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Ist Streikgeld steuerfrei?

Wer Mitglied in einer Gewerkschaft ist und streikt, bekommt anstatt Gehalt ein sogenanntes Streikgeld. Das ist sogar steuerfrei.

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Ist Streikgeld steuerfrei?

In Deutschland gibt es viele Gewerkschaften wie zum Beispiel die IG Metall oder die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, kurz ver.di. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem, Arbeitnehmer über deren Rechte zu informieren, sie in Betriebs- und Personalräten zu vertreten oder Gehälter zu verhandeln. Falls nötig, organisiert eine Gewerkschaft auch einen Streik und zahlt den Streikenden ein sogenanntes Streikgeld.

Was ist das Streikgeld?

Wer streikt, bekommt für diese Zeit kein Geld vom Arbeitgeber. Denn während eines Streiks ruhen die arbeitsvertraglichen Pflichten. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer nicht arbeitet, dafür der Arbeitgeber aber auch keinen Lohn zahlt. Deshalb sind viele Streikende auf das Streikgeld, auch Streikunterstützung genannt, angewiesen.

Bezahlt wird das Streikgeld von der Gewerkschaft. Wie hoch das Streikgeld ist, hängt von der Satzung der Gewerkschaft ab. Bei ver.di richtet sich das Streikgeld nach dem Mitgliedsbeitrag, den der Streikende drei Monate vor Beginn des Streiks gezahlt hat. Damit wären wir bei einem wichtigen Punkt: Um Streikgeld zu bekommen, muss man bereits vor dem Streik Gewerkschaftsmitglied gewesen sein.

Muss ich das Streikgeld versteuern?

Bereits 1990 hat der Bundesfinanzhof, Deutschlands höchstes Gericht für Steuern, entschieden, dass Streikgelder steuerfrei sind. Denn das Geld ist weder eine Gegenleistung für eine Leistung, noch eine Entschädigung. Also müssen Sie auch keine Steuern zahlen.

Ein weiterer Vorteil: Das Streikgeld erhöht nicht Ihren Progressionsvorbehalt. Denn üblicherweise sind Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld I, Elterngeld oder Krankengeld zwar genauso wie das Streikgeld steuerfrei, unterliegen aber dem Progressionsvorbehalt. Diese Zahlungen erhöhen also den Steuersatz für das übrige steuerpflichtige Einkommen. Klingt kompliziert? In unserem Top Thema Arbeitslos: Progressionsvorbehalt erhöht den Steuersatz erklären wir Ihnen anhand eines anschaulichen Beispiels, wie das genau funktioniert.

Kann ich meine Fahrtkosten während des Streiks absetzen?

Normalerweise können Arbeitnehmer viele Kosten rund um die Arbeit als Werbungskosten absetzen. Da das Streikgeld aber steuerfrei ist, können Sie Kosten rund um den Streik, wie zum Beispiel die Fahrt dahin, nicht als Werbungskosten absetzen.

Übrigens:

Den Gewerkschaftsbeitrag können Sie von der Steuer absetzen. Wenn Sie sich unsicher sind, was Sie noch alles in Ihrer Steuererklärung eintragen können, wenden Sie sich an unsere Beraterinnen und Berater. Die helfen Ihnen gerne dabei, Ihnen die Steuervorteile zu sichern, die Ihnen zustehen. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

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