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Was ist die Riester-Rente?

Wer im Alter auf nichts verzichten will, sollte privat vorsorgen - zum Beispiel mit der Riester-Rente. Wir erklären, welche Zulagen und Steuererleichterungen es gibt.

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Was ist die Riester-Rente?

Seit 2002 gibt es die Riester Rente, benannt nach dem damaligen Arbeitsminister Walter Riester. Die Riester Rente ist eine freiwillige und private Zusatzversorgung, die der Staat mit Riester Zulagen unterstützt. Ende 2016 gab es sage und schreibe über 10 Millionen abgeschlossene Versicherungsverträge in Sachen Riester – das hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ermittelt.

Wer darf "riestern"?

Jeder, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, kann zusätzlich privat mit der Riester-Rente vorsorgen. Dazu gehören zum Beispiel Auszubildende, Arbeitnehmer und Beamte.

Einen schnellen Überblick zur Riester-Rente gibt Ihnen unser Video:

Wie funktioniert die Riester-Rente?

Zuerst schließt man bei einem Riester-Anbieter einen Versicherungsvertrag ab. Seit 1. Januar 2017 erhält jeder Sparer vor Abschluss der Riester Rente ein individuelles Produktinformationsblatt. Wichtig, denn es enthält die wesentlichen Angaben zum geplanten Riester Vertrag. Wie das Produktinformationsblatt aussieht und welche Angaben es enthält, hat das Bundesministerium der Finanzen in einer Broschüre zusammengestellt. 

Der Anbieter der Riester Rente kann eine Bank oder eine Versicherung sein. Bis zum Rentenbeginn zahlt man dann selbst Beiträge in den Vertrag ein. Wie viel, bleibt Ihnen überlassen. Sie müssen aber mindestens 60 Euro im Jahr überweisen. Das nennt man Sockelbetrag. Wer den Riester-Vertrag bis 2011 abgeschlossen hat, kann sich das Ersparte ab Vollendung des 60. Lebensjahres auszahlen lassen. Wer den Vertrag ab 2012 abgeschlossen hat, muss bis zum 62. Lebensjahr warten.

Wie sehen die staatlichen Zulagen konkret aus?

Jeder Riester Sparer bekommt eine sogenannte Grundzulage von bis zu 154 Euro im Jahr. Für jedes Kind, das vor 2008 geboren wurde, gibt es zusätzlich 185 Euro. Für jedes Kind, das nach 2008 geboren wurde, sogar zusätzlich 300 Euro pro Jahr. Allerdings nur unter einer Bedingung: Der Sparer muss pro Jahr – inklusive Grundzulage und Kinderförderung – vier Prozent des Vorjahreseinkommens in seinen Riester-Vertrag einzahlen, höchstens aber 2.100 Euro. Das nennt der Staat den Mindesteigenbetrag.

Ein Beispiel:

Fabian ist 28 und Single. Er verdient 32.000 Euro im Jahr.

4 % des Jahresgehalts 1.280 Euro
   
Grundzulage - 154 Euro
   
Mindesteigenbetrag 1.126 Euro


Das ist eine monatliche Rate von 93,83 Euro.

Übrigens:

Wer zum Beispiel nur die Hälfte des Mindesteigenbetrags einzahlt, bekommt auch nur die Hälfte der Zulage vom Staat. Denn nur wer den vollen Mindesteigenbetrag einzahlt, bekommt die Grundzulage auch in voller Höhe, also 154 Euro im Jahr. Und vielleicht gibt es bald sogar noch höhere Riester Zulagen: Das Bundeskabinett hat am 21. Dezember 2016 eine grundlegende Reform der Betriebsrente auf den Weg gebracht. In diesem Zuge soll auch die Riester Rente gestärkt werden. Geplant ist, die jährliche Grundzulage von 154 Euro auf 165 Euro anzuheben.

Muss ich die Riester Rente versteuern?

Nachgelagerte Besteuerung – warum?

