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Spende an den Papst ist nicht absetzbar

Eine Spende an den Papst können Sie in Deutschland nicht absetzen – denn der Vatikan gehört weder zur EU noch zum Europäischen Wirtschaftsraum.

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Spende an den Papst ist nicht absetzbar

Nehmen wir einmal an, Sie sind ein Fan des neuen Papstes und möchten Geld direkt an ihn spenden. Das geht sogar. Aber: Sie können die Spende in Deutschland dann nicht in Ihrer Steuererklärung eintragen. Das hat das Finanzgericht Köln in einem am 17. Februar 2014 veröffentlichten Urteil entschieden. Die Begründung der Richter: Der Empfänger der Spende ist der Vatikanstaat – und der gehört weder zur EU, noch zum Europäischen Wirtschaftraum.

Was war passiert?

Der Geschäftsführer einer Steuerberatungs-GmbH überreichte persönlich dem früheren Papst Benedikt XVI. einen Scheck in Höhe von stolzen 50.000 Euro. Die GmbH bekam eine Spendenbescheinigung, im Steuerrecht auch Zuwendungsbestätigung genannt. Ausgestellt war die Spendenbescheinigung vom "Staatssekretär seiner Heiligkeit", als Ausstellungsort war der Vatikan eingetragen.

Spenden

Eine Spende ist eine freiwillige Ausgabe, für die man keine Gegenleistung erwartet. Damit man seine Spende von der Steuer absetzen kann, muss der Empfänger eine steuerbegünstigte Organisation sein – zum Beispiel Kirchen, gemeinnützige Vereine oder Stiftungen. Wie Sie eine Spende in Ihrer Steuererklärung eintragen, erfahren Sie hier:


STEUER ABC
Was sind Spenden und wie setzt man sie ab?


Finanzamt wollte Spende nicht anerkennen

Das Finanzamt ließ die Spende nicht gelten. Eine Spende kann in Deutschland nur von der Steuer abgesetzt werden, wenn der Empfänger zu einem Mitgliedsstaat der EU oder einem Staat des Europäischen Wirtschaftsraumes gehört – das ist beim Vatikan nicht der Fall. Die Steuerberatungs-GmbH wollte das nicht auf sich sitzen lassen und zog vor das Finanzgericht Köln.

Finanzgericht Köln lehnt Spende auch ab, lässt aber Revision zu

Die Richter des Finanzgerichts Köln bestätigten die Entscheidung der Finanzbeamten. Als Empfänger der Spende käme nur der Heilige Stuhl, der Vatikanstaat oder die katholische Weltkirche in Frage. Und die sind alle im Vatikan ansässig – also ist und bleibt die Spende nicht absetzbar. Doch die Steuerberatungs-GmbH kann noch hoffen: Die Richter ließen die Revision zum Bundesfinanzhof zu. Es werden also in Zukunft die Richter des höchsten Gerichts für Steuersachen in Deutschland entscheiden.


Unser Tipp:

Sie haben an eine steuerbegünstige Organisation – also beispielsweise eine Kirche oder einen gemeinnütziger Verein – in der EU gespendet und möchten das von der Steuer absetzen? In Theorie ist das leicht: Damit das Finanzamt die Spende sicher anerkennt, brauchen Sie eine Spendenbescheinigung nach amtlichem, deutschem Muster – und das am Besten auch in deutscher Sprache. In Praxis ist das leider nicht so einfach, denn andere Länder haben auch andere Sitten und nicht unbedingt eine deutsche Spendenbescheinigung zur Hand.

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