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Lassen sich Negativzinsen von der Steuer absetzen?

Noch kassieren einige Banken Negativzinsen für Guthaben auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Ob Sie dadurch wenigstens etwas bei der Steuer sparen können, erfahren Sie hier.

Lassen sich Negativzinsen von der Steuer absetzen?

Es ist kein Geheimnis: Für Sparer sind die goldenen Zeiten lange vorbei. Hohe Zinserträge auf Kontoguthaben – war 11 Jahre lang nur ein Märchen. Auf manchen Konten blieb das Guthaben noch nicht einmal konstant, sondern es schrumpft – obwohl das Geld von den Besitzer/innen gar nicht angetastet wurde. Wie das? Negativzinsen heißt das unfreundliche Zauberwort. Oder auch Minuszinsen. Wie immer man sie nennt: Einige Banken kassieren sie seit geraumer Zeit. Im Klartext: Sie als Sparer/in müssen dafür bezahlen, dass Sie Ihr Geld auf einem Bankkonto lagern. Doch vielleicht ist auch das bald nur noch Geschichte.

2014 bis 2022 lag der Zinssatz im Minusbereich

Kurzer Rückblick: Im Jahr 2014 senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Zinssatz für Einlagen von Banken auf minus 0,1 Prozent – damit lag dieser erstmals im negativen Bereich. Das heißt: Banken mussten ab diesem Zeitpunkt etwas dafür bezahlen, wenn sie Geld bei der EZB hinterlegten. Zuvor hatten sie von Einlagen finanziell profitiert, abgesehen von den Jahren 2012 und 2013, als der Zinssatz bei 0,0 Prozent lag.

Stand Juli 2022: Aktuell ist der EZB-Leitzins aber wieder auf 0,5 Prozent angehoben worden. Der Zins, zu dem Banken Geld bei der EZB parken können, lag lange sogar bei -0,5 Prozent, jetzt wurde er auf 0,0 Prozent erhöht. Das ist eine geldpolitische Wende der EZB, auf die viele lange gewartet haben. Einige Banken haben daher den Negativzins auf Einlagen im Vorgriff auf die Entscheidung der EZB schon komplett gestrichen. Und weil die Einlagefazilität wieder bei null liegt, dürften auch die Strafzinsen für Sparer/innen auf breiter Front wegfallen. Doch freuen Sie sich nicht zu früh: Der Realzins, also der Nominalzins abzüglich der Inflationsrate, dürfte noch sehr lange im negativen Bereich verharren.

Übrigens:

Die EZB wollte mit dem negativen Zinssatz erreichen, dass Banken ihre Einlagen nicht einfach so schlummern lassen. Vielmehr sollten diese als Kredite in den Markt gepumpt werden. An diesem Kurs wurde von verschiedenen Seiten Kritik geübt.

Steuererklärung: Minuszinsen haben keine Chance

Die erste Bank reichte die Negativzinsen bereits 2014 an ihre Kunden weiter. Diesem Beispiel schlossen sich in den folgenden Jahren immer mehr Geldinstitute an. Manche Banken kassieren bei Neukunden bereits ab dem ersten Euro ab. Andere wiederum gestatten Freibeträge: Bei einigen Banken müssen Kunden erst ab einem Kontoguthaben über 25.000 Euro Minuszinsen berappen, bei anderen beispielsweise über 100.000 Euro, 500.000 Euro oder 1 Million Euro.

Was heißt das für Sie als betroffene/r Sparer/innen, wenn Sie Ihre Steuererklärung abgeben? Die kurze und wenig erfreuliche Antwort: Es gibt keinen steuerlichen Ausgleich für Negativzinsen. Sie werden zum Beispiel nicht als negative Einkünfte aus Kapitalvermögen berücksichtigt. Diese können teilweise nämlich von der Steuer abgezogen werden, und zwar innerhalb der Verlustverrechnung für Kapitaleinkünfte. Des Weiteren werden Minuszinsen auch nicht wie Zinsen für einen Kredit angesehen – weil sie ja nicht für die Überlassung von Kapital gezahlt werden. Also auch hier können sie nicht von der Steuer abgezogen werden. Fazit: Negativzinsen können Sie nirgendwo in Ihrer Steuererklärung eintragen.

Übrigens:

Nicht nur die Negativzinsen an sich stoßen auf viel Kritik, sondern auch die Tatsache, dass sie steuerlich nicht geltend gemacht werden können. Nicht wenige Experten fordern hier ein Umdenken.

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Dies ist ein redaktioneller Text des Redaktionsteams der VLH. Es erfolgt keine Beratung zu Themen, die außerhalb der steuerlichen Beratungsbefugnis eines Lohnsteuerhilfevereins liegen. Eine Beratungsleistung im konkreten Einzelfall kann nur im Rahmen der Begründung einer Mitgliedschaft und ausschließlich innerhalb der Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG erfolgen.

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