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Anleihen: Diese Steuern fallen an

Kursgewinne und Zinsen aus Anleihen unterliegen der Abgeltungssteuer. Bei Schuldverschreibungen gibt es allerdings eine Ausnahme.

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Anleihen funktionieren, vereinfacht gesagt, wie ein Kredit. Ein Beispiel: Ein Anleger kauft sogenannte Staatsanleihen. Durch den Kauf „leiht“ der Anleger dem Staat Geld. DafĂŒr bekommt der Anleger in der Regel jĂ€hrlich Zinsen, den sogenannten Kupon. Am Ende der Laufzeit erhĂ€lt der Anleger nicht nur sein eingesetztes Kapital zurĂŒck, sondern auch die letzte Zinszahlung. Eine Anleihe ist dementsprechend ein festverzinsliches Wertpapier.

Übrigens:

Staatsanleihen und Unternehmensanleihen werden ĂŒberwiegend als Schuldverschreibung auf den Inhaber ausgegeben. Das bedeutet: Die Anleihe ist nicht auf den Namen des Besitzers ausgestellt, was eine problemlose Übertragung gewĂ€hrleistet. Auch Wandelanleihen, Kassenobligationen und Zertifikate sind in der Regel Inhaberschuldverschreibungen.

Zinsen und Kursgewinne aus Anleihen unterliegen der Abgeltungssteuer

Sowohl die Zinsen, also der Kupon, als auch die Kursgewinne aus Anleihen mĂŒssen versteuert werden. Und zwar mit 25 Prozent Abgeltungssteuer zuzĂŒglich SolidaritĂ€tszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Wie bei allen KapitalertrĂ€gen greift aber auch bei den Anleihen der Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro fĂŒr Singles und 1.602 Euro fĂŒr Verheiratete.

Ausnahme: Xetra Gold Inhaberschuldverschreibungen

Eine Xetra Gold Schuldverschreibung ist eine auf GoldbestÀnde lautende nennwertlose Aktie, die an der Börse gehandelt wird. Jeder Anleger kann sich den Gegenwert der Wertpapiere in Gold ausliefern lassen.

Einige Banken und FinanzĂ€mter werteten die Umwandlung als EinkĂŒnfte aus Kapitalvermögen – entsprechend wurde Abgeltungssteuer fĂ€llig. Ein Anleger wehrte sich per Klage gegen diese Entscheidung. Der Anleger argumentierte, dass er die Xetra Gold Inhaberschuldverschreibungen nicht verkauft, sondern lediglich in Gold getauscht hĂ€tte. Das Gold sei immer noch in seinem Besitz, entsprechend lĂ€gen keine EinkĂŒnfte aus Kapitalvermögen vor.

Der Bundesfinanzhof stĂ€rkte dem Anleger den RĂŒcken: Die Schuldverschreibung verbriefe keine Kapitalforderung, sondern einen Anspruch auf eine Sachleistung – die Lieferung des physischen Goldes. Die Umwandlung der Schuldverschreibung in physisches Gold sei keine VerĂ€ußerung.

Xetra Gold Schuldverschreibungen: Kein privates VerĂ€ußerungsgeschĂ€ft

Bis Februar 2018 war auch folgende Frage noch offen: Ist der Erwerb von Xetra Gold Schuldverschreibungen mit nachfolgender Lieferung physischen Goldes ein privates VerĂ€ußerungsgeschĂ€ft? Der Bundesfinanzhof verneinte die Frage und zeigte auch in diesem Fall ein Herz fĂŒr Anleger (Aktenzeichen IX R 33/17).

Bei der Einlösung einer Xetra Gold Inhaberschuldverschreibung fehle die entgeltliche Übertragung, so die Richter. Anleger wĂŒrden lediglich den verbrieften Anspruch auf die Lieferung des Goldes einlösen. Dadurch steigere sich nicht die wirtschaftliche LeistungsfĂ€higkeit, außerdem bestehe ein Risiko eines fallenden Goldpreises.
 

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