Beratersuche starten
Berater suchen
06321 96 39 96 9

Neue Regeln für Sachbezugsleistungen

Sachbezüge bis 44 Euro pro Monat sind steuerfrei. Damit kann Ihnen Ihr Chef etwas Gutes tun. Eine Gesetzesänderung macht es ihm jetzt aber nicht gerade leichter.

Mit anderen teilen
Neue Regeln für Sachbezugsleistungen

Unternehmen können ihren Angestellten mit sogenannten Sachbezugsleistungen eine Freude machen. Bis zu einer monatlichen Freigrenze von 44 Euro sind diese steuer- und sozialversicherungsfrei. Bislang waren die Grenzen eher locker gefasst – doch seit 1. Januar 2020 sind die Vorschriften deutlich strenger. Der Gesetzgeber hat Ende 2019 Neuerungen im Einkommensteuergesetz beschlossen. Und damit gelten nun verschärfte Richtlinien, beispielsweise für zweckgebundene Geldleistungen.

Das Thema wurde seit längerer Zeit diskutiert, letztlich hatte der Bundesrat auf eine neue gesetzliche Regelung gedrängt. Diese ist nun in Kraft und gilt ab dem Lohnzahlungszeitraum 2020. Damit soll der Barlohn künftig vom Sachlohn abgegrenzt werden, wie es im Jahressteuergesetz 2019 heißt. Zum Barlohn zählen demnach in Zukunft auch zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen und andere Vorteile, die einen Geldbetrag darstellen - zum Beispiel Beiträge oder Zuwendungen zu Zusatzversicherungen, die der Arbeitgeber übernimmt. Mehr dazu erfahren Sie hier: Geldwerter Vorteil.

Gutschein bis 44 Euro bleibt als Sachleistung steuerfrei

Die gute Nachricht: Gutscheine, die zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen vom Aussteller berechtigen, werden auch weiterhin als reine Sachbezüge akzeptiert. Natürlich nur bis zur besagten Grenze von 44 Euro monatlich. Eine Zahlung des Arbeitgebers an den Bediensteten kann in bestimmten Fälle ebenfalls als Sachleistung gelten – nämlich dann, wenn das Ganze mit der Auflage verbunden ist, das Geld nur für einen bestimmten Zweck zu verwenden. Geldkarten können auch als Sachbezug durchgehen – wenn sie wie Gutscheine ausschließlich dazu dienen, damit Waren oder Dienstleistungen zu bezahlen.

Und wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen Waren kostenlos nach Hause schickt? Auch das geht weiterhin und gilt als Sachbezug, wenn der Wert der Waren plus Versandkosten die Freigrenze von 44 Euro nicht übersteigt. Und es muss sich um handelsübliche Verbrauchsgüter handeln, zum Beispiel Bekleidung, Werkzeug und Lebensmittel oder auch Haushaltsgeräte.

Wichtig: Der Wert von 44 Euro im Monat darf nicht überschritten werden, sonst sind Steuern und Abgaben für den gesamten Betrag fällig.

Kostenloses Tanken nur mit Gutschein möglich

Recht beliebt waren bislang Vergünstigungen für das Betanken des Privatautos – und sie wurden in allen Variationen als Sachbezüge akzeptiert. Das gehört jetzt der Vergangenheit an. Drei Beispiele:

  • Ihr Chef drückt Ihnen mit den Worten „Mach‘ mal deinen Tank voll“ 40 Euro in die Hand. Steuerfreier Sachbezug oder steuerpflichtiger Barlohn? Letzteres ist der Fall, bislang galt es als steuerfreier Sachbezug.
  • Sie erhalten eine Firmenkreditkarte, um Ihr privates Auto für 40 Euro zu betanken – das gilt ebenfalls nicht mehr als steuerfreier Sachbezug.
  • Sie bekommen von Ihrem Arbeitgeber einen Gutschein im Wert von 40 Euro, mit dem sie ausschließlich Benzin bei einer bestimmten Tankstelle kaufen können – das gilt auch weiterhin als steuerfreier Sachbezug.

üBRIGENS

Für den häufig zur Anwendung kommenden Personalrabatt gilt: Ihr Arbeitgeber darf Ihnen Waren oder Dienstleistungen, die er selbst herstellt, vergünstigt oder kostenlos überlassen. Bis zu einem Betrag von 1.080 Euro im Jahr ist das steuerfrei. Wird dieser Betrag überschritten, verwandelt sich das Ganze in einen geldwerten Vorteil, der steuer- und sozialversicherungspflichtig ist.

Mit anderen teilen