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Was ist ein Verlustabzug?

Kurz gesagt: Wer in einem Jahr Miese macht, kann dank Verlustvortrag oder Verlustrücktrag Verluste in einem anderen Jahr mit dem Gewinn gegenrechnen.

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Was ist ein Verlustabzug?

Job verloren, an der Börse verspekuliert, viel Geld für die eigene Ausbildung ausgegeben: Es gibt einfach Jahre, in denen läuft nichts so, wie es soll. Zieht man am Ende des Jahres die Ausgaben von den Einnahmen ab, bleibt dann auch noch ein dickes Minus. Immerhin: Sie können Ihre Verluste steuerlich geltend machen – mit dem sogenannten Verlustabzug. Das kann entweder ein Verlustrücktrag oder ein Verlustvortrag sein.

Wie funktioniert der Verlustabzug?

Ist die Summe Ihrer Einkünfte negativ, können Sie Ihre Verluste entweder mit dem Vorjahr oder mit dem Folgejahr verrechnen. Das klingt jetzt erstmal kompliziert. Ein Beispiel bringt Klarheit: Thorsten hat sich nach dem Abitur für eine duale Berufsausbildung entschieden. Er verdient verhältnismäßig wenig Geld, hat aber hohe Ausgaben, sagen wir für Fachbücher, Benzin und einen Computer. Er rechnet aus, wie viel Geld er in einem Jahr verdient hat und zählt die Ausgaben des Jahres zusammen. Hat er beide Ergebnisse, zieht er die Ausgaben von den Einnahmen ab. Es bleibt ein Minus, also ein Verlust. Thorsten hat jetzt – genau wie jeder andere Steuerzahler – die Wahl: Er kann entweder den Verlustrücktrag oder den Verlustvortrag nutzen.

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Für Azubis, wie Thorsten, ist es wichtig festzustellen, ob die Bildungskosten als Sonderausgaben oder Werbungskosten abgesetzt werden dürfen, weil nur Werbungskosten zu steuerlichen Verlusten führen können. Bei Thorsten ist das der Fall. Ob Ihre Kosten auch als Werbungskosten gelten, erfahren Sie in unserem Überblick Ausbildungskosten.

Was ist der Verlustrücktrag?

Grundsätzlich kann man einen Verlust in die Vergangenheit "zurücktragen". Für Thorsten, der direkt nach dem Abitur mit der Berufsausbildung begonnen hat, ist das keine gute Alternative. Er hat bisher noch kein Geld verdient und keine Steuererklärung abgegeben.

Der Verlustrücktrag bietet sich dagegen in folgender Situation an: Nehmen wir an, Sie haben 2012 Vollzeit gearbeitet, keine Verluste gemacht und Ihre Steuererklärung abgegeben. 2013 lief nicht so gut für Sie, Sie machen Verluste und entscheiden sich für den Verlustrücktrag. Das Finanzamt hebt jetzt Ihren Steuerbescheid für 2012 wieder auf, verrechnet Ihre Einnahmen aus 2012 mit den Verlusten aus 2013. Die Verluste mindern Ihr zu versteuerndes Einkommen. Sie bekommen also in der Regel durch den Verlustrücktrag Steuern vom Finanzamt zurück.

Was ist der Verlustvortrag?

Bleiben wir bei unserem Beispielfall: Thorsten gibt seine Steuererklärung ab. Gleich auf der ersten Seite der Steuererklärung muss er beim Punkt "Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags" ein Kreuzchen machen. Das Finanzamt merkt sich quasi im aktuellen Jahr die Höhe des Verlustes und zieht den Verlust im kommenden Jahr von den Einkünften ab. Das mindert das zu versteuernde Einkommen im kommenden Jahr, Thorsten kann dadurch also Geld sparen.

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Sollen Sie in einem Jahr einen Verlustvortrag machen und im nächsten Jahr wieder nichts verdienen, dann verschieben sich Ihre Verluste ins übernächste Jahr usw. Mit der Aufnahme einer Tätigkeit können die angesammelten Verlustvorträge dann steuersparend genutzt werden.

Muss ich mich immer zwischen Verlustvortrag und Verlustrücktrag entscheiden?

Sie können den Verlust auch aufteilen und zum Beispiel einen Teil des Verlusts in das vergangene Jahr zurücktragen und für den Rest den Verlustvortrag nutzen.

Sie sind sich unsicher, welche Variante steuerlich die günstigste für Sie ist? Unsere Beraterinnen und Berater stehen Ihnen gerne zur Seite und unterstützen Sie. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

Ist der Verlustabzug nur was für Azubis?

Nein, den Verlustabzug können alle Steuerzahler nutzen, die einen Verlust gemacht haben. Das kommt zum Beispiel vor, wenn man seinen Job verloren hat und aufgrund der vielen Bewerbungen hohe Ausgaben hat. Häufig nutzen auch Kapitalanleger den Verlustabzug, nämlich immer dann wenn man große Verluste an der Börse eingefahren hat.

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