2020 musste man schätzen

Im Sommer 2012 fällte das oberste Steuergericht in Deutschland, der Bundesfinanzhof (BFH), ein positives Urteil für alle Lkw-Fahrer: Wenn der Fahrer in der Schlafkabine des Lkw übernachtet und für die Benutzung einer Toilette oder Dusche auf einer Raststätte bezahlen muss, können diese Kosten von der Steuer abgesetzt werden.

Lagen Ihnen als Lkw-Fahrer keine Nachweise vor, konnten Sie deren Höhe schätzen. Im Rahmen waren dabei arbeitstägliche Kosten in Höhe von 5 Euro. Das wurde auch gerichtlich bestätigt.

Am 31. Juli 2019 brachte das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf auf den Weg. Inhalt war unter anderem die geplante Einführung eines neuen Pauschbetrags für Berufskraftfahrer in Höhe von 8 Euro pro Kalendertag. Bundestag und Bundesrat stimmten der Neuregelung zu und so ist seit 2020 die neue Übernachtungspauschale für Fernkraftfahrer anwendbar.

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