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Lebensversicherung und Steuer: Das müssen Sie beachten

Risikolebensversicherung oder Kapitallebensversicherung: So unterschiedlich die Versicherung, so unterschiedlich auch deren Besteuerung.

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Lebensversicherung und Steuer: Das müssen Sie beachten

Georg, der frischgebackene Vater von Zwillingen, will 2015 eine Lebensversicherung zur Absicherung seiner Familie abschließen. Sein älterer Bruder Heiko hat sich bereits 2004 für eine solche Versicherung entschieden. Damit gelten für die Brüder unterschiedliche Regeln der Besteuerung.

Georg ist noch auf der Suche nach der passenden Lebensversicherung. Grundsätzlich kann er zwischen zwei Formen wählen - nämlich der Risiko- oder der Kapitallebensversicherung.

Risikolebensversicherung

Die Risikolebensversicherung ist ein reiner Todesfallschutz. Das bedeutet: Verstirbt die versicherte Person während der Laufzeit, wird die Versicherungssumme an die eingetragene Person ausgezahlt. Erlebt die versicherte Person aber das Vertragsende, erlischt die Versicherung. Der Versicherer zahlt kein Geld aus.

Kapitallebensversicherung

Die Kapitallebensversicherung dient sowohl dem Todesfallschutz als auch der Altersvorsorge. Das bedeutet: Im Todesfall ist die Familie abgesichert. Im Gegensatz zur Risikolebensversicherung baut sich der Versicherte mit seinen Beiträgen einen Kapitalstock auf. Erlebt der Versicherte das Vertragsende, werden die Erträge ausgezahlt – zum Beispiel in Form einer monatlichen Rente.

Steuerlicher Vorteil der Risikolebensversicherung

Entscheidet sich Georg für eine Risikolebensversicherung, sind die monatlichen Beiträge als Vorsorgeaufwendungen bis zu einem Höchstbetrag in Höhe von 1.900 Euro im Jahr als Sonderausgabe absetzbar.

Übrigens:

Das gilt auch für Beiträge, die in eine Kapitallebensversicherung fließen – sofern die Versicherung vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurde. Georgs Bruder Heiko, der seine Versicherung bereits 2004 abgeschlossen hat, kann den Sonderausgabenabzug also noch nutzen. Entscheidet sich Georg 2015 für eine Kapitallebensversicherung, steht ihm dieser Steuervorteil nicht zu.

Einschränkung: Seit 2010 können Sie Ihre Beiträge für die Basis Kranken- und Pflegeversicherung in unbeschränkter Höhe als Sonderausgabe angeben. Liegen Ihre Beiträge dabei höher als 1.900 Euro (Angestellte) oder 2.400 Euro (Beamte), können Sie Ihre Beiträge für die Kapitallebensversicherung nicht mehr als Sonderausgabe geltend machen.

Besteuerung der Kapitallebensversicherung abhängig vom Jahr des Abschlusses

Eine Kapitallebensversicherung wird am Ende der Laufzeit ausbezahlt. Wie viele Steuern Sie für Ihre Lebensversicherung zahlen müssen, hängt vom Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ab.

Vertragsabschluss vor 2005

Heiko hat seine Versicherung bereits 2004 abgeschlossen. Erfüllt er folgende Voraussetzungen, muss er auf die Erträge keine Steuern zahlen:

  • der Vertrag läuft über mindestens zwölf Jahre
  • er als Versicherter hat mindestens fünf Jahre lang Beiträge eingezahlt
  • im Vertrag ist eine Todesfallsumme vereinbart, die mindestens 60 Prozent der eingezahlten Beiträge erreicht

Sind all diese Bedingungen erfüllt, bleiben die Erträge aus seiner Lebensversicherung steuerfrei. Andernfalls unterliegt der komplette Ertrag der Abgeltungssteuer.

Vertragsabschluss ab 2005

Georg schließt seine Lebensversicherung nach dem 1. Januar 2005 ab. Deshalb muss er in jedem Fall Steuern zahlen. Immerhin nur 50 Prozent der Erträge muss er versteuern, wenn

  • der Vertrag mindestens zwölf Jahre gelaufen ist
  • und die Versicherungssumme erst nach Ablauf des 60. Lebensjahres ausbezahlt wird (für Neuverträge ab 2012 nach Ablauf des 62. Lebensjahres).

Trifft eines der beiden Kriterien nicht zu, muss Georg seine Erträge aus der Lebensversicherung voll besteuern lassen.

Lebensversicherung kündigen oder verkaufen

Wer während der Vertragslaufzeit dringend Geld braucht, kann seine Lebensversicherung kündigen oder verkaufen. Das funktioniert so:

  1. Man kann die Versicherungspolice an den Versicherer zurückgeben – das ist der sogenannte Rückkauf. Der Versicherer zahlt dann einen Rückkaufswert aus.
  2. Man kann die Versicherungspolice an einen Dritten verkaufen – zum Beispiel auf dem sogenannten Zweitmarkt.

Übrigens:

Das Thema Kündigung oder Verkauf einer Lebensversicherung ist steuerlich sehr komplex. Welche Steuerlast im Einzelnen auf einen zukommt, hängt davon ab, wann die Versicherung abgeschlossen wurde, wie lang die Laufzeit war und zu welchem Zeitpunkt man die Leistung in Anspruch nehmen möchte. Für die Beraterinnen und Berater der VLH gehört es zum Tagesgeschäft, die für Sie günstigste Lösung zu finden. Finden Sie hier einen Berater in Ihrer Nähe: Beratersuche.

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