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Bitcoin, Ethereum & Co: So versteuern Sie Kryptowährungen

Bitcoin und Steuer - ein wichtiges Thema. Denn egal ob Bitcoin, Ether oder Onecoin, der Handel mit Kryptowährungen ist unter Umständen steuerpflichtig.

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Sie kaufen und verkaufen Kryptow√§hrungen wie Bitcoins? Dann ist das Thema Bitcoin versteuern f√ľr Sie relevant. Denn auch der Fiskus interessiert sich f√ľr Ihren Handel mit der virtuellen W√§hrung. Eine wichtige Information vorweg: Kryptow√§hrungen wie Bitcoins sind virtuelle W√§hrungen. Die Bundesanstalt f√ľr Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, hat Bitcoins & Co. als Rechnungseinheiten eingestuft. Kryptow√§hrungen sind somit kein gesetzliches Zahlungsmittel, sondern mit Devisen vergleichbar. Aus steuerlicher Sicht bedeutet das, dass Kryptogeld als privates Geld eingestuft wird.

Unser Video gibt Ihnen einen schnellen Überblick zum Thema Kryptowährung und Steuer:

Handel mit Bitcoins ist ein privates Veräußerungsgeschäft

Diese Einstufung hat zur Folge, dass der Handel mit virtuellen W√§hrungen wie Bitcoin, Etherum oder Onecoin, aber auch mit Ripple oder Litecoin steuerlich zu den privaten Ver√§u√üerungsgesch√§ften ‚Äď auch Spekulationsgesch√§fte genannt ‚Äď z√§hlt. Wer also zum Beispiel Bitcoins √ľber eine Handelsplattform in Euro umtauscht und damit einen sogenannten Ver√§u√üerungsgewinn erzielt, muss gegebenenfalls Steuern zahlen. Entscheidend f√ľr die Besteuerung ist das Datum der Anschaffung der digitalen W√§hrung. Es gibt zwei Szenarien:

Kryptowährungen

Die Grundidee, die hinter Kryptow√§hrungen steckt: Kryptow√§hrungen sind dezentral aufgebaut. Die Kontrolle liegt also nicht bei einem Finanzinstitut, sondern bei der weltweiten Gemeinschaft. Der Preis von Crypto richtet sich nach Angebot und Nachfrage, das erkl√§rt auch die starken Kursschwankungen. Der sogenannte Bitcoin war 2009 das erste √∂ffentlich gehandelte Kryptogeld. Fast zehn Jahre sp√§ter gibt es √ľber 3.000 weitere Kryptow√§hrungen weltweit.


Haltefrist von mehr als einem Jahr: steuerfrei

Haben Sie Bitcoin & Co. vor mehr als einem Jahr gekauft, ist die Sache einfach ‚Äď Ihre Ver√§u√üerungsgewinne bleiben steuerfrei. Eine Einschr√§nkung gibt es allerdings: Erzielen Sie mit Ihrer Kryptow√§hrung Zinsen, wird nicht nur die Abgeltungssteuer¬†f√ľr die Zinsen f√§llig, sondern es erh√∂ht sich auch die sogenannte Spekulationsfrist von einem auf zehn Jahre.

Haltefrist von weniger als einem Jahr: steuerpflichtig

Wer die Bitcoins nur wenige Monate h√§lt und sie dann mit Gewinn ver√§u√üert oder tauscht, muss den Gewinn mit dem pers√∂nlichen Steuersatz¬†versteuern. Es gibt allerdings eine Freigrenze, die beim Sparen hilft. Denn private Ver√§u√üerungsgesch√§fte bleiben bis zu einer Freigrenze von 600 Euro pro Jahr steuerfrei. Aber Achtung: Die Freigrenze sollte nicht mit dem Freibetrag verwechselt werden. Wer auch nur einen Euro √ľber der Freigrenze liegt, muss seinen kompletten Ver√§u√üerungsgewinn versteuern.

√úbrigens:

Die Freigrenze gilt f√ľr alle privaten Ver√§u√üerungsgesch√§fte eines Jahres. Das hei√üt: Wenn Sie neben Ver√§u√üerungsgewinnen aus dem Bitcoin-Handel auch noch beispielsweise ein Kunstwerk¬†verkauft haben, m√ľssen Sie alle Gewinne eines Jahres zusammen z√§hlen. Nur wenn Ihr Gewinn unter 600 Euro bleibt, sind Ihre privaten Verk√§ufe steuerfrei. Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Artikel zur Spekulationsfrist.

