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Lassen sich Negativzinsen von der Steuer absetzen?

Zahlreiche Banken kassieren mittlerweile Negativzinsen für Guthaben auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Ob Sie dadurch wenigstens etwas bei der Steuer sparen können, erfahren Sie hier.

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Lassen sich Negativzinsen von der Steuer absetzen?

Es ist kein Geheimnis: Für Sparer sind die goldenen Zeiten längst vorbei. Hohe Zinserträge auf Kontoguthaben – das war einmal. Schlimmer geht aber bekanntlich immer: Auf manchen Konten bleibt das Guthaben noch nicht einmal konstant, sondern es schrumpft – obwohl das Geld von den Besitzern gar nicht angetastet wurde. Wie das? Negativzinsen heißt das unfreundliche Zauberwort. Oder auch Minuszinsen. Wie immer man sie nennt: Zahlreiche Banken kassieren sie inzwischen. Im Klartext: Sie als Sparer müssen dafür bezahlen, dass Sie Ihr Geld auf einem Bankkonto lagern.

Seit 2014 liegt der Zinssatz im Minusbereich

Kurzer Rückblick: Im Jahr 2014 senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Zinssatz für Einlagen von Banken auf minus 0,1 Prozent – damit lag dieser erstmals im negativen Bereich. Das heißt: Banken mussten ab diesem Zeitpunkt etwas dafür bezahlen, wenn sie Geld bei der EZB hinterlegten. Zuvor hatten sie von Einlagen finanziell profitiert, abgesehen von den Jahren 2012 und 2013, als der Zinssatz bei 0,0 Prozent lag. Bis heute ist der Zinssatz nicht mehr in den positiven Bereich geklettert und lag zuletzt bei minus 0,5 Prozent (Stand: März 2020).

Übrigens

Die EZB wollte mit dem negativen Zinssatz erreichen, dass Banken ihre Einlagen nicht einfach so schlummern lassen. Vielmehr sollten diese als Kredite in den Markt gepumpt werden. An diesem Kurs wird von verschiedenen Seiten Kritik geübt.

Steuererklärung: Minuszinsen haben keine Chance

Die erste Bank reichte die Negativzinsen dann bereits 2014 an ihre Kunden weiter. Diesem Beispiel schlossen sich in den folgenden Jahren immer mehr Geldinstitute an. Manche Banken kassieren bei Neukunden bereits ab dem ersten Euro ab. Andere wiederum gestatten Freibeträge: Bei einigen Banken müssen Kunden erst ab einem Kontoguthaben über 25.000 Euro Minuszinsen berappen, bei anderen beispielsweise über 100.000 Euro, 500.000 Euro oder 1 Million Euro.

Was heißt das für Sie als Sparer, wenn Sie Ihre Steuererklärung abgeben? Die kurze und wenig erfreuliche Antwort: Es gibt keinen steuerlichen Ausgleich für Negativzinsen. Sie werden zum Beispiel nicht als negative Einkünfte aus Kapitalvermögen berücksichtigt. Diese können teilweise nämlich von der Steuer abgezogen werden, und zwar innerhalb der Verlustverrechnung für Kapitaleinkünfte. Des Weiteren werden Minuszinsen auch nicht wie Zinsen für einen Kredit angesehen – weil sie ja nicht für die Überlassung von Kapital gezahlt werden. Also auch hier können sie nicht von der Steuer abgezogen werden. Fazit: Negativzinsen können Sie momentan nirgendwo in Ihrer Steuererklärung eintragen.

Übrigens

Nicht nur die Negativzinsen an sich stoßen auf viel Kritik, sondern auch die Tatsache, dass sie steuerlich nicht geltend gemacht werden können. Nicht wenige Experten fordern hier ein Umdenken.

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