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Bildungskredit: Zinsen sind absetzbar

Viele Azubis und Studenten finanzieren ihre Ausbildung mit einem Bildungsdarlehen oder Studentenkredit. Die Zinsen kann man steuerlich geltend machen.

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Bildungskredit: Zinsen sind absetzbar

Aus- und Fortbildungen werden häufig mittels Darlehen beziehungsweise Kredit finanziert. Die Tilgungsraten für einen Bildungskredit sind steuerlich nicht absetzbar - weder als Werbungskosten noch als Sonderausgaben oder als außergewöhnliche Belastungen. Dies gilt auch für ein BAföG-Darlehen, wie der Bundesfinanzhof im Februar 2008 entschied (Aktenzeichen VI R 41/05).

Dafür kannst du alle Ausbildungs-, Studien- und Fortbildungskosten, die du mit dem Bildungskredit bezahlst, von der Steuer absetzen - egal von wem du das Darlehen bekommen hast. Mehr dazu in unserem Artikel Diese Ausbildungskosten kannst du von der Steuer absetzen.

Zinsen kannst du absetzen

Ebenso lassen sich die Schuldzinsen des Bildungskredits steuerlich geltend machen und zwar - wie die Kosten der Ausbildung - entweder als Sonderausgabe oder Werbungskosten. Das gilt auch, wenn du das Darlehen erst nach dem Abschluss zurückzahlst. Ob Deine Kosten und Kreditzinsen als Sonderausgaben oder als Werbungskosten gelten, erfährst du auch im Artikel über Ausbildungskosten.

 

Übrigens:

Wenn du nach deiner Ausbildung im Ausland arbeitest und dein Arbeitslohn in Deutschland steuerfrei ist, werden die Schuldzinsen nicht anerkannt. Denn die Zinsen stehen in keinem wirtschaftlichen Zusammenhang mit steuerpflichtigen Einkünften.

Bildungskredit vom Arbeitgeber

Falls du zur Finanzierung deiner Bildungsmaßnahme ein Darlehen vom Arbeitgeber bekommst, gilt folgendes:

  • Verzichtet der Arbeitgeber auf die Rückzahlung des Kredits, handelt es sich um steuerpflichtigen Arbeitslohn.
  • Musst du den Kredit zurückzahlen, weil du nach dem Abschluss nicht im Unternehmen des Arbeitgebers arbeiten willst oder kannst, ist die Rückzahlung steuerlich nicht absetzbar.

 

Übrigens:

Eventuelle Zuschläge auf den Bildungskredit oder Vertragsstrafen können in der Regel vollständig als Werbungskosten abgesetzt werden - auch wenn die Ausbildungskosten selbst nur als Sonderausgaben gelten. Es sei denn, du hast den Ausbildungs- oder Studienplatz nur bekommen weil du dich verpflichtet hattest.

Nachlaufende Studiengebühren

Eine andere Form der Studienfinanzierung ist das Modell der nachlaufenden Studiengebühren. Hier wird auf eine Vorfinanzierung durch einen Studentenkredit verzichtet. Stattdessen musst du deine Studiengebühren erst nach Abschluss des Studiums zahlen. Wie alle Studiengebühren kannst du auch die nachlaufenden Studiengebühren vollständig in die Steuerklärung eintragen. Und zwar immer in dem Jahr, in dem du sie bezahlt hast.

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