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Kind mit Lernschwierigkeit

ADS, ADHS, Legasthenie oder Dyskalkulie. Wer ein besonderes Kind aufzieht, hat meistens hohe Kosten. Diese können unter bestimmten Umständen abgesetzt werden.

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Hat Ihr Kind eine Lernschwierigkeit und beruht diese auf einer Krankheit, zählen die hiermit verbundenen Aufwendungen zu den Krankheitskosten und können als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden. Das ist zum Beispiel bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie), die auf einer Hirnfunktionsstörung beruht, oder bei einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) der Fall.

Das hei√üt: Nur wenn die Lernschwierigkeit Ihres Kindes als Krankheit anerkannt ist, k√∂nnen Sie die Kosten, die nicht von der Krankenkasse √ľbernommen werden, in die Steuererkl√§rung eintragen.

Diese Kosten können Sie bei einer Lernschwierigkeit absetzen

Wenn Ihr Kind nachweislich ADS, ADHS, Legasthenie oder eine Dyskalkulie etc. hat und diese vom Arzt bestätig wurde, können Sie folgende Kosten absetzen:

  • Kosten f√ľr Arzt und Medikamente.
  • Kosten f√ľr Nachhilfe und Lernmaterialien. Mehr dazu im Steuer-Tipp zur Nachhilfe.
  • Kosten f√ľr eine Privatschule, wenn diese Aufgrund der Lernschwierigkeit besucht wird. Mehr dazu in unserem Artikel √ľber Schulgeld.
  • Kosten f√ľr eine psychotherapeutische Behandlung oder die ausw√§rtige Unterbringung Ihres Kindes in einer Spezialeinrichtung. Siehe ¬ß 64 EStDV.
  • Die Kosten der Begleitung Ihres Kindes zu den entsprechenden Therapiema√ünahmen, inklusive Ihrer Fahrtkosten.¬†

√úbrigens:

Nat√ľrlich k√∂nnen auch Erwachsene, die an einer Lernschwierigkeit leiden, ihre Kosten entsprechen absetzen, wenn ihre "Krankheit" √§rztlich nachgewiesen wurde.


Amtsärztliches Attest oder einfacher Nachweis vom Hausarzt

Fr√ľher musste als Voraussetzung f√ľr krankheitsbedingte Ausgaben immer ein vorausgegangenes amts√§rztliches Attest vorgelegt werden. Ansonsten erkannte das Finanzamt die Kosten nicht an. 2010 gab der Bundesfinanzhof (BFH) diese Rechtsprechung auf (Aktenzeichen VI R 17/09). Nun reichte auch ein einfaches Attest des Hausarztes als Nachweis aus. Darauf reagierte der Gesetzgeber rasch mit einer Gesetzes√§nderung. Daher gilt seit 2011 wieder: Krankheitsbedingte Ausgaben k√∂nnen nur mit amts√§rztlichem Attest steuerlich geltend gemacht werden, wenn es sich nicht um Arznei-, Heil- und Hilfsmittel im engeren Sinne handelt. Das gilt auch r√ľckwirkend f√ľr alle noch offenen Streitf√§lle, wie das Finanzgericht M√ľnster in einem Urteil vom 18. Januar 2012 entschied.

Unser Tipp:

Aus steuerlicher Sicht ist es sinnvoll die Lernschw√§che Ihres Kindes amts√§rztlich als Krankheit nachweisen zu k√∂nnen. Das geht mit einem amts√§rztlichen Attest oder auch mit einem Attest des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung. Diesen Nachweis muss das Finanzamt immer anerkennen. Auch wichtig: Das amts√§rztliche Attest muss¬†vor dem Beginn der F√∂rderma√ünahmen eingeholt werden. Ein nachtr√§glich erstelltes Attest f√ľhrt¬†zu Anerkennungsproblemen.

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