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Betriebsveranstaltung: Regelungen zum Freibetrag

Ob Festessen oder Kegelausflug, Betriebsfeiern können Spaß machen. Bleiben die Kosten unter 110 Euro pro Person, ist der Spaß sogar steuerfrei.

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Betriebsveranstaltung: Neue Regelungen zur Freigrenze

Weihnachtsfeier, Betriebsausflug, Firmenjubiläum – es gibt viele Gründe für ein Unternehmen, gemeinsam mit allen Mitarbeitern zu feiern. Liegen die Kosten pro Veranstaltung und pro Person unter einem sogenannten Freibetrag von 110 Euro, bleibt für die Mitarbeiter die ganze Feier sogar steuer- und sozialversicherungsfrei.

Wird’s teurer, werden Steuern fällig

Nun kann es auch mal vorkommen, dass Ihr Chef bei einem Festessen mehr Geld ausgibt – beispielsweise 150 Euro pro Person. Die Feier überschreitet den freien Betrag also um 40 Euro. Das sieht das Finanzamt nicht gerne, jetzt werden Steuern fällig. Und das funktioniert dann so: Ihr Chef muss bei der nächsten Gehaltsabrechnung den überzähligen Betrag für die Feier – in unserem Beispiel 40 Euro – zu Ihrem Gehalt drauf rechnen. Auf den Gesamtbetrag, also Ihr Gehalt plus Kosten der Feier, müssen Sie dann sowohl Steuern, als auch Ihre Beiträge zur Sozialversicherung zahlen. Die Betriebsveranstaltung erhöht also im Folgemonat Ihr Gehalt.

Übrigens:

Erst 2015 ist die bislang gültige Freigrenze von 110 Euro zu einem Freibetrag geworden. Bis dahin galt: Auch wenn die Ausgaben für die Betriebsveranstaltung die Freigrenze nur um wenige Euro überschritten, wurde der gesamte Betrag steuerpflichtig. Es waren also die gesamten 150 Euro steuerpflichtig und nicht nur die 40 Euro, die die Freigrenze überschrittenen.

Bundesfinanzhof unterstützt Arbeitnehmer

Der Bundesfinanzhof (BFH), das höchste Gericht für Steuern in Deutschland, hat in mehreren Urteilen zu Betriebsveranstaltungen Entscheidungen gefällt. Über diese dürften sich Arbeitnehmer in ganz Deutschland freuen. Wir verraten, wieso – hier die drei Urteile im Überblick:

1. Ausgaben für Miete, einen Eventplaner usw. dürfen nicht berücksichtigt werden

Die Richter des BFH sind sich einig: Nur wenn die Teilnehmer einer Betriebsveranstaltung etwas unmittelbar konsumieren können, müssen die Kosten zum Gehalt dazugerechnet werden. Unmittelbar konsumieren kann man nur Essen, Getränke und zum Beispiel Auftritte eines Musikers. Die Raummiete oder das Gehalt eines Eventplaners betreffen nicht die Arbeitnehmer. Ein Beispiel bringt Klarheit:

Ein Chef lud zum Firmenjubiläum in ein Fußballstadion. Zählte man die Ausgaben für Stadionmiete, den Eventveranstalter, die auftretenden Künstler und das Catering zusammen, waren die Kosten pro Teilnehmer höher als 110 Euro. Jeder Mitarbeiter hätte also für die Feier Steuern zahlen müssen. Doch der BFH hat entschieden, dass die Stadionmiete und der Eventveranstalter die Mitarbeiter nicht unmittelbar betreffen und deshalb nicht eingerechnet werden dürfen. Also wurden nur die Kosten für das Catering und die Künstler addiert und auf die Teilnehmer umgerechnet – so lagen die Kosten unter 110 Euro pro Arbeitnehmer und alles blieb steuerfrei.

2. Kosten sind auf alle Teilnehmer zu verteilen

Außerdem hat der BFH entschieden: Feiern neben den Mitarbeitern auch die Familienangehörigen mit, müssen die Ausgaben auf alle Teilnehmer verteilt werden. Auch hier bringt ein Beispiel Klarheit:

Bei einer Betriebsveranstaltung feierten neben den Mitarbeitern auch deren Familien mit. Der Chef zahlte pro Kopf 68 Euro. Feierte nun ein Mitarbeiter mit seiner Frau, addierte das Finanzamt 68 + 68 Euro und rechnete diese 136 Euro dem Mitarbeiter an. Der Betrag von 110 Euro war überschritten, er musste Steuern zahlen. Die Richter des BFH schritten ein: Die Kosten sind auf alle Teilnehmer zu verteilen – auch auf die Familienangehörigen. Bei unserem Mitarbeiter zählen also nur 68 Euro und er muss keine Steuern zahlen.

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