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Spenden im Katastrophenfall: Vereinfachter Nachweis genügt

Ob Taifun, Erdbeben oder Hochwasser: Helfen Sie im anerkannten Katastrophenfall mit einer Spende, genügt dem Fiskus ein vereinfachter Nachweis.

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Immer wieder kommt es zu Katastrophen, die die Welt erschüttern. Sei es Zyklon Idai, der 2019 in Mosambik, Malawi und Simbabwe dramatische Überschwemmungen hinterlassen hatte, oder das Erdbeben in Haiti 2010, das unzählige Menschenleben kostete. Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu schweren Unwettern mit Hochwasser, die großen Schaden anrichten - wie aktuell in diesem Sommer 2021.

Bundesfinanzministerium möchte Spendenbereitschaft fördern

Nach solchen Katastrophen reisen verschiedene Hilfsorganisationen in die betroffenen Gebiete und unterstützen die Heimgesuchten – mit Trinkwasser und Lebensmitteln, Zelten und ärztlicher Versorgung. Um überhaupt helfen zu können, sind diese Organisationen auf Spenden angewiesen. Deshalb fördert das Bundesfinanzministerium die Spendenbereitschaft und gibt sich im Katastrophenfall mit einem vereinfachten Nachweis Ihrer Spende zufrieden.

Das müssen Sie bei Spenden im Katastrophenfall beachten

So gehen Sie vor: Zuerst einmal muss das Geschehene als Katastrophenfall anerkannt sein. Ist das der Fall, muss Ihre Spende auf ein für den Katastrophenfall eingerichtetes Sonderkonto überwiesen werden. Und das auch innerhalb eines vom Finanzministerium festgelegten Zeitraums.

Aktuell:

Von 1. März 2020 bis 31. Dezember 2020 galten Sonderregelungen bei finanziellen Hilfen in der Corona-Krise. Das heißt: Bei Spenden an einen begünstigten Verein oder eine Organisation können Sie einfach einen entsprechenden Verwendungszweck angeben, denn dem Finanzamt genügt  ein vereinfachter Nachweis, zum Beispiel ein Kontoauszug - und zwar egal in welcher Höhe. Das hat das Bundesfinanzministerium in Abstimmung mit den obersten Finanzbehörden festgelegt (BMF-Schreiben vom 9. April 2020). 

Das Gleiche gilt bei Spenden für die Hochwassergeschädigten in Bayern, NRW und Rheinland-Pfalz, die bis zum 31.Oktober 2021 auf ein extra eingerichtetes Sonderkonto eingegangen sind. Auch hier reicht ein Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung eines Kreditinstitutes als Nachweis für die Steuererklärung aus. Bei vergleichbaren Spenden über ein Treuhandkonto eines Dritten genügt als Beleg eine auf den jeweiligen Zuwendenden ausgestellte Zuwendungsbestätigung des Zuwendungsempfängers. Dies geht aus den Katastrophenerlassen der jeweiligen Bundesländer hervor.

Spende wie gewohnt absetzen, nur einfacher

Tragen Sie den gespendeten Betrag wie gewohnt als Sonderausgabe in Ihrer Steuererklärung ein. Jetzt wird es einfach: Sie müssen die Spende nicht mit einer amtlichen Zuwendungsbestätigung – umgangssprachlich auch Spendenbescheinigung genannt – nachweisen. Dem Finanzamt genügt ein vereinfachter Nachweis, zum Beispiel der Bareinzahlungsbeleg oder der Kontoauszug – unabhängig vom Spendenbetrag. Das heißt: Es ist dem Fiskus im Katastrophenfall egal, ob Sie 10, 100 oder 1.000 Euro gespendet haben.

Ab 2018 wurde es sogar noch einfacher, denn Sie brauchen den vereinfachten Nachweis nicht mehr der Steuererklärung beilegen. Nur nach Aufforderung des Finanzamtes müssen Sie den Beleg nachreichen. Wichtig: Bewahren Sie die Bescheinigung sorgfältig zuhause auf – und zwar, bis Sie Ihren Steuerbescheid bekommen haben und dann ein Jahr darüber hinaus. Haben Sie also beispielsweise am 5. Mai 2021 einen Steuerbescheid bekommen, müssen Sie den Nachweis bis 5. Mai 2022 aufbewahren.

Übrigens:

Ob Spende im Katastrophenfall, an den gemeinnützigen Verein oder eine Universität – der vereinfachte Nachweis gilt bei allen Spenden bis zu 200 Euro. Lesen Sie mehr dazu: Bei Spenden bis 200 Euro reicht ein einfacher Nachweis.

Sie haben noch Fragen? Unsere Beraterinnen und Berater helfen Ihnen gerne weiter. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

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Dies ist ein redaktioneller Text des Redaktionsteams der VLH. Es erfolgt keine Beratung zu Themen, die außerhalb der steuerlichen Beratungsbefugnis eines Lohnsteuerhilfevereins liegen. Eine Beratungsleistung im konkreten Einzelfall kann nur im Rahmen der Begründung einer Mitgliedschaft und ausschließlich innerhalb der Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG erfolgen.