Beratersuche starten
Berater suchen
Servicetelefon
06321 96 39 96 9

Keine Steuern auf Lottogewinne

Gute Nachricht für alle Lottospieler: Lottogewinne sind steuerfrei. Was Sie steuerlich aber dennoch beachten müssen, erklären wir hier.

Mit anderen teilen
Keine Steuern auf Lottogewinne

1 : 140 Millionen – die Chancen auf einen Sechser im Lotto mit Superzahl stehen denkbar schlecht. Aber es gibt ja noch viele weitere Gewinnklassen mit deutlich besseren Gewinnchancen. Gehören Sie zu den glücklichen Gewinnern, gibt es eine weitere gute Nachricht: Lottogewinne sind grundsätzlich steuerfrei.

Denn ein Lottogewinn ist Glücksache – damit fällt der Gewinn nicht unter eine der Einkunftsarten, die in § 2 Absatz 3 des Einkommensteuergesetzes geregelt sind. Die Konsequenz ist, dass für den Lottogewinn selbst keine Steuern fällig werden.

Übrigens:

Wer Lotto spielt, unterstützt trotzdem indirekt das Finanzamt: Öffentliche Lotterien und Ausspielungen in Deutschland unterliegen der Lotteriesteuer. Die Lotteriesteuer beträgt 16 2/3 Prozent des planmäßigen Preises sämtlicher Lose. Von jedem Euro, den Sie für einen Tipp investieren, gehen also automatisch 16,66 Cent Lotteriesteuer an den Fiskus.

Zinsen auf Lotteriegewinne sind steuerpflichtig

Für das Finanzamt wird Ihr Lottogewinn erst interessant, wenn Sie das gewonnene Geld anlegen und damit Zinsen erwirtschaften. Die zählen dann zum Bereich Kapitalerträge und die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent greift.

Immerhin: Wenn Sie für Ihren Gewinn weniger als 801 Euro an Zinsen im Jahr bekommen, bleiben dank Sparerpauschbetrag auch die Zinsen steuerfrei. Für Ehepaare gilt der doppelte Betrag. Ein Beispiel: Wenn Sie 30.000 Euro gewinnen und auf ein Tagesgeldkonto mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent einzahlen, erhalten Sie 750 Euro Zinsen pro Jahr. Damit liegen Sie unter den 801 Euro und müssen keine Steuern auf die Zinsen zahlen. Das gilt aber nur, wenn Sie keine weiteren Einkünfte aus Kapitalerträgen haben.

Bei ausländischem Lottogewinn können Steuern fällig werden

Aufpassen müssen Sie bei einer Teilnahme an einer ausländischen Lotterie wie zum Beispiel der spanischen Weihnachtslotterie El Gordo oder der amerikanischen Powerball Lotterie. Über die Steuerabgaben entscheidet der Staat, in dem die Lotterie ansässig ist.

Drei Beispiele:

  • In Spanien müssen Lottogewinne, die eine Gewinnsumme von 2.500 Euro überschreiten, versteuert werden. Und zwar mit einem Steuersatz von 20 Prozent.
  • In Amerika ist es deutlich komplizierter: Ist der Lotteriegewinn höher als 5.000 Euro, werden für Ausländer 30 Prozent Steuern fällig. Hinzu kommen – je nach Bundesstaat, in dem das Los gekauft wurde – weitere fünf bis acht Prozent.
  • In der Schweiz werden für Lottogewinne über 1.000 Schweizer Franken 35 Prozent Steuern abgezogen.

Es gibt aber auch Länder wie Österreich, Belgien oder Großbritannien, in denen ebenfalls keine Steuern auf Lottogewinne verlangt werden.

Monatliche Sofortrente steuerlich umstritten

Kontrovers diskutiert wird die steuerliche Behandlung einer monatlichen Sofortrente. Ein Lotteriegewinn in dieser Form kann vom Finanzamt im Einzelfall als steuerpflichtige Rentenzahlung behandelt werden. Ist das der Fall, werden auch auf den sonst steuerfreien Lotteriegewinn plötzlich Steuern fällig.

Unser Tipp:

Wenn Sie eine monatliche Sofortrente gewonnen haben, sollten Sie schnellstmöglich Kontakt zu Ihrem Finanzamt aufnehmen und klären, wie der Lottogewinn bei Ihnen vor Ort versteuert wird. Sieht Ihr Finanzamt den Gewinn als steuerpflichtige Rentenzahlung, kann es sich unter Umständen lohnen, sich den Lottogewinn als Sofortauszahlung ausschütten zu lassen.

Natürlich stehen Ihnen bei steuerlichen Fragen auch gerne unsere Beraterinnen und Berater zur Seite. Finden Sie hier eine VLH-Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

Einschränkung bei Gewinnen aus Fernsehshows

Wer als Kandidat an einer Fernsehshow teilnimmt und einen Gewinn erzielt, muss ihn als "sonstige Einkünfte" versteuern. Das entschied 2012 der Bundesfinanzhof und begründete sein Urteil so: Wenn die Teilnahme an einer TV-Show eine vertraglich vereinbarte Leistung ist, stellt das Preisgeld ein Entgelt dieser Leistung dar. Nachlesen können Sie das Urteil im Internet unter dem Aktenzeichen IX R 6/10.

Eine endgültige Entscheidung sollte das Bundesverfassungsgericht (Aktenzeichen 2 BvR 1503/12) fällen. Doch das Gericht nahm am 24.04.2015 die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung an. Das bedeutet: Die Entscheidung des Bundesfinanzhof ist rechtens und bleibt bestehen.

Mit anderen teilen

Quellen