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Was ist ein geldwerter Vorteil?

Gutscheine, Handy oder Laptop: Viele Dinge, die Sie vom Chef bekommen, sind bares Geld wert. Wie Sie hier Steuern sparen können, zeigt unser Überblick.

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Was ist ein geldwerter Vorteil?

Als Arbeitnehmer bekommen Sie jeden Monat Ihr Gehalt. Das ist der Lohn für Ihre Arbeit. Vielleicht bekommen Sie am Ende des Jahres auch einen Bonus, als Anerkennung für besonders gute Arbeitsleistungen. Dann müssen Sie dieses Geld genau wie Ihren Lohn versteuern. Das heißt: Bonuszahlungen sind nicht steuerfrei.

Manche Chefs belohnen ihre Angestellten daher nicht mit Geld, sondern mit Sachbezügen. Das sind Dienst- oder Sachleistungen, die Sie von Ihrem Chef kostenlos oder günstiger bekommen. Der Vorteil: Sie müssen diese nicht mehr selbst kaufen und sparen bares Geld. Daher nennt man solche Sachbezüge auch „geldwerte Vorteile“ und diese müssen Sie grundsätzlich versteuern. Das passiert direkt über Ihre Lohnabrechnung. Ein typisches Beispiel dafür ist der Dienstwagen, den Sie auch privat nutzen dürfen.

Es gibt aber einige Möglichkeiten geldwerte Vorteile steuerfrei zu bekommen.

Geldwerte Vorteile steuerfrei nutzen

Im Einkommensteuergesetz gibt es eine sehr lange Liste, was alles zu den geldwerten Vorteilen zählt. Wir haben das Wichtigste zusammengefasst und zeigen Ihnen, wie Sie Zuwendungen Ihres Chefs, trotz eines geldwerten Vorteils für Sie, steuerfrei bekommen können:

Datenverarbeitungsgeräte: Laptop, Computer oder Smartphones und andere Datenverarbeitungsgeräte, die Sie von Ihrem Chef geschenkt oder zu einem günstigeren Preis bekommen, sind in der Regel für Sie steuerfrei. Voraussetzung: Ihr Arbeitgeber versteuert den geldwerten Vorteil pauschal und überlässt Ihnen das Gerät zusätzlich zum Arbeitslohn.

Handelt es sich nur um eine Leihgabe, muss auch der Arbeitgeber keine Pauschalsteuer zahlen.

Werkzeuggeld: Nutzen Sie bei der beruflichen Tätigkeit oder im Betrieb Ihre eigenen Werkzeuge, kann der Arbeitgeber Ihnen hierfür eine Entschädigung zahlen. Diese Entschädigung ist für Sie natürlich steuerfrei.

Werkzeuggeld gibt es aber nur für Handwerkzeuge wie Hammer, Zange, Schraubenzieher, Schere oder ähnliches. Musikinstrumente, Schreibmaschinen oder ein PC gelten nicht als Werkzeug.

Parkplatz während der Arbeitszeit: Überlässt Ihnen Ihr Chef einen Parkplatz oder stellt ihn Ihnen günstiger zur Verfügung, ist das eine steuerfreie Leistung. Dies gilt aber nur für den Parkplatz während der Arbeitszeit.

Sachbezüge bis 44 Euro: Die geldwerten Vorteile aus Sachbezügen sind steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn sie nicht mehr als 44 Euro im Monat betragen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Die Monatskarte für den Nahverkehr: Ihr Chef kann Ihnen ein Jobticket spendieren. Kosten darf es bis zu 44 Euro im Monat, ohne dass Steuern oder Sozialabgaben dafür fällig sind.
  • Tankgutscheine: Der Gutschein darf nur gegen "Ware" – also Benzin oder Diesel – getauscht werden, nicht gegen Bargeld.
  • Warengutscheine: Gutscheine für Waren wie zum Beispiel Zeitschriften oder Telefonkarten sind jeden Monat bis maximal 44 Euro steuerfrei.

Wichtig: Der Wert von 44 Euro im Monat darf nicht überschritten werden, sonst sind Steuern und Abgaben für den gesamten Betrag fällig. Aus diesem Grund ist meistens nur ein Gutschein pro Monat möglich, also beispielsweise entweder das Jobticket oder der Tankgutschein.

Personalrabatt: Der Arbeitgeber kann Ihnen Waren und Dienstleistungen, die er als eigene Produkte für den Markt herstellt, verbilligt oder kostenlos überlassen. Diese Preisvorteile bleiben bis zu einem Jahresbetrag von 1.080 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei. Nur wenn dieser Betrag überschritten wird, ist er als geldwerter Vorteil steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Was gilt, wenn ein Arbeitnehmer von einer Fremdfirma – also einem Dritten – Rabatte und Vergünstigungen erhält, erfahren Sie im Artikel Personalrabatt von einer Fremdfirma ist meistens steuerfrei.

