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Arbeitszimmer: Kosten für das Home-Office absetzen

Viele Arbeitnehmer arbeiten im Home Office, also im heimischen Arbeitszimmer. Wir erklären, in welchen Fällen Sie die Kosten dafür absetzen können.

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Homeoffice von der Steuer absetzen

Manche Unternehmen ermöglichen ihren Mitarbeitern, ganz oder teilweise von zu Hause aus zu arbeiten. Neudeutsch wird dieses Prinzip Home-Office genannt. Doch kann man die Kosten für das heimische Arbeitszimmer von der Steuer absetzen? Tatsächlich ist es so, dass der Fiskus nur unter bestimmten Voraussetzungen einen steuerlichen Abzug der Kosten als Werbungskosten erlaubt. Unser Video gibt Ihnen in Sekundenschnelle einen Überblick. Falls Sie die Informationen lieber detailliert erfahren möchten, lesen Sie einfach weiter.

1. Kein Arbeitsplatz im Unternehmen: 1.250 Euro pro Jahr für das Arbeitszimmer absetzen

Wer keinen eigenen Arbeitsplatz beim Arbeitgeber hat, kann die Kosten des heimischen Arbeitszimmers von der Steuer absetzen – allerdings nur bis zu einem Höchstbetrag von 1.250 Euro pro Jahr. Das bedeutet: Liegen Ihre tatsächlichen Kosten unter dem Höchstbetrag, können Sie auch nur diese Kosten in der Steuererklärung eintragen.

Von dieser Regelung profitieren zum Beispiel Außendienstmitarbeiter, Handelsvertreter oder Lehrer. Letztere haben beispielsweise in der Schule oft keinen eigenen Arbeitsplatz und müssen entsprechend das Home Office zur Korrektur von Klausuren oder der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts nutzen.

Damit das Finanzamt die Kosten für Einrichtung, Strom oder Miete auch tatsächlich anerkennt, muss der Raum büromäßig eingerichtet sein und darf nur ausschließlich oder nahezu ausschließlich für betriebliche oder berufliche Zwecke genutzt werden. Die Kosten für eine Arbeitsecke im Wohnzimmer sind damit nicht absetzbar. Dazu später mehr.

2. Home-Office ist Mittelpunkt der Tätigkeit: Kosten für das Arbeitszimmer unbegrenzt absetzen

Wer komplett von zu Hause aus arbeitet, dazu gehören beispielsweise Schriftsteller, Künstler oder Journalisten, kann die Kosten für das Arbeitszimmer sogar unbegrenzt von der Steuer absetzen – sofern das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bildet und der Job nicht an einem anderen Ort außerhalb der häuslichen Sphäre ausgeübt wird.

Kosten für das Arbeitszimmer absetzen: So geht’s

Grundsätzlich sind alle Kosten, die Sie direkt oder anteilig Ihrem Arbeitszimmer zuordnen können, auch von der Steuer absetzbar. So gehören zum Beispiel Schreibtisch, Schreibtischstuhl und Leselampe fraglos zum Arbeitszimmer, sind also direkt zuordenbar und können in voller Höhe abgesetzt werden. Bei Kosten wie Miete, Strom oder Heizung sieht das etwas anders aus: Diese Kosten fallen für die gesamte Wohnung an – dementsprechend müssen Sie ausrechnen, wie hoch die anteiligen Kosten des Arbeitszimmers sind. Nur dieser Teil kann in der Steuererklärung eingetragen werden.

Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick:

Was? Wie?
Ausstattung Arbeitszimmer (z.B. Schreibtisch, Regal, Stuhl) direkt in voller Höhe
Renovierung des Arbeitszimmers direkt in voller Höhe
nachträgliche Errichtung des Arbeitszimmers direkt in voller Höhe
Wohnungsmiete  anteilig
Abschreibungen anteilig
Nebenkosten wie Strom, Heizung und Müllabfuhr anteilig

Anteil des Arbeitszimmers ermitteln

Um den Anteil Ihres Arbeitszimmers an Ihrer Wohnung ermitteln zu können, müssen Sie etwas rechnen. Die Formel sieht wie folgt aus:

Fläche des Arbeitszimmers / Gesamtwohnfläche der Wohnung x 100 = Arbeitszimmeranteil in Prozent

 

Ein Rechenbeispiel
Heinz ist Lehrer an einem Gymnasium. Seine Wohnung hat eine Wohnfläche von 120 m2. Sein Arbeitszimmer hat 10 m2. Er rechnet:

10 m2 / 120 m2 x 100 = 8,33 %

 

Das bedeutet, dass Heinz von seinen Kosten für Miete und Nebenkosten 8,33 Prozent in der Steuererklärung eintragen kann.

Arbeitsecke ist nicht absetzbar

Seit vielen Jahren stand die Frage im Raum, ob die Kosten für eine Arbeitsecke, also zum Beispiel das "Arbeitszimmer Wohnzimmer", anteilig von der Steuer abgesetzt werden können. Der Große Senat des Bundesfinanzhofs hat mit einem Urteil, das am 27. Januar 2016 veröffentlicht wurde (Aktenzeichen GrS 1/14), zu dieser Frage nun klar Stellung bezogen: Die Kosten für eine Arbeitsecke dürfen nicht in der Steuererklärung eingetragen werden.

Die Richter begründeten die Entscheidung damit, dass eine Aufteilung in private und berufliche Nutzung nicht möglich sei, da es sich „nicht objektiv überprüfen“ lasse. Ebenso mangele es an Maßstäben für eine schätzungsweise Aufteilung der jeweiligen Nutzungszeiten. Fazit: Räume mit einer Arbeitsecke dienen erkennbar auch privaten Wohnzwecken, entsprechend dürfen die Kosten dafür nicht geltend gemacht werden.

Übrigens:

Arbeitnehmer können neben den Kosten für das häusliche Arbeitszimmer viele weitere Kosten rund um den Beruf absetzen. Sie sind sich unsicher, welche Kosten Sie in Ihrer Steuererklärung eintragen können? Unsere Beraterinnen und Berater sind gerne für Sie da. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie mit unserer Beratersuche.

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