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Alleinerziehend: Steuerklasse II (2) nutzen, Entlastungsbetrag sichern

Sie sind alleinerziehend? Dann sichern Sie sich jetzt schnell Steuervorteile. Wir zeigen, wie das geht!

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Insgesamt leben 11,4 Millionen Familien mit Kindern in Deutschland, davon gut 2,6 Millionen Familien von Alleinerziehenden, so das Statistischen Bundesamtes in einer Pressemitteilung vom 7. November 2019. Es bestätigt damit den bundesweiten Trend zu mehr Alleinerziehenden.

Das bedeutet: Rund 3,6 Millionen Kinder lebten in Deutschland im Jahr 2018 mit nur einem Elternteil zusammen. Im Vergleich zum Jahr 1996 stieg ihre Anzahl damit um 17 Prozent. In 84 Prozent aller Fälle wohnten die Kinder bei ihrer alleinerziehenden Mutter.

Eine dieser Alleinerziehenden ist Lydia. Sie lebt mit ihrer kleinen Tochter in Köln. Als Single ist die junge Mutter an und für sich der Steuerklasse I (1) zugeordnet. Da der Fiskus Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern allerdings unterstützt, kann Lydia – genau wie andere Alleinerziehende auch – in die Steuerklasse II (2) wechseln und sich den Entlastungsbetrag sichern.

Wann ist man steuerlich gesehen Alleinerziehend?

Um in den Genuss der Steuervorteile zu kommen, müssen Sie einige Voraussetzungen erfüllen. Nämlich:

  • Sie leben mit Ihrem Kind in einer gemeinsamen Wohnung.
  • Ihnen steht Kindergeld oder der Kinderfreibetrag für das Kind zu.
  • Sie sind unverheiratet.
  • Sie leben nicht in einer sogenannten Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person.

Wechsel in Steuerklasse II (2)

Um in die Steuerklasse II (2) wechseln zu können, muss Lydia das Formular "Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" ausfüllen und bei ihrem Finanzamt abgeben. Das Finanzamt teilt Lydias Arbeitgeber den Wechsel automatisch mit, die junge Mutter muss sich selbst um nichts kümmern.

Weniger Steuern zahlen durch Entlastungsbetrag

Alleinerziehenden in Steuerklasse II (2) steht der sogenannte Entlastungsfreibetrag für Alleinerziehende zu, umständlich auch Alleinerziehendenentlastungsbetrag genannt. Der liegt seit 2015 bei 1.908 Euro im Jahr für das erste Kind und weiteren 240 Euro für jedes weitere Kind.

Wegen der Corona-Krise hat die Bundesregierung Im Juni 2020 den Entlastungsbetrag vorübergehend angehoben: Für die Jahre 2020 und 2021 steigt er auf 4.000 Euro. Denn Alleinerziehende seien wegen des höheren Betreuungsaufwands und der damit verbundenen Aufwendungen während der Covid-19-Pandemie besonders gefordert, so das Bundesfamilienministerium. Der Entlastungsbetrag kann von allen steuerpflichtigen Einkünften abgezogen werden und verringert somit die Steuerlast. Über weitere Änderungen wegen der Corona-Krise berichten wir in unserem Artikel Corona und die Folgen für Arbeitnehmer.

Übrigens

In unserem Nachbarland Österreich gibt es neben dem Kinderfreibetrag und dem Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, der dort allerdings Alleinerzieherabsetzbetrag heißt, auch noch den Alleinverdienerabsetzbetrag. Dieser ist als Entlastung für Familien mit mindestens einem Kind gedacht, in denen nur ein Elternteil berufstätig ist beziehungsweise der andere Elternteil sehr geringe Einkünfte hat. Diesen Absetzbetrag für Alleinverdiener gibt es in Deutschland nicht.

Neue Ehe: Steuerklasse wechseln

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass ein Viertel der Alleinerziehenden innerhalb der ersten drei Jahre den Status "alleinerziehend" wieder verliert, weil sie einen neuen Partner finden. Auch Lydia hat zwei Jahre nach der Trennung von ihrem ersten Mann einen neuen Partner und wird in wenigen Tagen erneut heiraten. Nach der Hochzeit muss Lydia die Steuerklasse wieder wechseln. Für Verheiratete gibt es drei mögliche Kombinationen, zum Beispiel Steuerklasse IV (4) und IV (4) mit Faktor.

Unser Tipp:

Um an das Formular "Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" zu kommen, müssen Sie nicht erst den Weg zu Ihrem Finanzamt in Kauf nehmen. Denn das Formular steht auch bequem online zum Abruf bereit. Unter folgendem Link können Sie sich das Formular herunterladen und sich den Alleinerziehendenentlastungsbetrag in Höhe von 1.908 Euro für das erste Kind und weitere 240 Euro für jedes weitere Kind pro Jahr sichern: https://www.formulare-bfinv.de/

Weitere Steuervorteile für Eltern

Darüber hinaus steht Alleinerziehenden – wie allen Eltern in Deutschland – natürlich auch Kindergeld oder der Kinderfreibetrag zu. Was viele nicht wissen: Auch Kosten, die für die Kinderbetreuung anfallen, können in der Steuererklärung eingetragen werden. Dazu gehören beispielsweise Kosten für die Tagesmutter, den Kindergarten oder den Babysitter. Einzige Einschränkung: Eltern können dafür maximal 4.000 Euro pro Kind und Jahr von der Steuer absetzen.

Übrigens:

Kindergeld und Kinderfreibetrag werden regelmäßig erhöht. Die letzte Erhöhung des Kinderfreibetrags stand am 1. Januar 2020 an, er stieg auf 7.812 Euro. Das Kindergeld wurde am 1. Juli 2019 erhöht, und zwar um 10 Euro pro Kind.

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Quellen