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Diese Versicherungen können Sie absetzen

Die Beiträge für viele Versicherungen können im Regelfall als Sonderausgaben beziehungsweise als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer abgesetzt werden.

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Diese Versicherungen können Sie absetzen

Kosten Ihrer Lebensführung, die unvermeidbar Ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mindern, definiert der Gesetzgeber als Sonderausgaben. Aus diesem Grund werden Sie steuerlich begünstigt. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Steuer ABC Was sind Sonderausgaben?

Das Finanzamt erkennt auch viele Versicherungsbeiträge als Sonderausgaben an. 

Welche Versicherungsbeträge kann ich absetzen?

a) Altersvorsorgeaufwendungen (Basisversorgung)

  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Versorgungswerk / Alterskassen
  • Private Rentenversicherung: Rürup-Verträge

⇒ In der Steuererklärung 2015 bis maximal 22.172 Euro für Ledige. Bei Verheirateten das Doppelte. 2016 erhöht sich der Betrag auf 22.767 Euro für Ledige.

In der Steuererklärung 2015 berücksichtigt das Finanzamt jedoch nur höchstens 80 Prozent dieser Maximalgrenze. Erst 2025 können Sie vom Höchstbetrag profitieren. Wenn Sie rentenversicherungspflichtig sind, wird Ihnen der Abzug zudem um den Arbeitgeberteil gekürzt.

b) Riester-Verträge (Zusatzversorgung)

Sie können die jährlichen Riester-Beiträge bis zur Höchstgrenze von 2.100 Euro als Sonderausgaben in Ihrer Steuererklärung eintragen. Dazu gehören nicht nur die Beiträge, die Sie selbst einzahlen, sondern auch die staatliche Zulage. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Steuer ABC Was ist die Riester-Rente?

c) Sonstige Vorsorgeaufwendungen

Eine Auswahl der Häufigsten:

  • Arbeitslosenversicherung
  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Kfz-Haftpflichtversicherung
  • Erwerbs-/Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Unfallversicherung (für den Bereich Freizeit)
  • Kranken- und Pflegezusatzversicherung
  • Krankentagegeld- / Krankenhaustagegeld-Versicherung  
  • Reise-Kranken-/Unfall-Versicherung
  • Risikolebensversicherung
  • Kapitallebensversicherung (wenn Sie vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurde)
  • Sterbegeldversicherung (unter bestimmten Voraussetzungen, z.B. Leistung nur im Todesfall)

⇒ Bis maximal 1.900 Euro für Arbeitnehmer und Beamte / 2.800 Euro für Selbstständige. Bei Verheirateten das Doppelte.

Da die Absetzungsgrenze mit 1.900 Euro bzw. 2.800 Euro sehr gering ist, werden die Steuerzahler nur wenig entlastet: Mit Basiskranken- und gesetzlicher Pflegeversicherung ist der Höchstbetrag oft schon erreicht. Dafür berücksichtigt das Finanzamt diese aber stets in tatsächlicher Höhe, auch wenn sie den Höchstbetrag übersteigen.

d) Berufliche Policen

  • Unfallversicherung (für den Bereich Arbeit)
  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Arbeitsrechtschutzversicherung

⇒ Diese Versicherungen können Sie unbegrenzt als Werbungskosten angeben.

Welche Nachweise muss ich mitliefern?

Alle Versicherungen, die auf Ihrem Lohnsteuerbescheid eingetragen sind, müssen Sie nicht nachweisen. Für alle anderen Versicherungen gilt: Sie dürfen nur absetzen, was Sie tatsächlich bezahlt haben. Eine Rechnung ist dem Finanzamt meistens nicht genug. Legen Sie daher einen Überweisungsbeleg oder einen Kontoauszug zur Rechnung dazu, wenn Sie Ihre Belege an das Finanzamt senden.

Wo trage ich die Versicherungen ein?

Die meisten Versicherungen tragen Sie in die Anlage Versorgungsaufwand Ihrer Einkommensteuererklärung ein. Beruflich bedingte Policen hingegen werden bei der Steuererklärung unter den Werbungskosten angeführt - Anlage N der Steuererklärung. Für Riester-Verträge gibt es zusätzlich die Anlage AV.

Klingt kompliziert? Für die Beraterinnen und Berater der VLH gehört es zum Tagesgeschäft, die Versicherungen den richtigen Anlagen zuzuordnen. Gerne unterstützen wir auch Sie darin, sich die Steuervorteile zu sichern, die Ihnen zustehen. Hier können Sie sich Ihren Berater suchen: Beratersuche.

Übrigens:

Diese Versicherungen können Sie NICHT absetzen:

  • Privat- / Verkehrsrechtsschutzversicherung
  • Hausratversicherung
  • Kfz-Kaskoversicherung
  • Private Rentenversicherung: Kapitalanlage-Produkte
  • Kapitallebensversicherung (wenn Sie nach dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurde, denn dann gilt Sie als Geldanlage)

Auch für die betriebliche Altersvorsorge (bAV) sind keine Angaben in den Steuerformularen nötig. Grund: Die Beiträge werden bereits direkt von Ihrem Bruttogehalt abgezogen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel Steuervorteile bei der privaten Absicherung fürs Alter

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