Bonusmeilen: Wenn Sie beruflich viel fliegen und dadurch Bonusmeilen gesammelt haben, können Sie diese privat nutzen, und zwar steuerfrei. Voraussetzung: Die gesammelten Bonusmeilen dürfen den Wert von 1.080 Euro im Jahr nicht übersteigen (siehe Personalrabatt). Allerdings kann Ihr Arbeitgeber verlangen, die dienstlich entstandenen Bonusmeilen auch für Dienstflüge zu nutzen.

Essensgutscheine und Restaurantchecks: Das sind Papierzettel mit Barcode, die Sie in der Regel in Restaurants und Supermärkten, beim Bäcker oder Metzger einlösen können. Wie viel diese Gutscheine wert sein dürfen und alle weiteren wichtigen Infos dazu, erfahren Sie in unserem Artikel Restaurantschecks versüßen netto die Mittagspause.

Stellt Ihre Firma kostenlos Wasser, Kaffee oder Obst für die Mitarbeiter zur Verfügung, müssen Sie das nicht in die Steuererklärung eintragen. Allerdings darf es keine komplette Mahlzeit sein.

Geschenke vom Arbeitgeber: Sie haben Geburtstag oder feiern ein Dienstjubiläum? Dann darf Ihnen Ihr Chef ein Geschenk im Wert von maximal 60 Euro pro Jahr steuerfrei machen. Dazu gehören aber nur typische Geschenke, wie beispielsweise Blumen, Bücher, CDs und Genussmittel.

Vermögensbeteiligung:Beteiligt Sie Ihr Chef am Vermögen des Unternehmens, zum Beispiel durch Aktien, ist das für Sie ein steuerfreier geldwerter Vorteil. Aber nur, wenn die Vermögensbeteiligung nicht mehr als 360 Euro im Jahr beträgt und allen Mitarbeitern offen steht. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel So versteuern Sie verbilligte Aktien vom Arbeitgeber.

Fortbildung: Bezahlt der Chef die Kosten Ihrer Fortbildung, ist das für Sie steuerfrei. Aber nur unter der Bedingung, dass die Schulung im Zusammenhang mit dem Beruf steht.

Gesundheitsförderung: Die Kosten für Physiotherapie, Massagen oder sportliche Aktivitäten, die der Arbeitgeber zahlt, sind bis zu 500 Euro im Jahr für Sie steuer- und sozialversicherungsfrei. Bedingung: Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit einer beruflichen Belastung. Das bedeutet, dass Sie eine besondere Beanspruchung am Arbeitsplatz ausgleichen. Gute Beispiele sind die Rückengymnastik für Vielfahrer oder das Augentraining für Büro-Mitarbeiter.

Umzugskosten: Wenn Sie aus beruflichen Gründen umziehen müssen, kann Ihr Arbeitgeber die Kosten für den Umzug übernehmen.

Kinderbetreuung wie Kindergarten, Kita oder Tagesmutter: Ihr Chef kann für die Betreuung Ihrer Kinder zahlen, egal wie hoch die Kosten dafür sind. Für Sie ist das steuer- und abgabenfrei. Voraussetzungen:

  • Ihr Kind geht noch nicht zur Schule und wird nicht zu Hause betreut.
  • Der Zuschuss muss zusätzlich zum Gehalt gezahlt werden. Wenn Ihr Chef Ihnen mehr Gehalt zahlt, das Sie dann für die Kinderbetreuung benutzen, erkennt der Fiskus das nicht als steuerfreien Zuschuss an.
  • Als Doppelverdiener können Sie nicht von jedem Ihrer beiden Arbeitgeber einen Zuschuss bekommen.

Ist Ihr Kind krank und muss kurzfristig betreut werden, kann Ihr Chef Sie mit 600 Euro steuerfrei unterstützen.

Zinsgünstiges Darlehen vom Chef: Ein Kredit, den Ihnen Ihr Chef ohne Zinsen oder zu günstigeren Zinsen gibt, ist bis zu 2.600 Euro für Sie steuerfrei. Die Höhe des Darlehens spielt keine Rolle, wenn der Arbeitgeber Ihnen ein Darlehen zu einem marktüblichen Zinssatz gewährt. Wenn Sie keinen Zinsvorteil haben, müssen Sie auch nichts versteuern. Mehr dazu erfahren Sie im Steuer ABC Was ist ein Arbeitgeberdarlehen?

Einen schnellen Überblick zum Thema bietet auch unsere Infografik:

 

Sie haben noch Fragen? Wir helfen Ihnen beim Steuern sparen. Eine VLH-Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie hier: Beratersuche.

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