2005 hat die Bundesregierung im Rahmen des sogenannten Alterseinkünftegesetzes die nachgelagerte Besteuerung eingeführt. Davor war die Situation wie folgt: Bekam jemand eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, wurde diese nur mit dem Ertragsanteil besteuert - ging man vor 2005 mit 65 Jahren in Rente, lag der Ertragsanteil bei 27 Prozent. Das galt allerdings nicht für Beamte: Sie mussten ihre Pensionen in voller Höhe versteuern. Da Menschen in Deutschland aber gleich behandelt werden sollen, trat das Alterseinkünftegesetz in Kraft. Und damit auch die nachgelagerte Besteuerung für alle.


Leider ja. Die Auszahlungen aus dem Riester-Rententopf sind voll steuerpflichtig. Das bedeutet, dass man die Riester-Rente im Lebensabend mit dem persönlichen Steuersatz versteuern muss. Außerdem fallen Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung an. Dieses Prinzip nennen die Experten „nachgelagerte Besteuerung“.

Zurück zu Fabian: Nehmen wir an, Fabian ist jetzt in Rente gegangen. Dank nachgelagerter Besteuerung muss er die Auszahlungen der Riester Rente voll versteuern – und zwar mit seinem persönlichen Steuersatz. Der persönliche Steuersatz ist der Durchschnittssteuersatz für das gesamte Einkommen. Verdient Fabian zum Beispiel 30.000 Euro im Jahr, liegt sein Steuersatz bei 18,75 Prozent. Wie sich der persönliche Steuersatz errechnet, erklären wir Ihnen in unserem Steuer ABC Was ist der persönliche Steuersatz? Im Rentenalter sinkt aber oft das Jahreseinkommen, weil die Rente in der Regel niedriger ist als der Arbeitslohn. Entsprechend fällt dann auch der Steuersatz niedriger aus.

Die nachgelagerte Besteuerung trifft übrigens nicht nur Riester Sparer. Auch die gesetzliche Rente und die betriebliche Altersvorsorge werden nachgelagert besteuert.

Wie setze ich meine Riester-Beiträge von der Steuer ab?

Die gute Nachricht: Sie können die jährlichen Beiträge bis zur Höchstgrenze von 2.100 Euro als Sonderausgabe in Ihrer Steuererklärung eintragen. Dazu gehören nicht nur die Beiträge, die Sie selbst einzahlen, sondern auch die staatliche Grund- und Kinderzulage. Ob der Fiskus die Beiträge aber tatsächlich als Sonderausgabe berücksichtigt, hängt davon ab, ob die Steuerersparnis höher ist als die staatliche Zulage. Bei einer sogenannten Günstigerprüfung sucht das Finanzamt automatisch die günstigste Variante für Sie.

Für einen Sonderausgabenabzug müssen Sie in der "Anlage AV" entsprechende Angaben machen. Klingt kompliziert? Für die Beraterinnen und Berater der VLH gehört es zum Tagesgeschäft,die Steuererklärung mit allen Anlagen für Sie auszufüllen. Gerne unterstützen wir Sie auch darin, sich die Steuervorteile zu sichern, die Ihnen zustehen. Hier können Sie sich Ihren Berater suchen: Beratersuche

Muss ich die staatliche Zulage beantragen?

Die Riester Förderung vom Staat müssen Sie jedes Jahr rechtzeitig beantragen. Für 2017 können Sie den Antrag zum Beispiel direkt Anfang 2018 stellen, spätestens aber bis zum 31. Dezember 2019. Einfacher ist es, wenn Sie ein sogenanntes Dauerzulageverfahren in Anspruch nehmen. Sie erteilen Ihrem Riester-Anbieter damit die Vollmacht, die jährliche Zulage für Sie zu beantragen – weniger Stress für Sie!

Übrigens:

Der Staat fördert auch die private Pflegezusatzversicherung. Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel Pflege-Bahr: Was ist das? Und nicht nur das: Die Eigenheimrente, schlicht Wohn Riester genannt, lockt ebenfalls mit Riester Zulagen.

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