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Was ist ein Steuerbescheid?

Vereinfacht gesagt: Ein Steuerbescheid zeigt einem Steuerpflichtigen schwarz auf weiß, welche Steuerrückerstattung er bekommt, oder wie viel er nachzahlen muss.

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Was ist ein Steuerbescheid?

Steuern werden grundsätzlich durch einen Steuerbescheid festgesetzt. Was das nun bedeutet? Jeder Steuerpflichtige bekommt – nachdem er seine Einkommensteuererklärung abgegeben hat – vom Finanzamt einen Einkommensteuerbescheid zugeschickt. In diesem Einkommensteuerbescheid steht, ob man Steuern nachzahlen muss oder sogar Steuern erstattet bekommt und in welcher Höhe.

Wie sieht so ein Steuerbescheid aus?

Der Steuerbescheid ist ein mehrseitiger Brief, der jedes Jahr gleich aufgebaut ist. Auf der ersten Seite finden Sie Ihre persönlichen Daten wie Adresse, Steuernummer und Bankverbindung sowie den Betrag, den Sie erstattet bekommen oder nachzahlen müssen. Falls Ihnen eine Steuernachzahlung ins Haus steht, finden Sie auf Seite 1 auch die Bankverbindung des Finanzamtes und das Datum, bis zu dem das Geld spätestens an den Fiskus überwiesen werden muss.

Auf Seite 2 und in vielen Fällen auch Seite 3 schlüsselt Ihnen das Finanzamt noch einmal alle Einkünfte auf und wie es zur Berechnung der Steuer kam. Wichtig: Kommt es zu Abweichungen, hat also zum Beispiel das Finanzamt nicht alle Ihrer Ausgaben akzeptiert, müssen die Finanzbeamten diese Abweichungen auf der letzten Seite begründen.

Übrigens:

Der Steuerbescheid für zusammenveranlagte Ehepartner sieht etwas anders aus, denn er schlüsselt sowohl die Einkünfte für den Ehemann als auch für die Ehefrau einzeln auf.

Wie kommt der Steuerbescheid zu mir?

Steuerzahler bekommen in der Regel den jährlichen Steuerbescheid per Post. Doch liegt dem Finanzamt die Faxnummer des Steuerzahlers vor, können die Beamten den Steuerbescheid auch per Telefax verschicken. Das entschied der Bundesfinanzhof, Deutschlands höchstes Gericht für Steuern.

Muss ich die Angaben auf meinem Steuerbescheid überprüfen?

Auch der Finanzbeamte, der Ihre Steuererklärung prüft, ist nur ein Mensch. Und Menschen machen nun mal Fehler. Deshalb sollten Sie Ihren Steuerbescheid immer aufmerksam lesen. Prüfen Sie zuerst Ihre persönlichen Angaben:

Stimmt Ihre Bankverbindung? Ist die Steuernummer korrekt? Ging der Bescheid an Ihre aktuelle Adresse? Schauen Sie sich vor allem auch Seite 2 ganz genau an: Hat das Finanzamt alle Einkünfte wie zum Beispiel Ihren Arbeitslohn richtig übernommen? Sind alle Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen richtig vermerkt? Falls Sie hier einen Fehler finden, sollten Sie Einspruch einlegen.

Was mache ich bei einem falschen Steuerbescheid?

Ob Rechenfehler oder Zahlendreher, hat sich ein Fehler in Ihren Steuerbescheid eingeschlichen, können Sie Einspruch einlegen – zumindest innerhalb der sogenannten Einspruchsfrist. Die Frist beginnt am Datum des Poststempels plus drei Tage. Dann haben Sie vier Wochen Zeit. Mehr dazu in unserem Artikel Falscher Steuerbescheid, was nun?

Für die Fristdauer spielt es keine Rolle, ob der Steuerbescheid per Post oder per Fax bei Ihnen angekommen ist.

Vorläufiger Steuerbescheid – was bedeutet das?

Ob Ihr Steuerbescheid vorläufig ist, steht immer direkt auf Seite 1 und bedeutet: In einigen Steuerfragen stehen noch Entscheidungen zum Beispiel vom Bundesfinanzhof aus. Diese Entscheidungen betreffen oft nicht nur den Kläger, sondern alle Bürger, die Steuern zahlen.

Doch manche Entscheidungen werden erst getroffen, wenn Sie Ihre Steuererklärung schon abgegeben haben. Sie könnten also nicht mehr davon profitieren. Durch den „Vorläufigkeitsvermerk“ wird Ihr Steuerbescheid in den dort genannten Punkten offen gehalten. Das bedeutet: Treffen Finanzrichter erst nach Eingang des Steuerbescheids eine Entscheidung, die auch Sie betrifft, können Sie trotzdem in den Genuss der Vorteile kommen.

Wie das konkret aussieht? Nun, nehmen wir an, Sie haben ein Kind und Ihnen steht der Kinderfreibetrag zu. 2014 wurde der Kinderfreibetrag vom Staat nicht angehoben, obwohl eine Anpassung an das Existenzminimum notwendig gewesen wäre. Ob das zulässig ist, müssen die Gerichte entscheiden. Bis diese Entscheidung gefallen ist, haben Sie einen vorläufigen Steuerbescheid. Sollten die Gerichte eine nachträgliche Erhöhung beschließen, müssen Sie sich um nichts weiter kümmern und profitieren automatisch von der Entscheidung.

2016 gibt es auf der Vorläufigkeitsliste übrigens acht Punkte. Trifft einer dieser acht Punkte auf Sie zu – darunter die Frage um die Höhe des Kinderfreibetrags, der begrenzte Abzug von Versicherungsbeiträgen als Vorsorgeaufwendungen und die Abziehbarkeit der Kosten einer Erstausbildung als vorweggenommene Werbungskosten – bleibt Ihr Steuerbescheid vorläufig.

ÜBrigens:

Einen Steuerbescheid richtig zu lesen ist nicht immer leicht. Für die Beraterinnen und Berater der VLH gehört es zum Tagesgeschäft, Ihren Steuerbescheid zu prüfen und im Zweifel Einspruch für Sie einzulegen – deshalb helfen sie Ihnen gerne. Hier können Sie sich Ihren Berater suchen: Beratersuche.

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