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Vermögenswirksame Leistungen: Arbeitnehmer-Sparzulage sichern

Ihr Arbeitgeber kann Sie mit vermögenswirksamen Leistungen unterstützen. Dazu gibt es dank Arbeitnehmer-Sparzulage sogar eine staatliche Förderung.

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Arbeitnehmer-Sparzulage vom Staat sichern

Viktor B. hat vor wenigen Tagen seinen neuen Job angetreten und freut sich: Sein Chef gibt ihn mit vermögenswirksamen Leistungen. Mit den vermögenswirksamen Leistungen möchte Viktors Chef ihn dabei unterstützen, Vermögen zu bilden. Dafür bekommt Viktor zusätzlich zu seinem Gehalt monatlich 40 Euro. Die Besonderheit: Das Geld überweist sein Chef nicht an Viktor, sondern direkt auf eine Anlage – wie zum Beispiel einen Aktienfonds – seiner Wahl. Da vermögenswirksame Leistungen steuer- und sozialversicherungspflichtig sind, unterliegen sie zusammen mit dem Gehalt dem Lohnsteuerabzug. Der Arbeitgeber weist vermögenswirksame Leistungen in der Gehaltsabrechnung gesondert aus.

Unterschiedliche Anlageformen möglich

Jeder Mitarbeiter entscheidet selbst, welche Anlageform für vermögenswirksame Leistungen die Richtige ist. Zur Auswahl stehen:

  • Bausparen (beispielsweise der klassische Bausparvertrag)
  • Beteiligungssparen (dazu gehört unter anderem die Anlage in Investmentfonds)
  • Kontensparen (wie die Beiträge zu einer Lebensversicherung)

Vermögenswirksame Leistungen mit einem Teil des Gehalts aufstocken

Bei einigen Sparverträgen gibt es Mindestanlagesummen, die zwischen 14 und 40 Euro liegen können. Bekommen Sie von Ihrem Chef weniger als sie mindestens monatlich anlegen müssen, können Sie die vermögenswirksamen Leistungen mit einem Teil Ihres Gehalts aufstocken. Ihr Arbeitgeber überweist diesen Teil dann direkt mit seinen Anteil der VL auf Ihre Anlage.

Sparen vom Staat gefördert: Die Arbeitnehmer-Sparzulage

Haben Sie Ihr Geld in Aktienfonds oder einem Bausparvertrag angelegt, können Sie zusätzlich zum Extra-Geld vom Chef auch noch eine staatliche Förderung bekommen. Die so genannte Arbeitnehmer-Sparzulage bekommen Sie allerdings nur unter zwei Bedingungen:

1. Sperrfrist muss eingehalten werden

Zum einen müssen Sie vermögenswirksame Leistungen längerfristig anlegen und eine "Sperrfrist" einhalten. Die liegt bei sechs oder sieben Jahren. In dieser Zeit dürfen Sie nur sparen, kein Geld ausgeben.

2. Einkommensgrenze darf nicht überschritten werden

Zum anderen darf Ihr Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. Die liegt beim Beteiligungssparen bei 20.000 Euro für Singles (40.000 Euro für Ehepaare) und beim Bausparen bei 17.900 Euro für Singles (35.800 Euro für Ehepaare). Das klingt nach einer geringen Höhe. Aber es handelt sich um das Jahreseinkommen nach Abzug von Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Kinderfreibeträge. Damit bleiben viele Steuerzahler unter der Einkommensgrenze und können die Sparzulage in Anspruch nehmen.

Halten Sie sich nicht an die Bedingungen, entfällt Ihr Anspruch auf die Arbeitnehmer-Sparzulage rückwirkend, also auch für die Vergangenheit!

Höhe der Sparzulage gesetzlich festgelegt

Legen Sie vermögenswirksame Leistungen in Beteiligungen an, zahlt Ihnen der Staat 20 Prozent auf Ihre jährlichen Einzahlungen bis 400 Euro. Sie bekommen also maximal 80 Euro pro Jahr. Beim Bausparen gibt es weniger Geld vom Staat: Hier liegt die Förderung bei neun Prozent für Einzahlungen bis 470 Euro. Sie können also maximal 43 Euro im Jahr zusätzlich bekommen.

In drei Schritten zur staatlichen Förderung

Die Arbeitnehmersparzulage müssen Sie Jahr für Jahr neu beantragen. Und zwar mit Ihrer Steuererklärung. Das funktioniert so:

  1. Im Mantelbogen müssen Sie ein Kreuzchen bei "Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage" machen.
  2. In "Anlage N" auf Seite 3 müssen Sie eintragen, wie viele Bescheinigungen über vermögenswirksame Leistungen Sie Ihrer Steuererklärung beilegen.
  3. Reichen Sie die Anlage VL mit Ihrer Steuererklärung ein. Sie ist eine Bescheinigung über vermögenswirksame Leistungen, die Sie von Ihrem Anlageinstitut, also von Ihrer Bank oder Ihrer Bausparkasse, jährlich zugeschickt bekommen.

 

übrigens:

Beraterinnen und Berater der VLH stehen Ihnen beim Beantragen der Arbeitnehmer-Sparzulage zur Seite, werden Sie Mitglied. Finden Sie hier eine Beraterin oder einen Berater in Ihrer Nähe: Beratersuche.

Vereinfachtes Verfahren, wenn Sie keine Steuererklärung abgeben müssen

Auch wenn Sie keine Steuererklärung abgeben müssen, können Sie die Arbeitnehmer-Sparzulage beantragen. Ihre Bausparkasse schickt Ihnen in der Regel einen Vordruck zu. Auf der Vorderseite ist die erste Seite des Mantelbogens, auf der Rückseite die entsprechende Seite der Anlage N. Manche Bausparkassen füllen Ihnen den Vordruck bereits komplett aus, fügen also Daten wie Namen, Steuernummer und Bankverbindung bereits ein. Dann müssen Sie nur noch unterschreiben und den Antrag mit der Anlage VL beim Finanzamt einreichen.

Übrigens:

Bekommen Sie keinen Vordruck, können Sie sich bei Ihrem Finanzamt einfach den Mantelbogen und die Anlage N abholen, zu Hause ausfüllen und zusammen mit der Anlage VL Ihres Anlageinstituts beim Fiskus einreichen.

Das passiert beim Arbeitgeberwechsel mit vermögenswirksamen Leistungen

Sie wechseln Ihren Arbeitgeber und fragen sich, was mit den vermögenswirksamen Leistungen passiert? Es gibt zwei Möglichkeiten:

  1. Ihr neuer Arbeitgeber zahlt Ihnen vermögenswirksame Leistungen. Dann kann er problemlos die Zahlung der vermögenswirksamen Leistungen übernehmen.
  2. Ihr neuer Arbeitgeber zahlt keine vermögenswirksame Leistungen. Dann können Sie den Vertrag entweder mit freiwilligen Zahlungen aus Ihrem Gehalt fortführen oder den laufenden Vertrag "beitragsfrei" stellen.
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