Gewinne ermitteln mit der Fifo-Methode

Der Ver√§u√üerungsgewinn ergibt sich aus der Differenz aus dem erzielten Verkaufspreis und dem Einkaufspreis der Kryptow√§hrung. Es gibt da nur ein Problem: Kryptow√§hrungen unterliegen wie Aktien Kursschwankungen. Welche Reihenfolge der Ein- und Verk√§ufe muss also eingehalten werden? Grunds√§tzlich kommt bei Bitcoin & Co. die Fifo-Methode zum Tragen. Fifo steht f√ľr ‚ÄěFirst in, first out‚Äú und bedeutet, dass man beispielsweise die zuerst gekauften Bitcoins mit den zuerst verkauften Bitcoins verrechnet. Die VLH empfiehlt deshalb, alle Bitcoin-Gesch√§fte, die Sie t√§tigen, ganz genau zu dokumentieren. So k√∂nnen Sie im Zweifel dem Finanzamt genaue Nachweise liefern.

Verluste können verrechnet werden

Immerhin: Auch Verluste aus dem Bitcoin-Handel k√∂nnen gegengerechnet werden ‚Äď entweder mit Gewinnen aus dem Vorjahr oder dank Verlustvortrag¬†mit k√ľnftigen Gewinnen. Allerdings k√∂nnen Verluste aus privaten Ver√§u√üerungsgesch√§ften auch nur mit solchen Gewinnen verrechnet werden, nicht zum Beispiel mit Gewinnen aus Aktiengesch√§ften.

So tragen Sie das digitale Geld in die Steuererklärung ein

Ihren Ver√§u√üerungsgewinn zum Beispiel aus dem Bitcoin Handel tragen Sie in der Anlage SO (Sonstige Eink√ľnfte) ein. Auch dann, wenn Ihre Gewinne unter der Freigrenze von 600 Euro liegen. Denn das Finanzamt muss zuerst offiziell die Steuerfreiheit feststellen.

Bei ICOs und weiteren Investitionen Besteuerung noch nicht final geklärt

Neben dem klassischen Handel mit Bitcoin & Co. entstehen gerade viele weitere Investitionsmöglichkeiten rund um die Kryptowährungen. Eine dieser Möglichkeiten ist das sogenannte Initial Coin Offering, kurz ICO. Firmen, deren Geschäftsmodell auf einer Kryptowährung basiert, nutzen das ICO als eine Art Crowdfunding. Letztlich wird bei einem Initial Coin Offering ein Teil einer neu emittierten Kryptowährung an Anleger entweder gegen eine staatliche Währung oder beispielsweise Bitcoins verkauft. So können Kryptowährungs-Firmen neues Kapital aufnehmen.

Haben Sie sich als Anleger an einem ICO beteiligt oder zum Beispiel Bitcoins verliehen, wird es mit der Steuererkl√§rung komplizierter. Denn bisher gibt es von Seiten der Finanzverwaltung noch keine offizielle Stellungnahme zur Besteuerung dieser Investitionen. Das Finanzamt wird dementsprechend aktuell jeden Fall individuell pr√ľfen.

√úbrigens:

Neben dem klassischen Kauf des Kryptogeldes auf entsprechenden Online-Marktpl√§tzen, k√∂nnen die virtuellen W√§hrungen auch durch das sogenannte Mining verdient werden. Beim Mining, also dem Sch√ľrfen, muss der Computer des Anwenders schwierige mathematische Gleichungen l√∂sen. Durch diesen Prozess entsteht neues virtuelles Geld. Aber Achtung: Wer durch das Erzeugen von beispielsweise Bitcoins Gewinne erzielt, hat Eink√ľnfte aus Gewerbebetrieb.

Beim Cloudmining ‚Äď man sch√ľrft also nicht selbst, sondern l√§sst sch√ľrfen ‚Äď kommt es bei der Besteuerung auf die genaue vertragliche Ausgestaltung mit dem Dienstleister an. Das Finanzamt pr√ľft also aktuell noch jeden Einzelfall individuell.

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