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Krankentransport-Kosten von der Steuer absetzen

Die Krankenkasse übernimmt nicht für jede Fahrt mit dem Krankentransport die Kosten. Dafür kann man sie unter Umständen von der Steuer absetzen.

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Nicht alle Krankentransport-Kosten kann man von der Steuer absetzen.

Karl, 67, hat bereits vor elf Jahren den vorzeitigen Ruhestand angetreten – gesundheitsbedingt. Schon in Teenager-Zeiten hatte er Probleme mit den Nieren. Seit dem 50. Lebensjahr wurde es schlimmer.

Er fühlt sich zwar nicht sterbenskrank, muss aber jede Woche einmal zur Dialyse ins Klinikum Ludwigshafen. Selbst Autofahren könnte er noch, will er aber nicht mehr. Und jedes Mal zur Bushaltestelle laufen ist für ihn auch keine Option.

Also nimmt er sich für jede Fahrt in die Klinik ein Taxi. Der normale Taxitarif pro Fahrt liegt bei 27,80 Euro für die Strecke bis ins Krankenhaus. Aber der Taxifahrer räumt seinem Stammkunden einen Rabatt ein und fährt Karl für 30 Euro hin und zurück. Die Kasse übernimmt die Kosten nicht, weil Karl sowohl mit dem PKW als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren könnte.

Viele Fahrten sind keine Kassenleistung

So wie Karl geht es nicht nur Menschen, die zu ambulanten Behandlungen fahren. Die Kassen zahlen beispielsweise auch dann nicht, wenn kein zwingender medizinischer Grund für den Transport vorliegt – zum Beispiel, wenn Sie sich auf eigenen Wunsch in ein anderes Krankenhaus verlegen lassen wollen.

Und auch bei einer Erkrankung im Ausland werden die Kosten für den Rücktransport in der Regel nicht übernommen. Deshalb wird diese Leistung oft als zusätzliche Option bei Reiseversicherungen angeboten.

Grundsätzlich gilt: Könnten Sie selbst die Strecke bewältigen, übernehmen die Kassen auch nicht die Kosten. Immerhin: In der Regel können Sie die Fahrtkosten zum Arzt, Therapeuten oder dem Krankenhaus von der Steuer absetzen. Der steuerfachliche Oberbegriff dafür lautet "Außergewöhnliche Belastungen".

Transportkosten als außergewöhnliche Belastungen absetzen

Außergewöhnliche Belastungen werden in § 33 des Einkommensteuergesetzes definiert. Dort heißt es wörtlich: Erwachsen einem Steuerpflichtigen zwangsläufig größere Aufwendungen als der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands (außergewöhnliche Belastung), so wird auf Antrag die Einkommensteuer dadurch ermäßigt, dass der Teil der Aufwendungen, der die dem Steuerpflichtigen zumutbare Belastung (Absatz 3) übersteigt, vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen wird.

Die Schlüsselwörter sind "zwangsläufig" und "zumutbar". Zwangsläufig ist eine Belastung, wenn Sie sich ihr nicht entziehen können. Und die Zumutbarkeit hängt damit zusammen, wie viel von Ihrem Einkommen Sie dafür aufwenden müssen.

Je mehr Einkommen, desto mehr Kosten sind zumutbar

Ob Ihr Finanzamt die Belastung als zumutbar anerkennt, können Sie selbst nachrechnen. Dabei gilt im Grundsatz: Je weniger Einkommen und je mehr Kinder Sie haben, desto weniger Kosten sind zumutbar bzw. desto mehr können sie absetzen.

Karl bezieht eine Rente von knapp 18.000 Euro pro Jahr, hat keine Kinder und ist auch nicht verheiratet. Damit könnte er die Taxifahrten erst dann von der Steuer absetzen, wenn sie sechs Prozent seines Einkommens überschreiten. Das tun sie auch. Die monatlich zu zahlenden Taxikosten von 120 Euro summieren sich auf über 1.400 Euro pro Jahr. Zumutbar wären die Kosten bereits, sobald sie 1.080 Euro pro Jahr übersteigen.

Sie sind sich nicht sicher, wie Sie Kosten in der Steuererklärung geltend machen? Fragen Sie den VLH-Berater in Ihrer Nähe.

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