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Alleinerziehend: Steuerklasse II (2) nutzen, Entlastungsbetrag sichern

Sie sind alleinerziehend? Dann sichern Sie sich jetzt schnell Steuervorteile. Wir zeigen, wie das geht!

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Insgesamt 8,2 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern gab es 2017 in Deutschland,  davon gut 1,5 Millionen Familien von Alleinerziehenden. Das zeigt die Broschüre "Alleinerziehende in Deutschland 2017" des Statistischen Bundesamtes.

Eine weitere Erkenntnis: Es gibt in Deutschland immer mehr Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern. Die Zahl der Alleinerziehenden nahm von 1997 bis 2017 von 1,3 Millionen auf 1,5 Millionen zu. Im Gegensatz dazu hat sich die Gesamtzahl der Familien mit minderjährigen Kindern im gleichen Zeitraum von 7,6 auf 5,7 Millionen verringert. 

Eine dieser Alleinerziehenden ist Lydia. Sie lebt mit ihrer kleinen Tochter in Köln. Als Single ist die junge Mutter an und für sich der Steuerklasse I (1) zugeordnet. Da der Fiskus Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern allerdings unterstützt, kann Lydia – genau wie andere Alleinerziehende auch – in die Steuerklasse II (2) wechseln und sich den Entlastungsbetrag sichern.

Doch wann ist man steuerlich gesehen Alleinerziehend?

Um in den Genuss der Steuervorteile zu kommen, müssen Sie einige Voraussetzungen erfüllen. Nämlich:

  • Sie leben mit Ihrem Kind in einer gemeinsamen Wohnung.
  • Ihnen steht Kindergeld oder der Kinderfreibetrag für das Kind zu.
  • Sie sind unverheiratet.
  • Sie leben nicht in einer sogenannten Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person.

Wechsel in Steuerklasse II (2)

Um in die Steuerklasse II (2) wechseln zu können, muss Lydia das Formular "Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" ausfüllen und bei ihrem Finanzamt abgeben. Das Finanzamt teilt Lydias Arbeitgeber den Wechsel automatisch mit, die junge Mutter muss sich selbst um nichts kümmern.

Entlastungsbetrag bringt mindestens 1.908 Euro jährlich

Alleinerziehenden in Steuerklasse II (2) steht ein sogenannter Entlastungsbetrag zu. Der liegt seit 2015 bei 1.908 Euro im Jahr für das erste Kind. Für jedes weitere Kind gibt es weitere 240 Euro. Das heißt: Lydias Chef zieht ihr dank des Alleinerziehendenentlastungsbetrages jeden Monat weniger Lohnsteuer vom Gehalt ab als in Steuerklasse I (1). Lydia, wie alle Alleinerziehenden, muss nur die oben genannten Voraussetzungen erfüllen. 

Eine Erhöhung des Alleinerziehendenentlastungsbetrags ist in naher Zukunft nicht geplant. Dies teilte die Bundesregierung im Januar 2019 auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion mit. In Zuge dessen wurde auch veröffentlicht, dass aktuell rund 1,3 Millionen Steuerpflichtige den Alleinerziehenden-Freibetrag erhalten und das zu geschätzten steuerlichen Mindereinnahmen von rund 600 Millionen Euro pro Jahr führt.

Neue Ehe: Steuerklasse wechseln

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass ein Viertel der Alleinerziehenden innerhalb der ersten drei Jahre den Status "alleinerziehend" wieder verliert, weil sie einen neuen Partner finden. Auch Lydia hat zwei Jahre nach der Trennung von ihrem ersten Mann einen neuen Partner und wird in wenigen Tagen erneut heiraten. Nach der Hochzeit muss Lydia die Steuerklasse wieder wechseln. Für Verheiratete gibt es drei mögliche Kombinationen, zum Beispiel Steuerklasse IV (4) und IV (4) mit Faktor.

 

Unser Tipp:

Um an das Formular "Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" zu kommen, müssen Sie nicht erst den Weg zu Ihrem Finanzamt in Kauf nehmen. Denn das Formular steht auch bequem online zum Abruf bereit. Unter folgendem Link können Sie sich das Formular herunterladen und sich den Alleinerziehendenentlastungsbetrag in Höhe von 1.908 Euro für das erste Kind und weitere 240 Euro für jedes weitere Kind pro Jahr sichern: https://www.formulare-bfinv.de/

Weitere Steuervorteile für Eltern

Darüber hinaus steht Alleinerziehenden – wie allen Eltern in Deutschland – natürlich auch Kindergeld oder der Kinderfreibetrag zu. Was viele nicht wissen: Auch Kosten, die für die Kinderbetreuung anfallen, können in der Steuererklärung eingetragen werden. Dazu gehören beispielsweise Kosten für die Tagesmutter, den Kindergarten oder den Babysitter. Einzige Einschränkung: Eltern können dafür maximal 4.000 Euro pro Kind und Jahr von der Steuer absetzen.

Übrigens:

Kindergeld und Kinderfreibetrag werden regelmäßig erhöht. Die letzte Erhöhung des Kinderfreibetrags stand am 1. Januar 2019 an, er stieg auf 7.620 Euro. Das Kindergeld wurde am 1. Juli 2019 erhöht, und zwar um 10 Euro pro Kind.

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Quellen

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