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Corona: Sonderzahlungen bleiben steuerfrei

Die Corona-Krise zwingt nicht wenige Arbeitnehmer zu Extraschichten. Manche erhalten dafür einen Corona-Bonus – und der bleibt bis 1.500 Euro steuerfrei.

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Corona: Steuervorteile für systemrelevante Berufe

Pflegekräfte in Krankenhäusern und Heimen, Kassierer in Supermärkten oder auch Lkw-Fahrer: Während in zahlreichen Berufen in Zeiten von Corona weniger zu tun ist, müssen Bedienstete in vielen Versorgungsbereichen deutlich härter schuften als sonst. Aber auch Angestellte in anderen Sparten, die nicht unbedingt systemrelevant sind, haben es schwerer als sonst – und immer mehr Unternehmen wollen diese zusätzliche Belastung mit Sonderzahlungen honorieren – Stichwort: Corona-Bonus. Solche finanziellen Boni müssen normalerweise versteuert werden – wegen der Corona-Krise wird dafür aber eine Ausnahme geschaffen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte Anfang April 2020 verkündet, dass Bonuszahlungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro wegen der Zusatzbelastung während der Corona-Krise komplett steuerfrei bleiben. Viele Arbeitnehmer seien wegen der Pandemie unter erschwerten Bedingungen im Einsatz – dieses Engagement wolle man auch steuerlich honorieren. Zunächst war diese Regelung zum Corona-Bonus bis 31. Dezember 2020 befristet, wurde aber bis vorerst 30. Juni 2021 verlängert.

Wichtig: Die Verlängerung bedeutet nicht, dass ein Arbeitnehmer mehr als 1.500 Euro als steuerfreien Corona-Bonus erhalten kann. Es bleibt bei der Höchstgrenze von 1.500 Euro – lediglich der Zeitraum, in dem die Sonderzahlung gewährt werden kann, wurde verlängert. Das heißt: Wer im Jahr 2020 bereits 1.500 Euro als Corona-Bonus von seinem Arbeitgeber erhalten hat, kann 2021 nicht nochmals eine steuerfreie Auszahlung bekommen. Eine Staffelung der 1.500 Euro wäre 2020 zum Beispiel wie folgt möglich gewesen: 500 Euro im Oktober und 1.000 Euro im Dezember.

Hat der Arbeitgeber seinem Angestellten 2020 einen Corona-Bonus von 1.000 Euro gewährt, kann er ihm jetzt bis 30. Juni 2021 nochmals einen von 500 Euro zukommen lassen. Und hat er ihm 2020 keinen Corona-Bonus gewährt, darf er bis 30. Juni 2021 noch die vollen 1.500 Euro ausschöpfen. Der Corona-Bonus muss spätestens im Juni auf dem Konto des Mitarbeiters ein. Wird er erst im Juli ausbezahlt, so greift die Steuerbefreiung nicht mehr. Die Folge: Dann ist der Bonus lohnsteuer- und sozialversicherungsbeitragspflichtig. Wird der Bonus als Sachzuwendung geleistet, sollte der Arbeitnehmer den Zeitpunkt des Empfangs schriftlich bestätigen.

Das Ganze im Überblick:

  • Arbeitgeber können ihren Beschäftigten eine finanzielle Unterstützung bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren.
  • Die Regelung gilt für Sonderleistungen, die Beschäftigte zwischen 1. März 2020 und 30. Juni 2021 erhalten.
  • Voraussetzung ist, dass die Sonderzahlungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden.
  • Zudem muss der Arbeitgeber die steuerfreien Leistungen im Lohnkonto aufzeichnen.
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Dies ist ein redaktioneller Text des Redaktionsteams der VLH. Es erfolgt keine Beratung zu Themen, die außerhalb der steuerlichen Beratungsbefugnis eines Lohnsteuerhilfevereins liegen. Eine Beratungsleistung im konkreten Einzelfall kann nur im Rahmen der Begründung einer Mitgliedschaft und ausschließlich innerhalb der Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG erfolgen.