Beratersuche starten
Berater suchen
Servicetelefon
06321 96 39 96 9

Trucker können Kosten für Raststätten absetzen

Kaffee trinken, duschen oder übernachten: Autobahnraststätten decken fast jeden Bedarf eines Lkw-Fahrers. Welche Kosten Sie absetzen können, erfahren Sie hier.

Mit anderen teilen
Trucker können Kosten für Raststätten absetzen

Im Sommer 2012 fällte das oberste Steuergericht in Deutschland, der Bundesfinanzhof (BFH), ein positives Urteil für alle Lkw-Fahrer: Wenn der Fahrer in der Schlafkabine des Lkw übernachtet und für die Benutzung einer Toilette oder Dusche auf einer Raststätte bezahlen muss, können diese Kosten von der Steuer abgesetzt werden.

Fehlt der Nachweis, Kosten schätzen

Aber wie kann man alle Kosten nachweisen, fragen Sie sich jetzt vielleicht und denken an die vielen weggeworfenen Quittungen. Oder an die vielen Situationen, in denen Sie gar keine Quittung bekommen haben. Auch darauf hatten die Richter des BFH eine Antwort: Liegen Ihnen als Lkw-Fahrer keine Nachweise vor, können Sie deren Höhe schätzen. Im Rahmen wären dabei arbeitstägliche Kosten in Höhe von 5 Euro.

Das Finanzgericht München: aktuell geurteilt

Ein Vorgehen, das sich bewährt hat. Denn drei Jahre später, im September 2015 blieb das Finanzgericht München der Linie des BFH treu. Die Richter aus Bayern betonten erneut, dass eine Schätzung der Kosten in Höhe von 5 Euro je Übernachtung "keinesfalls überhöht" erscheint.

Unser Tipp:

Führen Sie drei Monate lang eine Liste darüber, wann und wo Sie eine kostenpflichtige Toilette oder Dusche benutzt haben: Tag, Datum, Uhrzeit, Name der Autobahnraststätte oder ähnlichem und die Höhe der Kosten. Für Ihre Übernachtungen in der Schlafkabine Ihres Lkw gilt das gleiche, außer dass Sie dafür in der Regel keine Kosten notieren müssen.

Rechnen Sie anhand Ihrer Aufzeichnungen Ihren täglichen Durchschnittsbetrag aus. Diesen Betrag können Sie für jeden Tag, den Sie beruflich mit dem Lkw unterwegs sind, in Ihrer Steuererklärung angeben. Zwischen drei und fünf Euro erkennt das Finanzamt normalerweise pro Tag an. Nicht vergessen: Die Drei-Monats-Liste an die Steuererklärung hängen. Sollte das Finanzamt Ihre Kosten nicht anerkennen, legen Sie Einspruch ein und verweisen Sie auf das BFH-Urteil mit dem Aktenzeichen VI R 48/11 und das Urteil des Finanzgericht Münchens mit dem Aktenzeichen 7 K 2393/13.

Mit anderen teilen