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Arbeitskleidung: Kaufen, waschen und Steuern sparen

Ob Uniform oder Amtstracht: Die Kosten für Anschaffung und Reinigung von Arbeitskleidung können von der Steuer abgesetzt werden. So geht’s!

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Soldaten, Krankenpflegerinnen und Geistliche haben eines gemeinsam: Sie tragen Berufskleidung - auch Arbeitskleidung genannt. Das ist Kleidung, die in der Regel ausschließlich während der Arbeitszeit getragen wird – wie eine Uniform oder eine Amtstracht.

Nehmen wir an, Ihr Chef zahlt Ihnen weder einen steuerfreien Zuschuss für die Anschaffung von Arbeitskleidung, noch stellt er Ihnen die benötigten Kleidungsstücke kostenlos zur Verfügung. Wenn das der Fall ist, können Sie alle Kosten rund um Ihre Berufskleidung von der Steuer absetzen.

So setzen Sie die Kosten für die Arbeitskleidung ab

Wie gesagt können Sie alle Ausgaben rund um die Arbeitskleidung in Ihrer Steuererklärung eintragen - und zwar als Werbungskosten. Also nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die Kosten für Reinigung und Instandhaltung. Addieren Sie alle Ausgaben und tragen Sie diese in der Anlage N als Arbeitsmitteln ein. Bewahren Sie alle Rechnungen und Quittungen zuhause gut auf, falls sich das Finanzamt mit Fragen bei Ihnen meldet.

Übrigens:

Erstattet Ihnen Ihr Arbeitgeber einen Teil der Kosten, dürfen Sie nur den Teil der Kosten von der Steuer absetzen, den Sie selbst getragen haben.

Wichtig: Berufsbekleidung ist nur ein Kleidungsstück, bei dem es so gut wie ausgeschlossen ist, dass Sie dieses auch privat anziehen werden. Das heißt, dass zum Beispiel ein dunkler Anzug, den Sie als Banker oder Anwalt im Beruf tragen müssen, trotzdem nicht als Berufsbekleidung durchgeht. Schließlich könnten Sie diesen auch privat tragen - auch wenn Sie das vielleicht real noch nie getan haben. Es geht nur um die schlichte Möglichkeit und Üblichkeit.  

Reinigungskosten für Berufskleidung dürfen Sie schätzen

Sie waschen Ihre Arbeitskleidung in Ihrer privaten Waschmaschine zu Hause? Dann dürfen Sie die Kosten dafür schätzen und in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Dafür müssen Sie vier Fragen beantworten:

  1. Wie viel wiegt Ihre Arbeitskleidung, die Sie waschen müssen? Bei Koch- und Buntwäsche geht der Fiskus von einer Waschmaschinenfüllung von fünf Kilogramm aus, bei Fein- oder Pflegeleichtwäsche von 2,5 Kilogramm.
     
  2. Wie waschen Sie Ihre Wäsche?
     
  3. Benutzen Sie einen Trockner und bügeln Sie?
     
  4. Wie viele Personen leben in Ihrem Haushalt?

Sie haben die Antworten auf alle Fragen? Dann können Sie in folgender Tabelle ablesen, wie viel Sie ein Waschmaschinenlauf kostet. Die Tabelle wurde nach Erfahrungswerten der Verbraucherzentralen aus 2002 befüllt. Die Werte sind bis heute gültig.

 1 Person2 Personen3 Personen4 Personen
Wäsche waschen    
Kochwäsche 90 Grad0,77 Euro/kg0,50 Euro/kg0,43 Euro/kg0,37 Euro/kg
Buntwäsche 60 Grad0,76 Euro/kg0,48 Euro/kg0,41 Euro/kg0,35 Euro/kg
Pflegeleichte Wäsche0,88 Euro/kg0,60 Euro/kg0,53 Euro/kg0,47 Euro/kg
Wäsche trocknen    
Ablufttrockner0,41 Euro/kg0,26 Euro/kg0,23 Euro/kg0,19 Euro/kg
Kondenstrockner0,55 Euro/kg0,34 Euro/kg0,29 Euro/kg0,24 Euro/kg
Bügeln    
Dampfbügeleisen0,07 Euro/kg0,05 Euro/kg0,05 Euro/kg0,05 Euro/kg

Ein Rechenbeispiel macht die Schätzung leichter

Polizistin Christiane S. lebt mit ihrem Mann zusammen. Sie wäscht jede Woche drei Kilo ihrer Berufskleidung bei 60 Grad und drei Kilo als pflegeleichte Wäsche. Die gesamte Wäsche (sechs Kilo) trocknet sie mit einem Kondenstrockner und bügelt sie anschließend. Abzüglich ihres Urlaubs arbeitet Christiane 46 Wochen im Jahr. So errechnet sich Christiane die Reinigungskosten:

   46 Wochen x 0,48 € x 3 kg (60 Grad-Wäsche)
+ 46 Wochen x 0,60 € x 3 kg (pflegeleichte Wäsche)
+ 46 Wochen x 0,34 € x 6 kg (Kondenstrockner)
+ 46 Wochen x 0,05 € x 6 kg (Bügeleisen)
Gesamtkosten im Jahr: 256,68 Euro

Übrigens:

Natürlich können Sie Ihre Berufskleidung auch in die Wäscherei bringen und den Rechnungsbetrag in der Steuererklärung eintragen. Denken Sie in diesem Fall daran, unbedingt die Quittungen Zuhause aufzubewahren, falls das Finanzamt nachfragt.

Pauschbetrag bei fehlenden Belegen

Sie haben sich Arbeitskleidung gekauft, aber die Belege nicht gesammelt? Dann können Sie gegebenenfalls in Ihrer Steuererklärung pauschal für alle Arbeitsmittel einen Betrag von 110 Euro angeben. Bedingung dafür ist, dass es sich um typische Berufskleidung handelt – also beispielsweise die Zunftskleidung eines Kochs. Außerdem ist es wichtig, die Dinge zu benennen, die sich hinter der Pauschale verbergen. Listen Sie also zum Beispiel auf: 50 Euro Wäschepauschale, 5 Euro für Büroklammern und so weiter. Allerdings streichen viele Finanzämter bereits die Pauschale in Höhe von 110 Euro.

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